Burglengenfeld Teli-, Rößl-Lichtspiele

Aus Kinowiki
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Geschichte

Schneidermeister Josef Geigl, gründete 1929 die Rößl Lichtspiele im Geigl-Haus am Marktplatz 23 (heute sind ein Reisebüro und eine Versicherung drin).
Als Kino diente der Saal des früheren Wirtshauses am Marktplatz „Zum schwarzen Rößl“, daher der Name Rößl Lichtspiele. „Begonnen wurde“, so Raimund Geigl, „mit einem Stummfilm-Projektor Ernemann II, der später auf Ton nachgerüstet wurde.“ 1935 wurde eine „Kinomaschine“ der Marke Zeiss hinzugekauft; diese war, mit Ende der Ära Stummfilm, bereits für Tonfilm gerüstet. Anfänglich wurde ein Filmvorführer aus Regensburg beschäftigt, da man eine Filmvorführ-Prüfung benötigte. „Später legte mein Vater Josef Geigl, der 1939 das Kino übernahm und ebenfalls Scheidermeister war, in Dresden diese Filmvorführerprüfung ab.“ Wie aber kamen Großvater und Vater überhaupt auf die Idee, statt mit Nadel und Faden nun mit flackernden Bildern auf Zelluloid ihr Geld zu verdienen? Der 67-jährige Nachfahre lächelt: „Mei, das waren halt Fantasten....“Kurz vor dem Kriegsende wurde das Kino geschlossen, war dann Flüchtlingslager, Tauschzentrale und bis 1956 zur Herstellung von Flugzeugteilen der Firma Dahmen angemietet. (...)
Im Dezember 1957 war dann in Burglengenfeld „Premiere“ mit dem Film „Nachts im grünen Kakadu“ mit Marika Rökk.
Für einige Zeit muss es dann in den 50er-Jahren im kleinen Burglengenfeld vier Kinos gleichzeitig gegeben haben: Neben dem Teli noch den Pfälzerhof des Abensberger Kuchlbauer-Bräus Michael Salleck, das „Rex“ von Robert Wein in der Hauptstraße und das Kino beim TV, das aber nach Eröffnung des Teli bald geschlossen wurde.(...)
Nach den plötzlichen Tod von Raimund Geigls Vaters am Faschingssamstag 1974 wurden die Teli Lichtspiele dann aufgegeben. Robert Wein, der Besitzer des Rex, starb schon in den 60ern, erinnert sich Geigl. Und Michael Salleck starb kurz nach seinem Vater, das Kino Pfälzerhof wurde noch im selben Jahr aufgegeben. Somit war die Kino-Ära in Burglengenfeld im Jahre 1974 beendet. [1]

Kinodaten

  • 1930 Rößl-Lichtspiele, Hauptstr. 265, Gr: 1929, 3 Tage 100 I: Josef Geigl, ebenda
  • 1931-1933 Rößl-Lichtspiele, Marktplatz 23, Gr: 1929f 3 Tage. Kap: Mech, Musik 100 I: Josef Gedgl, ebenda
  • 1937 Rößl-Lichtspiele, Marktplatz 23, Gr: 1929, 1 Tag 102 I: Josef Gedgl, ebenda
  • 1938 Filmtheater Marktplatz, Marktplatz 23, Gr: 1929, 3 Tage 102 I: Josef Gedgl, ebenda
  • 1940 Filmtheater Marktplatz, Marktplatz 23, Gr: 1929 122/1—2 Tg I: Josef Geigl, ebenda
  • 1941 Filmtheater Marktplatz, Marktplatz 23, Gr: 1929, B: 2,15x2,85 m 108/3 Tg. I: Josef Geigl, ebenda
  • 1950 Pfälzer Lichtspiele Marktplatz 2, Tel. 155, I. u. Gf: Michael Salleck, Dipl.-Ing., Abensberg/Ndb. 520 Pl. 7 Tg., 1—2 V., Dia; App.: Ernemann VII B, Vst.: Junior-Klarton, Str.: D. 220/380 Volt, 50 Amp.; Bühne 7,2x4,25 x6, Th. ja, O. ja.
  • 1961 Teli-Lichtspiele Marktplatz 23, Vers.-Bf: Burglengenfeld, Postanschr: Burglengenfeld Schließfach 27, P: Kunigunde Geigl PI: 100, Best: Karl, Westendorf, 7 Tg, 9 V, 1 Spätvorst, tön. Dia, App: Zeiss Ikon, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bildu. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 Teli-Lichtspiele Marktplatz 23, Vers.-Bf: Burglengenfeld, Postanschr: Burglengenfeld Schließfach 27, P: Kunigunde Geigl PI: 100, Best: Karl, Westendorf, 7 Tg., 9 V., 1 Spätvorst., tön. Dia-N u. Br, App: Zeiss Ikon, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL