Bad Dürkheim Union-Theater

Aus Kinowiki
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Geschichte

Am 28. Oktober 1912 genehmigte der Stadtrat den Schaustellern Uhlemann und Kühn ein Kino bis zum 1. März 1913 zu betreiben. Um eine langfristige Konzession bemühten sich die Kinobetreiber wohl nicht und spielten munter weiter. Im Jahr 1920 forderte sie die Stadt auf, endlich die Bedingungen zu schaffen, die nach der Reichsfilmordnung für eine Konzession notwendig sind. Die Baupolizeilichen Maßgaben konnten aber nicht erfüllt werden, der Hinterhof mit dem Kinosaal war einfach zu klein für ausreichende Fluchtwege etc. Im Stadtarchiv Bad Dürkheim sind mehrere Ordner mit Mängellsiten aus den 20er und 30er Jahren vorhanden. Einerseits konnte die Stadt aufgrund der Mängel keine entgültige Konzession erteilen, andererseits wollte man das einzige Kino auch nicht schließen. In den 30er Jahren entschloss man sich ein neues Kino zu errichten, es gab auch genügend Interessenten. Jedoch musste in Nazi-Deutschland jedes neue Kino von der Reichsfilm-Kammer genemigt werden, diese war aber der Meinung ein Kino reicht für die Kleinstadt. Im Jahr 1939 konnte endlich die Kinobetreiber Kühn überzeugt werden, ihr Kino umzubauen, damit die Vorschriften erfüllt würden. Vermutlich wurde vor dem Krieg nichts mehr daraus, die Vergrößerung des Saals auf 450 Plätze ist erst 1954 vermerkt, auch existieren Mängelberichte der Polizei von 1946, die das Kino in einem "sehr dürftigen Zustand" beschreiben, einzig die Ernemann sei modern und entsprächen den Vorschriften.

Das Kino wurde wohl im Krieg nicht beschädigt und konnte recht bald den Betrieb wieder aufnehmen, 1947 gab es Probleme mit Jugendlichen, die sich bei der Französischen Wochenschau abfällig über einen geraden verstorbenen General äußerten, was der Besatzungsmacht natürlich mißfiel.

Da ein Kino für eine Stadt mit 10000 Einwohnern wirklich zu wenig war, wurde die Baugenehmigung von J. Baginski über die Errichtung eines Neubaus mit Kino genemigt, die Kur-Lichtspiele wurden 1954 eröffnet. Anfang der 60er Jahre übernahm Herr Baginski auch das Union-Theater, nun mit dem Namen Central-Theater das bis 1984 [1] betrieben wurde.

Unklar ist, ob das Kino neu gebaut wurde, oder es es sich nur um einen Umbau , wie 1939 geplant, handelt. Jedenfalls ändert sich die Hausnummer von 36 1941 in 29 1952.

Bilder

Bad Dürkheim Union.jpg
Bauplan von 1939

Kinodaten

  • Die Kinos in Bayern 1917/18: Union-Kinotheater, Inh. Julius Kühn
  • 1917 Union Kinotheater, Inh.: Julius Kühn.
  • 1920 Union-Theater, Kaiserlauternerstr. 34 — (Sp. Sonnabend, Sonntag, Montag) 200 Plätze Julius Kühn, Wormserstr. 49
  • 1932-1934 Union-Theater, Kaiserslauterner Straße 36, Gr: 1912, 3 Tage 240 I: Julius Kühn Wwe., Wormser Straße 49
  • 1937
  • 1940 Union-Theater, Kaiserslauterner Straße 36, Gr: 1912 250 / 3—4 Tg. I: Julius Kühn Wwe., ebenda
  • 1941 Union-Theater, Kaiserlauterer Straße 36, Gr: 1912, VS 250/3-4 Tg I: Käthe Kühn, Leidstadterstraße 1 a
  • 1949 Union-Theater Inh.: Käthe Kühn.
  • 1950 Union-Lichtspiele I: Katharina Kühn, Bad Dürkheim, Leistadterstr. Ia, Gf.: Karlheinz Hoffmann. Bad Dürkheim, Leistadterstr. Ia. 450 Pl.. 7 To., 1 V., Dia; App.: Ernemann IV u. VII B, Vst.: Lorenz; Th. ja,
  • 1952-1955 Union-Theater Kaiserslauterer Str. 29, Tel. 544, I. Katharina Kühn, Leistadter Str. la, Gf. Karlheinz Hoffmann, Leistadter Str. la Pl. 446, 7 Tg., 7—10 V., tön. Dia, App. Ernemann VII, Vst. Lorenz, Th.
  • 1956 Union-Theater Kaiserslauterer Str. 29, Tel: 544, Postanschr: Kath. Kühn, Leistadterstr. la, I: Kath. Kühn, Gf: Karlheinz Hoffmann PI: 460, Best: Löffler, teilw. Flach- u. Hochpolster, 7 Tg., 11 V., tön. Dia, App: 2 Ernemann X, Verst: Dominar, Bildsyst: Normal, Breitwand
  • 1971 Central-Theater Kaiserslauterner Str. 29,T: 2425 I: Georg u. Irina Baginski, 460 P.