Apolda Kristallpalast

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Geschichte

Postkarte
  • Bis Anfang der 1990er Jahre gab es in Apolda zwei Kinos. Das 1914 mit 370 Sitzplätzen eingerichtete Union Theater war nach seiner Renovierung und dem Einbau einer Bar mit seinen 160 Plätzen 1988 eines der größeren Klubkinos der DDR, in dem neben Filmvorführungen auch andere Veranstaltungen geselliger Art angeboten wurden. Anfang der 1990er Jahre ging der Kristall-Palast mit seinen 666 Sitzplätzen an eine Kinokette und wurde ebenso wie das Union-Theater geschlossen. Seither gibt es in Apolda kein Kino mehr. aus: Wikipedia
  • 1886 kaufte der Uhrmacher Carl Nohr aus der Karlsstraße (heute: Goerdelerstraße) ein Stück Bauland an der Schillerstraße, um sich hier eine neue Existenz als Restaurateur aufzubauen. Nicht die kleine Kneipe, gleich ein großes Wohn- und Restaurationsgebäude mit angegliedertem Konzertsaal und einem Eingangsportal, das eher einem Triumphbogen glich, ließ er bauen. Beide Längsseiten des Saalbaues zierte eine Galerie, von der man einen guten Blick auf die mit klassizistischen Stuckelementen umrahmte Theaterbühne hatte. Für sein Etablissement, dessen Eröffnung am 1. August 1887 groß gefeiert wurde, wählte der ehemalige Uhrmacher den Namen „Kristall-Palast“. (Vielleicht in Anlehnung an den Glas-Bau, der bei der 1851 in London stattgefundenen Weltausstellung so bewundert wurde.) Vom ersten Tag an bot Carl Nohr seinen Gästen ein buntes Unterhaltungsprogramm, bei dem sich die Musen Thalia (Komödie), Terpsichore (Tanz), Polyhymnia (Gesang) und Euterpe (Musik) abwechselnd ein Stelldichein gaben. Davon inspiriert, feierten viele Apoldaer Vereine, wie der „Marineverein“, Radfahrerverein „Adler“, „Turnerverein Apolda“ e.V. und der Gesangverein „Cäcilia“ hier ihre Stiftungsfeste. Die Gartenwirtschaft ergänzte ab Sommer 1887 eine an der hinteren Grundstücksgrenze zur Gerbachei errichtete Musikhalle – speziell gedacht für das sonntägliche Frühschoppen-Konzert. Durch die Torüberbauung und Teilüberdachung des dahinterliegenden Hofraumes schaffte sich Nohr 1889 an der rechten Grundstücksseite zusätzlich einen Wintergarten. Trotz der vielen Arbeit, die er in das Unternehmen investierte, verließ Carl Nohr vier Jahre später seine Heimstätte in Richtung „Gasthaus zur Tanne“ am Markt. Vier der Nachfolger unterboten sich gegenseitig in der Kürze der Zeit, in der sie das Haus bewirtschafteten. Erst bei dem Stadtbrauerei-Besitzer Wilhelm Oettler aus Weißenfels beruhigte sich ab 10. Juli 1896 im „Kristall-Palast“ die wirtschaftliche Situation wieder. Hermann Immisch, bisher Oberkellner im Hotel „Zum Löwen“ in Greiz, bewarb sich als Pächter. Beide Herren bildeten über 20 Jahre ein gutes Team zum Wohle der Gäste.
    1919 war das Jahr, in dem der gesamte Kristallpalast-Komplex ein neues Gesicht bekam. Initiator dieser Veränderung war der nächste Besitzer Albert Neumann. Er krempelte das alte Konzert- und Theaterhaus mit Hilfe des Apoldaer Architekten Erich Hufeld vollkommen um und machte daraus ein modernes Lichtspiel-Theater mit 900 Sitzplätzen, 700 im Saal und 200 auf den Galerien. Auch die Gasträume im Vorderhaus wurden in das Projekt „Erneuerung“ mit einbezogen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, eine modern eingerichtete Speisegaststätte nebst Konzert-Café nach „Wiener Art“, sogar mit Portier. Nach Fertigstellung lud ab Oktober 1920 Herbert Habermann zum Besuch in die von ihm gepachteten gastronomischen Einrichtungen. Max Kallenberg löste Habermann 1925 ab. Mit der „Original Charles-King-Jazz-Kompanie“ spielte hier während seiner ersten Amtszeit eine tolle Haus-Kapelle.
    Vom 1. April 1931 bis 30. Mai 1933 hielt der ehemalige Oberkellner Carl Schoch aus dem Café „Sömmering“ die Geschäfte am Laufen, dann kehrte Max Kallenberg an seine alte Wirkungsstätte zurück. Im Hause verschmolzen Kino, Varieté, Café bzw. Speisewirtschaft, Musik sowie Tanz- und Theateraufführungen zu einer wunderbaren Symbiose.
    Ein Jahr nach Kriegsende, genauer gesagt am 1. August 1946, öffnete das Café „Kristall- Palast“ wieder seine Türen. Die oberen Räume über dem Eingang belegte der Kulturbund. Mit staatlichen Mitteln nach dem Unwetter 1953 renoviert, startete der „Kristall- Palast“ zum 28. August 1959 als HO-Gaststätte (HOG).
    Konzeptlosigkeit und fehlende fi nanzielle Mittel verhinderten das Überleben dieser alten Kulturstätte in der freien Marktwirtschaft. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Musen doch eines Tages in dieses Haus zurückkehren. aus: Detlef Thomaszczyk
  • "Crystall-Palast" respektive "Kristall-Palast Lichtspiele" in der Schillerstraße von Apolda. Das Gebäude, über viele Jahre Ballhaus, Varieté und Kino in einem, gehörte seinerzeit einem gewissen Albert Neumann. [1]
  • Zuletzt befand sich hier eine Spielothek. [2]
  • Thüringen Apolda - Kristall Palast. Am 12. Januar 2014 ist das Kino nach über 20 jährigem Leerstand eingestürzt. Dem Gebäude droht jetzt ein Totalabriss. Die Geschwister Kieft GbR aus Lübeck als Eigentümer will das Gebäude nun umgehend abreißen lassen. [3]

Kinodaten

  • 1920 Krystall-Palast-Theater, Schillerstr. 17, Fernsprech. 354, Gegr. 1908, (Sp. tägl.) 1100 Plätze, Inh: Albert Neumann, Schillerstr. 17, Fernspr. 354
  • 1921 Krystall-Palast-Theater, Schiller-Straße 17, F: 354, Gr: 1908, täglich, 1100 Plätze, Inh: Albert Neumann, Schillerstraße 17, F: 354
  • 1925 Krystall-Palast-Theater, Schillerstraße 17, F: 354. Gr: 1908, täglich, 1100 Plätze, Inh: Albert Neumann, Schillerstraße 17, F: 354
  • 1927 Kristall-Palast-Theater, Schillerstr. 17, Inh: Valentin Widera, Sptg: Täglich. Pr: Dienstag und Freitag. 1200 Plätze
  • 1928 Krystall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1919, täglich, 1140 Plätze, Inh: Valentin Widera, Jena, Gf: Hans Schönpark
  • 1929 Krystall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1920, täglich, 1140 Plätze, Inh: Valentin Widera, Jena, Gf: Hans Schönzart
  • 1930 Krystall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1914, täglich, Kap: 6 M, 1100 Plätze, Inh: Kurt Breter, Leipzig, Gf: Paul Kruppa
  • 1931 Krystall-Palast-Lichtspiele. Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1914, täglich, Kap: 6 M, T-F: Nadelton, 1100 Plätze, Inh: Vereinigte Kinobetriebsges. mbH, Leipzig, Gf: Paul Kruppa
  • 1932 Krystall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1914, täglich, Kap: 6 M., T-F: Licht- und Nadelton, 1000 Plätze, Inh: Vereinigte Kinobetriebsges. m. b. EL, Leipzig, Gf: Hans Schönzart
  • 1933 Krystall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1914, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Licht- und Nadelton, 1000 Plätze, Inh: Fritz Lotze
  • 1934 Krystall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1920, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Klangfilm, 867 Plätze, Inh: Frau Olga verw. Breter, Leipzig C 1, Gf: Dr. Ottinger
  • 1935 Kristall-Palast, 873 Plätze
  • 1937 Kristall-Palast-Lichtspiele, Schilleratraße 17, F: 770, Gr: 1920, täglich, 873 Plätze, Inh: Fritz Kasten, ebenda
  • 1938 Kristall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1920, täglich, 850 Plätze, Inh: Albert Neumann, Gf: Wolfgang Voigt
  • 1939 Kristall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1920, Inh: Albert Heumann, Gf: Wolfgang Voigt, 880 Plätze, täglich
  • 1940 Kristall-Palast-Lichtspiele, Schillerstr. 17, F: 770, Gr: 1920, 880 Plätze, täglich, Inh: Albert Neumann, ebenda, Gf: Wolfgang Voigt
  • 1941 Kristall-Palast-Lichtspiele, Schillerstraße 17, F: 770, Gr: 1920, 849 Plätze, täglich, Inh: Albert Neumann, ebenda, Gf: Wolfgang Voigt
  • 1949 Kristall-Palast, 850 Plätze
  • 1950 Filmbühne Kristall-Palast, Schillerstr. 17, Tel. 1049, 859 Plätze
  • 1988 Apolda, Kristallpalast, Schillerstr. 17, Tel: 2449
  • 1991 Kristallpalast, 550 Plätze, Apolda, Schillerstr. 17, Inh. Filmtheater Betriebs GmbH
  • 1992 Kristallpalast, 550 Plätze, Apolda, Schillerstr. 17, Inh. Kinoabspielstätte GmbH 2000 - Kieft -, Breite Straße 13, 2400 Lübeck 1
  • 1993 KRISTALLPALAST, 550 Plätze, 99510 Apolda, Schillerstr. 17, Tel. 03644/2494, Inh: Filmtheaterbetriebe Kieft, 23552 Lübeck, Breite Str. 60
  • 1995 Kristallpalast 550 Pl. 99510 Apolda, Schillerstr. 17, Tel.: 03644/2494 Inh.: Kieft & Kieft - Kino 2000 GmbH, 18055 Rostock, Breite Str. 3-5
  • 1997 Kristallpalast, 550 Plätze, 99510 Apolda, Schillerstr. 17, Tel: 03644/2494 Inh: Kieft & Kieft Filmtheater GmbH 23552 Lübeck, Mühlenbrücke 11

Weblinks