Apen Augustfehner Hof

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Postkarte
  • Die Zeit des Kinos in Augustfehn begann gegen Ende der 20er-Jahre. Alwin Brüggemann Senior und seine Frau Emmi kauften 1918 den „Gasthof Steinfeld“ und benannten ihn nach dem Umbau und Renovierung in „Augustfehner Hof“ um. Die Filmvorführungen fanden in dem 1927 errichteten „Großen Saal“ statt.
  • Direkt nach Kriegsende beschlagnahmten die Alliierten (Kanadier und Polen) den gesamten „Augustfehner Hof“ für ein bis zwei Jahre zur Unterbringung ihrer Soldaten. Sie veranstalteten im Kinosaal eigene 16-mm Schmalfilm-Vorführungen. Nach ihrem Abzug beschlagnahmte die Gemeine Apen den kleinen Saal, um dort Flüchtlinge unterzubringen.
  • Ab 1947 / 1948 fanden im Großen Saal wieder öffentliche Filmvorführungen statt. Zu dieser Zeit war Augustfehn ein Mitspielort des „Sieltheaters“ aus Wilhelmshaven.
  • Alwin Brüggemann, der Inhaber der „Augustfehner Lichtspiele“, reagierte auf die gestiegene Kino-Nachfrage, indem er die Sitzplatzzahl (in den 50er Jahren) auf 400 Plätze anhob und die Spieltage auf bis zu fünf Tage in der Woche ausdehnte. Ab 1957 konnten kaschierte Breitandfilme gezeigt werden, zwei Jahre später auch Filme im CinemaScope-Format.
  • In den „Augustfehner Lichtspielen“ wurden in den 60er Jahren an vier bis fünf Tagen in der Woche Filme vorgeführt. Alwin Brüggemann gestaltete die Terminierung des 400 Plätze zählenden Kinos gemeinsam mit Wilhelm Grambart; als Einzelbetreiber hätte er kaum aktuelle Filme zeigen können. Auch hier wurde wie in anderen kleinen Orten ein breites Familienprogramm gespielt, um so möglichst alle Altersgruppen anzusprechen. Als hier die Aufklärungsfilme von Oswalt Kolle gezeigt wurden, mussten Frauen und Männer getrennt im Saal sitzen.
  • Etwa 1985 verlegte Alwin Brüggemann sein Kino in den kleinen Saal. Durch den Besucherrückgang ließ sich der 400 Personen fassende Saal nicht mehr füllen, außerdem war die Atmosphäre in dem kleinen Saal mit bis zu 55 Zuschauern angenehmer. In den folgenden Jahren gab er das Verzehr- und Raucherkino an Jürgen Nowak ab.
  • 1996 verkaufte Alwin Brüggemann den „Augustfehner Hof“ und begab sich gemeinsam mit seiner Frau in den Ruhestand. Da die aktuellen Filme auch hier mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung anliefen, wanderte das Publikum in die Kinocenter der Städte Oldenburg, Westerstede und Leer ab. Zudem wollte der neue Gebäudepächter auch den kleinen Kinosaal für seine Zwecke nutzen. 1994 zog in den ehemaligen großen Kinosaal die Diskothek „Merlin“ ein. Inzwischen steht der „Augustfehner Hof“ leer, der Zustand des Gebäudes ist schlecht. Seit der Schließung gibt es in Apen kein Kino mehr.

aus: Stephan Bents

  • "ABRISSFETE: Am kommenden Samstag, 20. Oktober, ab 20 Uhr will der Ortsverein Augustfehn mit einer Abrissfete Abschied vom traditionsreichen „Augustfehner Hof“ nehmen, der demnächst einem Großhandelszentrum weichen soll. Gefeiert wird im Innenhof und für die Musik sorgen Lothar Voigt und Verstärkung. Der Eintritt ist frei." Aus: Mittwochszeitung Ammerland vom 17.10.2007

In den Adressbüchern der 20er und 30er Jahre wird für Apen immer "kein Kino" angegeben.

Kinodaten

  • 1949-1950 Mitspielort des Siel-Theater Wilhelmshaven (Wilhelm Matthes)
  • 1952 °Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Inh: Alwin Brüggemann, Augustfehn, Hauptstr. 24.
  • 1953 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Inh: Alwin Brüggemann, PI. 350, 3-4 Tg., 4-5 V, tön. Dia, App. Ernemann, Vst. Klangfilm, Bühne 5x6
  • 1955 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Inh: Alwin Brüggemann, PI. 350, 3-4 Tg., 4-5 V., tön. Dia, App. Ernemann, Vst. Klangfilm, Bühne 5x6
  • 1956 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 14, Inh: Alwin Brüggemann, Pl: 400, 4-5 Tg., 6-7 V., App: Ernemann, Verst: Klangfilm
  • 1957 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 414, Inh: Alwin Brüggemann, Pl: 400, Best: ungepolstert, 4-5 Tg., 6-7 V., App: Ernemann, Lautspr: Klangfilm, Bildsyst: Br., Gr.-Verh: 1:1,85, Th.
  • 1958 °Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 414, Inh: Alwin Brüggemann, Pl: 400, ungepolstert, 4-5 Tg., 6-7 V., App: Ernemann, Lautspr: Klangfilm, Bildsyst: Br., Gr.-Verh: 1:1,85, Th.
  • 1959 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 414, Inh: Alwin Brüggemann, PI: 400, ungepolstert, 4-5 Tg., 6-7 V., App: Philips FP 56, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1960 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 414, Inh: Alwin Brüggemann Nachf. PI: 400, ungepolstert, 4-5 Tg., 6-7 V., App: Philips FP 56, Lichtquelle: Reinkohle, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35, Th., Var.
  • 1961 °Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 414, Inh: Alwin Brüggemann Nachf. PI: 400, ungepolstert, 4-5 Tg., 6-7 V., App: Philips FP 56, Lichtquelle: Reinkohle, Lautspr: Philips, Bild-u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Th., Var.
  • 1962 Augustfehner Lichtspiele, Hauptstr. 24, Tel: 414, P: Wilh. Grambart & Sohn oHG., Bad Zwischenahn, PI: 400, ungepolstert, 4-5 Tg., 6-7 V., Dia-N, App: Philips FP 56, Lichtquelle: Reinkohle, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Th., Var.
  • 1971 Lichttspiele, MO von 2905 Edewecht, Lsp. (Wilhelm Gramart & Sohn oHG)
  • 1993 Lichtspiele Augustfehn, 55 Plätze, 26689 Apen-Augustfehn, Hotel Augustfehner Hof, Inh: Nowak, Jürgen, 20251 Hamburg, Tarpenbeckstr.78