AEG

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Geschichte

Die AEG Aktiengesellschaft war einer der weltweit größten Elektrokonzerne. Das 1883 in Berlin als Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität gegründete und wenige Jahre später in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft umfirmierte Unternehmen stellte neben Produkten für die Elektrische Energietechnik und den Haushaltsbedarf (sogen. „Weiße Ware“), Geräte zur Elektrogebäudeheizung, Straßenbahnen, Elektro- und Dampflokomotiven, Filmprojektoren sowie im Tochterunternehmen NAG auch Kraftfahrzeuge her. Die AEG musste 1982 Insolvenz anmelden und wurde 1985 von der Daimler-Benz AG übernommen.

In den 1930er Jahren entwickelten AEG-Techniker das „Magnetophon“ für die Tonaufzeichnung auf Magnetband.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sitz nach Frankfurt am Main verlegt. Im Jahre 1967 fusionierte die AEG mit ihrem Berliner Tochterunternehmen Telefunken zu Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG-Telefunken. 1979 wurde die Firma in AEG-Telefunken Aktiengesellschaft geändert. Nach der Übernahme durch Daimler-Benz im Jahre 1985 und der Auslagerung aller restlichen Telefunken-Geschäftsbereiche änderte sich der Name in AEG Aktiengesellschaft.

Projektorenbau

Emil Mechau (* 19. April 1882 in Seesen; † 28. Juni 1945 in Koßdorf) begann nach seiner Ausbildung zum Feinmechaniker seine Arbeit zunächst 1900 bei Carl Zeiss in Jena, wo er in der Astro-Versuchswerkstatt arbeitete. Dort kam er auch mit der ersten Filmprojektion in Berührung und befasste sich daraufhin intensiv damit, nachdem er 1909 ein Gespräch mit Oskar Messter führte. 1910 wechselte er zur Ernst Leitz GmbH nach Wetzlar. Als wissenschaftlicher Assistent baute er im Jahr 1912 seinen neuen Filmprojektor, den er im örtlichen Filmtheater persönlich testete und weiterentwickelte. Weihnachten 1912 lief das Modell I im Kaiserkino in Wetzlar, und von da an ununterbrochen bis Weihnachten 1913. 1914 folgte das Modell II, welches wieder im Kaiserkino getestet wurde. Auf dieser Grundlage entstand während des ersten Weltkrieges 1918 auch das Modell III.

Nach dem der Mechau-Projektor Modell III 1921 im Lichtspielhaus Wetzlar seinen Test bestand, erfolgte am 14. Oktober 1921 die Aufstellung des ersten verkauften Musters des Modell III in der Schauburg in Münster in Westfalen.

Der Mechau-Projektor wurde schnell in der ganzen Filmwelt berühmt, was Ernst Leitz dazu veranlasste, Mechau 1922 eine unabhängige Filmprojektorfabrik in Rastatt bauen zu lassen. Der Mechau 4 wurde schon 1926 bei Telefunken in der frühen Fernsehübertragung eingesetzt. Ab 1926 wird in Zusammenarbeit mit Klangfilm und Tobis das Tonbild mit einer Zusatzapparatur verwirklicht. Der zunehmende finanzielle Aufwand durch die Weiterentwicklung des neuen Tonfilmes bewegte Ernst Leitz dazu, die Filmprojektorfabrik in Rastatt, einschließlich aller Patente, an die AEG in Berlin zu verkaufen. So ging auch Mechau 1929 zur AEG ins Treptower Werk. Abgesehen von seinen Fortschritten bei Präzisionskinoprojektoren und anderem entwickelte Mechau hier auch seinen ersten 180-Zeilen Linsenkranz-Abtaster für das neu aufkommende Fernsehen auf der Berliner Funkausstellung 1934.

Zu Beginn des Jahres 1935 wechselte Mechau zur AEG-Tochter Telefunken, um seine Arbeiten auf diesem neuen Gebiet fortzuführen. Im selben Jahr gelang es ihm, einen Lichtpunktabtaster zu entwickeln, für den er auf der Pariser Weltausstellung 1937 den Grand Prix in der Kategorie Innovationen und Entwicklungen erhielt. Das AEG Werk wurde 1944 durche Bomben zerstört und nicht wieder aufgebaut. Nach 1945 wurden noch vorhandene Mechau-Projektoren von Kinos durch Fernsehanstalten übernommen, weil sie sich für die Filmabtastung nach dem flying spot – Verfahren eigneten. Der ‘Mechau’ wurde außerdem gerne für Rückprojektionen im Filmstudio verwendet.

Kino-Filmprojektoren

Erste Mechau-Projektoren, hergestellt in Wetzlar und Rastatt:

  • Mechau-Projektor Modell 1, 1912-1913 (Prototyp)
  • Mechau-Projektor Modell 2, 1914-1918 (Prototyp)
  • Mechau-Projektor Modell 3, 1918-1926
  • Mechau-Projektor Modell 4, 1926-1932

Die AEG produzierte über einen längeren Zeitraum auch Filmprojektoren.

  • Stillstandsmaschine, 1919-1922, 35mm
  • Theatermaschine, 1920-1924, 35mm
  • Triumphator I-III, 1924-1935, 35mm (ACR 0710)
  • Successor D/G, 1925-1935, 35mm
  • Lehrmeister, 1925-1935, 35mm (ACR 0709, Leitz)
  • Kofferkino, 1927, 35mm
  • Mechau Modell 4, 1929-1934, 35mm
  • Euro M, D/G, 1936-1939, 35mm, Klangfilm
  • Euro G, D/G, 1938-1944, 35mm, Interlock-Version (G-MB) Klangfilm
  • Euro K, 1938-1944, 35mm
  • Euro M2, 1939-1944, 35mm

Literatur

  • TÜMMEL, Herbert: Deutsche Laufbildprojektoren. Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin 1986, S. 111

Weblinks