Bremerhaven Koki

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Geschichte

Der Verein Kommunales Kino (KoKi) Bremerhaven existiert seit 1983. Eine kleine Gruppe filmverrückter Idealisten traf sich im damaligen Kulturkeller der alternativen Szene, im »RoterSand«, das seinen maritimen Namen der unmittelbaren Hafennähe verdankte.

1990 zog das KoKi gemeinsam mit dem Kulturzentrum ins Stadtbad um, wo die Filme — wie bisher — unter rustikalen Kintopp-Bedingungen vorgeführt wurden. Der Projektor rauschte, die Leinwand wurde herbeigetragen, die Sitzgelegenheiten waren die Klappstühle der Kneipe.

1995 — mit der Schließung des Kulturzentrums RoterSand im Stadtbad — wechselte das KoKi ins Atlantis. Das Etagen-Kino in der Hafenstraße, 1954 eröffnet, war Bremerhavens traditionelle Spielstätte für anspruchsvolle Filme. Die Zusammenarbeit zwischen der in Hamburg ansässigen UNION-Kinobetriebsgesellschaft, die alle Kinosäle der Stadt betreibt, und dem Verein von Filmenthusiasten begann als bundesweit einmaliges Modell. Seitdem zeigte das KoKi Bremerhaven einmal wöchentlich, jeden Mittwoch (18.00 Uhr und 20.30 Uhr), einen derjenigen Filme, die ansonsten im Kinoangebot der Stadt keine Chance haben.

Als das Atlantis im Dezember 2000 geschlossen wurde, schrieb Rainer Donsbach in der Nordsee-Zeitung: »Fast alle Filme, die der Verein dort einmal wöchentlich präsentierte, hätten die Stadt ohne das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder nie erreicht. ›Wir haben immer darauf gesetzt, dass es auch in Bremerhaven ein Publikum für anspruchsvolle Filme gibt‹, meint KoKi-Vorsitzender Bernd Glawatty. Auch wenn es einige Zeit gedauert habe, bis sich die Qualität des Programms herumgesprochen habe, sei der KoKi-Mittwoch zu einer festen Institution geworden. Jüngstes Highlight: Das in Cannes mit zwei Goldenen Palmen ausgezeichnete Melodram ›Dancer in the dark‹ mit der isländischen Pop-Diva Björk, das in beiden Vorstellungen ausverkauft war. Die Treppe herunter bis auf die Straße hatte die Schlange auch bei ›Die Asche meiner Mutter‹ gereicht, den die Seestadt-Zuschauer sonst genauso wenig zu Gesicht bekommen hätten, wie die neuen Werke von Martin Scorsese, Milos Forman, Michael Mann, Jim Jarmusch und Steven Soderbergh.« (NZ v. 13. Dezember 2000)

Seit Januar 2001 war das KoKi im Apollo-Filmtheater in der Georgstraße beheimatet, meist im kleineren der beiden Säle (Apollo 2), gelegentlich — bei absehbar größerem Zuspruch — auch im Apollo 1. Zur Apollo-Premiere des Koki wurde mit dem technisch aufpolierten Hitchcock-Klassiker ›Das Fenster zum Hof‹ ein Wunschfilm des Stammpublikums gezeigt. »Mit ihm wurde auf besondere Art noch einmal dem alten Spielort Referenz erwiesen: Der 1954 gedrehte Thriller entstand genau in jenem Jahr, in dem das Atlantis eröffnet wurde.« (NZ vom 13. 12. 2000)

Der Umzug von Lehe nach Geestemünde hat glücklicherweise nicht zu dem anfangs befürchteten Publikumsrückgang geführt. Im Gegenteil: Die neue Lage hat dem KoKi neue Publikumskreise erschlossen. Da der Saal (120 Plätze) außerdem erheblich kleiner ist als im Atlantis, muss öfter mit ausverkauften Vorstellungen gerechnet werden. Quelle: koki Im Jahr 2007 schloss das Apollo.

2007 zog das Koki in das neu eröffnete "Kino am Havenhaus" (heute Cinemotion) um.

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