Böblingen Metropol

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Geschichte

  • Seinen Zwillings-Häusern „Central" und „Rex" am Rathausplatz in Sindelfingen hat Theaterbesitzer Erich Eppler, nunmehr im nahen Böblingen das neue „Metropol" beigegeben, das in einen großen Geschäftsbau am dortigen Postplatz eingeschlossen ist. Für den Architeken Reinhold Aumüller, Böblingen, der die Planung durchzuführen und den Rohbau zu erstellen hatte, gab es eine interessante Aufgabe zu bewältigen, denn nur die Kassenhalle befindet sich ebenerdig am Postplatz, während Foyer und der Theatersaal unterirdisch im Rückgebäude liegen und die Ausgänge zu der wieder höher gelegenen Kelterstraße führen. — Die ersten Pläne für das neue Gebäude wurden schon im Frühjahr 1956 gemacht. Zahlreiche Schwierigkeiten verzögerten allerdings den Baubeginn, so daß, abgesehen von den Ausschachtungsarbeiten, erst am 15. November letzten Jahres mit dem eigentlichen Kinobau begonnen werden konnte. Bestimmend für den Eindruck des Besuchers ist die großzügige Raumgestaltung mit originellen Einzelheiten der Innendekoration, die überwiegend nach eigenen Ideen der Hausherrschaft Eppler und sogar in deren eigener Regie ausgeführt wurden. Eine mit rotem Marmor belegte Treppe führt von der oberen Kassenhalle zum Foyer hinab, das zur optischen Vergrößerung des Raums eine 5 m breite Spiegelwand besitzt und in dem ein kleinen Springbrunnen plätschert. Im Zuschauerraum selbst wird der zwingende Eindruck vor allem durch große, unregelmäßige Wandflächen in der Farbkombination blau, gelb, rot hervorgerufen. Neon-Leuchtringe und -Spiralen strahlen hübsche Effekte aus. Die Steilanordnung des vornehmen Kamphöner-Gestühls (dunkle Holztönung und helle Polsterung) bringt ausgezeichnete Sicht auf die mehr als 10 m breite Bildwand, die zu der von Zeiss Ikon-Kinotechnik Otto Jaensch, Stuttgart-Berg, komplett gelieferten Bild-Ton-Ausrüstung {mit 2 Ernemann IX, Xenosol 2000 W. Dominar Variant 515 und Ikovox A) gehört. Von einem, im Zuschauerraum eingebauten Steuerpult aus können alle technischen Vorgänge wie Tonregulierung, Beleuchtung, Beheizungkönnen alle technischen Vorgänge wie Tonregulierung, Beleuchtung, Beheizung und Belüftung zentral gesteuert werden. — Bei der durch den Hausherrn E. Eppler eröffneten Einweihungfeier fand auch Bürgermeister Brumme freundliche Geleitworte für Böblingens nunmehr viertes Filmtheater. Er hielt es für wesentlich, daß dieses schön ausgestattete Haus die Konkurrenz des Fernsehens bezwingen kann. Auf dieses Moment wies auch der Pressereferent des WdF BW, Walter Hanns Zeller, hin, der — nach dem Bericht des „Böblinger Boten" — anführte, daß der Film den Aufstieg von der Schaubude zum „Theater des Volkes" zwar glänzend hinter sich gebracht habe, — heute aber eben andersgearteten Verhältnissen gegenüberstehe. „Nicht nur wegen des Fernsehens, sondern auch wegen eines gewandelten Lebensstils. Wenn trotzdem neue Theater gebaut würden, so sei das eben ein Zeichen dafür, daß der Film nicht kapituliere! Er müsse, freilich seinem Publikum jeglichen Komfort bieten, attraktive Filme zeigen und eindrucksvolle Effekte bringen. Sogar Schiller wurde vom Redner noch bemüht, der mit dem Zitat: „Mußt ins Breite Dich entfalten, — soll sich Dir die Welt gestalten ...!", dem verwundert aufhorchenden Publikum als eine Art Prophet des Breitwandfilms vorgestellt wurde. Das Filmtheater 1-2/1959
  • Im Jahre 1960 kommt noch das Metropol am Postplatz hinzu. aus: Die Kinos in Böblingen
  • Überlegungen zu einer unerläßlichen Rationalisierung und einer gewissen Marktbereinigung haben die Filmtheaterbetriebe Otto Bauer KG in Böblingen und Erich Eppler in Sindelfingen — unter wesentlicher Mithilfe der Vorstandschaft und der Geschäftsführung des WdF BW als freiwillig anerkannte Verbandsschiedstelle — zusammengeführt, um einen endgültigen Austausch des Bauer'schen „Filmtheater" in Sindelfingen gegen Eppler's „Metropol" in Böblingen zu vollziehen. Damit haben sich in einem wohlausgewogenen Abkommen die beiden Unternehmen ein unbestrittenes Monopol an ihren Plätzen (in Böblingen: die Otto Bauer KG mit 4 Theatern und über 1900 Sitzplätzen — in Sindelfingen: Erich Eppler mit 3 Betrieben und 1350 Plätzen) gesichert und sich auch von einigen Schwierigkeiten beim Abschluß- und Dispositionsgeschäft befreit. Das „Filmtheater" in Sindelfingen wie auch das „Metropol" in Böblingen waren für kurze Frist geschlossen, um den Austausch der kinomaschinellen Einrichtungen und den reibungslosen Anschluß an die jeweilige örtliche Betriebsgelmeinschaft durchzuführen, sind aber bereits — das Sindelfinger Filmtheater nunmehr als „Royal" wieder in Betrieb. Das Filmtheater 4/1960
  • Nach z. T. eigenen Entwürfen der Familie Eppler wurde am zentral gelegenen Postplatz in Böblingen (Wttbg.) das Metropol, ein 500-Platz-Theater, errichtet. Die Rohbauausführung stammt von Architekt Reinhold Aumüller. Inhaber Erich Eppler besitzt damit das dritte Filmtheater, die beiden anderen liegen in Sindelfingen. Die technische Einrichtung lieferte Zeiss Ikon-Kinotechnik Otto Jaensch, Stuttgart. Von einem im Zuschauerraum eingebauten Steuerpult aus können alle technischen Vorgänge (Tonregulierung, Beleuchtung, Heizung und Belüftung) zentral gesteuert werden. Der neue Film 36/1959

Kinodaten

  • 1959 "Metropol" Postplatz, I: Sofie Eppler, Sindelfingen, Rathausplatz Pl; 500, Best: Kamphöner, 7 Tg., 14 V., 2-3 Spätvorst., tön. Dia, App: Zeiss Ikon, Lautspr: Zeiss Ikon, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1960 „Metropol" Postplatz, I: Sofie Eppler, Sindelfingen, Rathausplatz Pl: 500, Best: Kamphöner, 7 Tg, 14 V, 2-3 Spätvorst, tön. Dia, App: Zeiss Ikon, Lautspr: Zeiss Ikon, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 „Metropol" Postplatz 2, Tel: 5014, !: Otto Bauer KG. PI: 415, Best: Kamphöner, 7 Tg, 10 V, tön,. Dia-N, App: Bauer B 14, Lichtquelle: Xenon, Verst: Klangfilm, Lautspr: Eurodyn, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 „Metropol" Postplatz 2, Tel: 5014, I: Otto Bauer KG. PI: 415, Best: Kamphöner, 7 Tg., 10 V., tön,. Dia-N, App: Bauer B 14, Lichtquelle: Xenon, Verst: Klangfilm, Lautspr: Euro- dyn, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1971

Weblinks