Burghausen Anker-Filmtheater: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
K
K
 
Zeile 1: Zeile 1:
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
 
Ein drittes Lichtspieltheater entsteht in Burghausen, Oberbayern. Den Entwurf lieferte der einheimische Architekt [[Fröhlich]]. Das neue Haus wird 450 Besucher fassen und dem modernsten Stand der Technik entsprechen: geschmackvolle Inneneinrichtung, hochwertige Bild- und Tontechnik, Ölheizung und Klima-Anlage. Als Pächter wurde [[Theodor Herrmann]], Kinobesitzer in Waldstatt-Pocking, eingesetzt. Er stammt aus dem Sudetenland und kann auf eine 48jährige Tätigkeit in der Kinobranche zurückblicken. [[Der neue Film|Der neue Film 26/1954]]
 
Ein drittes Lichtspieltheater entsteht in Burghausen, Oberbayern. Den Entwurf lieferte der einheimische Architekt [[Fröhlich]]. Das neue Haus wird 450 Besucher fassen und dem modernsten Stand der Technik entsprechen: geschmackvolle Inneneinrichtung, hochwertige Bild- und Tontechnik, Ölheizung und Klima-Anlage. Als Pächter wurde [[Theodor Herrmann]], Kinobesitzer in Waldstatt-Pocking, eingesetzt. Er stammt aus dem Sudetenland und kann auf eine 48jährige Tätigkeit in der Kinobranche zurückblicken. [[Der neue Film|Der neue Film 26/1954]]
 +
 +
----
 +
2019: Zirkusdirektor oder Platzanweiser im Kino – das waren die Berufswünsche des jungen Hans Steindl, verriet der Bürgermeister seinen Stadtratskollegen bei der Besichtigung des ehemaligen Anker-Kinos. Zirkusdirektor sei er ja nun, bescheinigten diese ihm schmunzelnd – und die Möglichkeit, sich als Platzanweiser zu betätigen, bietet sich dem Stadtoberhaupt nun im eigenen Kino. Als sich ihm vor zehn Jahren die Möglichkeit bot, das Haus am Stadtplatz zu erwerben, hatte er zugegriffen. Vordringlich ging es dem begeisterten Cineasten darum, das unter Denkmalschutz stehende Kino zu bewahren, dessen Innenausstattung inklusive der Deckenfresken von Junghans noch im Original von 1953 erhalten ist.
 +
 +
Nachdem Ende 2018 der Kinobetrieb eingestellt wurde, haben die Steindls einiges verändert: „Wir haben rund 120.000 Euro investiert, wohlgemerkt ohne dafür Zuschüsse bei Denkmalfonds oder bei der Wifög beantragt zu haben.“ Wesentliche Neuerung ist der WC-Bereich im Kellergeschoss. Die ehemaligen WCs im Barbereich wurden zu Lager- bzw. Wirtschaftsräumen umfunktioniert. Im Kinosaal wurde die Zahl der Sitzplätze von 240 auf 160 reduziert. Damit wurde Raum für Tische und Stehtische geschaffen, was neue Veranstaltungsmöglichkeiten eröffnet. Die digitale Kinotechnik wurde vom Vorbesitzer abgelöst und kann bedarfsweise aus Beständen der ausrangierten Stadtsaal-Technik ergänzt werden. Im Eingangsbereich soll die bewegte Geschichte des Hauses dokumentiert werden: Es war Perückenmacherhaus, Gastwirtschaft, hieß später „Zum Goldenen Anker“ und brannte 1866 komplett ab. Der neu errichtete „Goldene Anker“ war DER Treff für das gesellschaftliche Leben in Burghausen.
 +
 +
Die Stadt Burghausen wird den Ankersaal mit Unterstützung von einigen Sponsoren ab 1. März anmieten. Ab dann wird es in einem neuen Konzept zwei Programmzyklen jeweils im Frühjahr und Herbst geben, die ausgewählte Filme, Konzerte, Matineen, Lesungen, Theater, aber auch Sonderveranstaltungen umfassen. Auch für Firmen- oder Privatevents kann der neue Ankersaal bei der Stadt angemietet werden. Die Betreuung des Ankersaals wird von ehrenamtlichen Cineasten und den Mitarbeitern des städtischen Kulturbüros übernommen. Burghauser Schulen, Vereine, vhs u.ä. sollen kostenfreie Nutzungsmöglichkeiten erhalten. [https://www.wochenblatt.de/kultur/altoetting/artikel/276057/kein-popcorn-aber-filme-musik-mehr#gallery&2591&2&276057]
 
==Weblinks==
 
==Weblinks==
*[http://www.filmbuero.de/ zum Kino]
 
 
*[http://www.kinoliste.com/kinoliste/kinoliste.php?kino=453 www.kinoliste.com]
 
*[http://www.kinoliste.com/kinoliste/kinoliste.php?kino=453 www.kinoliste.com]
 
==Kinodaten==
 
==Kinodaten==

Aktuelle Version vom 10. Juni 2019, 12:58 Uhr

Geschichte

Ein drittes Lichtspieltheater entsteht in Burghausen, Oberbayern. Den Entwurf lieferte der einheimische Architekt Fröhlich. Das neue Haus wird 450 Besucher fassen und dem modernsten Stand der Technik entsprechen: geschmackvolle Inneneinrichtung, hochwertige Bild- und Tontechnik, Ölheizung und Klima-Anlage. Als Pächter wurde Theodor Herrmann, Kinobesitzer in Waldstatt-Pocking, eingesetzt. Er stammt aus dem Sudetenland und kann auf eine 48jährige Tätigkeit in der Kinobranche zurückblicken. Der neue Film 26/1954


2019: Zirkusdirektor oder Platzanweiser im Kino – das waren die Berufswünsche des jungen Hans Steindl, verriet der Bürgermeister seinen Stadtratskollegen bei der Besichtigung des ehemaligen Anker-Kinos. Zirkusdirektor sei er ja nun, bescheinigten diese ihm schmunzelnd – und die Möglichkeit, sich als Platzanweiser zu betätigen, bietet sich dem Stadtoberhaupt nun im eigenen Kino. Als sich ihm vor zehn Jahren die Möglichkeit bot, das Haus am Stadtplatz zu erwerben, hatte er zugegriffen. Vordringlich ging es dem begeisterten Cineasten darum, das unter Denkmalschutz stehende Kino zu bewahren, dessen Innenausstattung inklusive der Deckenfresken von Junghans noch im Original von 1953 erhalten ist.

Nachdem Ende 2018 der Kinobetrieb eingestellt wurde, haben die Steindls einiges verändert: „Wir haben rund 120.000 Euro investiert, wohlgemerkt ohne dafür Zuschüsse bei Denkmalfonds oder bei der Wifög beantragt zu haben.“ Wesentliche Neuerung ist der WC-Bereich im Kellergeschoss. Die ehemaligen WCs im Barbereich wurden zu Lager- bzw. Wirtschaftsräumen umfunktioniert. Im Kinosaal wurde die Zahl der Sitzplätze von 240 auf 160 reduziert. Damit wurde Raum für Tische und Stehtische geschaffen, was neue Veranstaltungsmöglichkeiten eröffnet. Die digitale Kinotechnik wurde vom Vorbesitzer abgelöst und kann bedarfsweise aus Beständen der ausrangierten Stadtsaal-Technik ergänzt werden. Im Eingangsbereich soll die bewegte Geschichte des Hauses dokumentiert werden: Es war Perückenmacherhaus, Gastwirtschaft, hieß später „Zum Goldenen Anker“ und brannte 1866 komplett ab. Der neu errichtete „Goldene Anker“ war DER Treff für das gesellschaftliche Leben in Burghausen.

Die Stadt Burghausen wird den Ankersaal mit Unterstützung von einigen Sponsoren ab 1. März anmieten. Ab dann wird es in einem neuen Konzept zwei Programmzyklen jeweils im Frühjahr und Herbst geben, die ausgewählte Filme, Konzerte, Matineen, Lesungen, Theater, aber auch Sonderveranstaltungen umfassen. Auch für Firmen- oder Privatevents kann der neue Ankersaal bei der Stadt angemietet werden. Die Betreuung des Ankersaals wird von ehrenamtlichen Cineasten und den Mitarbeitern des städtischen Kulturbüros übernommen. Burghauser Schulen, Vereine, vhs u.ä. sollen kostenfreie Nutzungsmöglichkeiten erhalten. [1]

Weblinks

Kinodaten

  • 1952-1955 Anker-Lichtspiele Stadtplatz 41/42, Tel. 789, P. Theodor Herrmann Pl. 400, 7 Tg., 10 V., tön. Dia, App. Ernemann IX, Vst. Zeiss Ikon Dominar M 2, Str. G. 45 Volt, 50 Amp., O.
  • 1956 Anker-LichtspieleStadtplatz 41/42, Tel. 789, Postanschr.:desgl., P. Theodor HerrmannPl. 400, Best. Karl Franz, Westendorf,gepolstert, 7 Tg., 10 V., 1 Matinee-Vorst.,App. Zeiss Ikon, Ernemann IX, Verst. ZeissIkon, Dominar M II, tön. Dia, Str. W.220/380 Volt, Bild- u. Tonsyst.: CinemaScope, Lichtton, Breitwandart: Ideal II,Gr.Verh. 1:1,8, 1:1,5, 1:2,35
  • 1957 Anker-Lichtspiele Stadtplatz 41/42, Tel: 789, P: Theodor Herrmann Pl: 420, Best: Franz Karl, Westendorf, gepolstert, 7 Tg., 10 V., 1 Matinee/Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann IX, Verst: Zeiss Ikon Dominar M II, Bildw.-Abm: 4x5,5, 3,8x8,5
  • 1958 °Anker-Lichtspiele Stadtplatz 41/42, Tel: 789, P: Theodor Herrmann Pl: 420, Best: Karl, Westendorf, gepolstert, 7 Tg., 10 V., 1 Mat.-/Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann IX, Verst: Zeiss Ikon Dominar M II
  • 1959-1962 Anker-Lichtspiele Stadtplatz 41/42, Tel: 789, I: Marta Herrmann Pl: 400, Best: Karl, Westendorf, gepolstert, 7 Tg, 9-10 V, 1 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia-N, App: Ernemann IX, Lichtquelle: Reinkohle, Becklicht, N