Angermünde Reichshallen-Lichtspiele

Aus Kinowiki
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Geschichte

Postkarte 1915, Hotel Reichshalle
Postkarte 1930, Hotel Reichshalle
Postkarte 1942, Hotel Reichshalle
Zustand 2001

Vergessene Träume von Schwoof und Kino
Verwitterte Fassade, dunkle Fensterhöhlen, einige Fetzen längst vergilbter Plakate und ein leerer Schaukasten. Dass in dem verfallenen Haus im Hohen Steinweg gegenüber vom Marktplatz und dem herausgeputzten Rathaus einmal das Leben brodelte, kann man sich heute nur schwer vorstellen. Dass hier einst das erste Haus am Platze stand, ist vergessen. Das „Haus Uckermark" dämmert dem Verfall entgegen. Dabei gehört das Gebäude zu den traditionsreichsten Häusern in der Altstadt. Im 18. Jahrhundert erbaut und bis 1804 in Besitz der Witwe des Generals von Seydlitz, richtete der Nachbesitzer Seeger einen Gasthof „Zum Goldenen Adler" ein. 1871 wurde daraus die „Reichshalle", ein Etablissement mit großem Saal, Vereinslokal, Garten, Kegelbahnen in Besitz von August Mund. Die Gaststätte wurde in DDR-Zeiten zu einer bekannten Billig-Selbstbedienungskantine für Werktätige. Der ehemalige Reichssaal war ein lauschiges Kino, welches durch Anton Diewell 1935 als separater Saalbau auf dem Gartengelände errichtet wurde. Versuche nach der Wende, das leergezogene Gebäude wieder zu vermarkten und als Kino und Gaststätte weiter zu betreiben, scheiterten. Es wurde ein Spekulations-Objekt. Heute sucht die Stadtverwaltung händeringend einen Investor, der dieses historische und traditionsreiche Haus erhält und mit neuem Leben erweckt. aus: Stadt Angermünde 2001

Das ehemalige Haus Uckermark, das früher ein Kino beherbergte, hat die Stadt Angermünde im Oktober 2010 im Zwangsversteigerungsverfahren erworben und will es mit Investoren entwickeln. Die Zukunft des alten Kinos wird in den Gremien der Stadtverordnetenversammlung für Diskussionsstoff sorgen. Der Kinosaal im hinteren Teil des Gebäudes soll nach Aussagen Krakows (Bürgermeister) noch relativ gut erhalten geblieben sein. Märkische Oderzeitung, 29.10.2010

Für das Haus Uckermark gibt es Pläne, es zum Museum umzubauen. Was mit dem Kinosaal geschehen soll, steht noch nicht fest. Bereits im Jahr 2013 wurde der Abriss beschlossen, nun (2014) will der Kulturverein den Saalbau kaufen. Im Jahr 2015 gab es weitere Diskussionen dazu. 2015 2015 2013

  • 1911 Versorgung der Stadt mit elektrischen Strom ab 1.5., Ab 1.11. erstes ständiges Filmtheater am Hohen Steinweg. [1]

Kinodaten

  • 1920 Angermünder Lichtspiele, Hoher Steinweg 17, Gegründet 1911 (Spielzeit 2 mal wöchentlich) 350 Plätze, Inhaber: Eduard Wisnowsky
  • 1921 Angermünder Lichtspiele, F: 66, Gr: 1911 (Montag und Donnerstag, 2-3 Tage wöchentlich) 300 Plätze, Inh: Ed. Wisnowsky, Paradeplatz 6
  • 1924 Angermünder Lichtspiele, Deutsches Haus, Inh: Emil Jaekel
  • 1925 Reichshallen-Lichtspiele, F: 166, Gründung 1909, 1 Tag, 500 Plätze, Inhaber: E. Jaeekel
  • 1928 Reichshallen-Lichtspiele, Saalkino, Hoher Steinweg 17/18, F: 66, Gr: 1909, 2-3 Tage, 500 Plätze, Inh: E. Jaeckel
  • 1929 Reichshallen-Lichtspiele (Saalkino), Hoher Steinweg 17, F: 66, Gr: 1909, 2-3 Tage, 500 Plätze, Inh: E. Jaeckel
  • 1930 Reichshallen-Lichtspiele (Saalkino), Hoher Steinweg 17, F: 66, Gr: 1909, 1-2 Tage, 500 Plätze, Inh: E. Jaeckel
  • 1931 Reichshallen-Lichtspiele (Saalkino), Hoher Steinweg 17, F: 66, Gr: 1909, 1 Tag, Kap: 2 M, 400 Plätze, Pächter: Adolf Blumenthal, Joachimsthal U.-M.
  • 1932-1933 Reichshallen-Lichtspiele (Saalkino), Hoher Steinweg 17, Gründung: 1909, 1 Tag, Kap: 2 M, 400 Plätze, Inhaber: A. Diewell
  • 1934 Reichshallen-Lichtspiele (Saalkino), Adolf-Hitler-Straße 17, Gründung: 1909, 2 Tage, R Kap: Mech. Musik, T-F: Ja, 400 Plätze, Inhaber: Anton Diewell
  • 1935 Reichshallen-Lichtspiele (2 Tage) 320 Plätze
  • 1937 Reichshallen-Lichtspiele (Saalkino), Adolf-Hitler-Straße 17, Gründung: 1901, täglich, 384 Plätze, Inhaber: Anton Diewell
  • 1938 Reichshallen-Lichtspiele, Adolf-Hitler-Straße 17, F: 366, Gr: 13.12.1935, täglich, 370 Plätze, Inh: Anton Diewell
  • 1940 Reichshallen-Lichtspiele, Adolf-Hitler-Str. 17, F: 366, Gr: 7.11.1911, Bühne: 6x4m, 370 Plätze, täglich, Inh: Anton Diewell
  • 1941 Reichshallen-Lichtspiele, Adolf-Hitler-Str. 17, Gründung: 7.11.1911, 369 Plätze, täglich, Inhaber: Friedrich v. Kondratowicz, Berlin-Hafensee, Küstriner Straße 3
  • 1949 Reichshallen-Lichtspiele, Thälmannstraße 17, 408 Plätze
  • 1950 Reichshallen-Lichtspiele, E. Thälmannstr. 17/18, 408 Plätze
  • 1991 Uckermärkische Lichtspiele, Ernst-Thälmann-Str. 16, 336 Plätze
  • 1991 Filmtheater im Haus Uckermark, 336 Plätze, Angermünde, Inh. Oberländer Filmtheater-GmbH i.G.
  • 1992 Filmtheater im Haus Uckermark, 336 Plätze, Angermünde, Inh. Stadtverwaltung Angermünde, 0-1320 Angermünde
  • 1993 Uckermärkische Lichtspiele, 336 Plätze, 16278 Angermünde, Hoher Steinweg 17, Inh: Stadtverwaltung, 16278 Angermünde

Bilder

Bilder aus 2010 und 2005 finden sich bei Flickr.