Chemnitz Metropol

Aus Kinowiki
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Geschichte

Zustand 2013
Foto 2007, gravitat-OFF
Zustand 1990
Zustand 1990
Postkarte 1913

"Der alte Bau des Metropol-Kinos steht ein wenig trutzig an der Zwickauer Straße. Dort am heutigen Tag ist es mehr als nur ein auffälliges Haus. Das "Metropol" ist sozusagen steinernes Geburtstagskind …

Vor dem ersten Weltkrieg besaß Chemnitz zwar ansehnliche Spielstätten für Oper, Schauspiel und Operette. Jedoch, es fehlte der Stadt an einer attraktiven Kleinkunstbühne. Und diese entstand dann ein Jahr vor Kriegsbeginn an der Zwickauer Straße 11, gegenüber vom Central-Theater. Sie wurde 1912/13 von einer GmbH, die am 7. März 1922 in eine AG umgewandelt wurde, Plänen des Chemnitzer Architekten Wenzel Bürger in Kombination von Hotel-, Variete-Theater- und Restaurationsbetrieb errichtet.

Die Stadtverwaltung erteilte dazu folgende Auflage: "Es sollten darin nur lustige, bunte Abende arrangiert und dazu Kabarett, moderne Tanzakte, musikalische Nummern herangezogen, kurzum eine Genre gepflegt werden, das mit dem Variete nicht direkt kollidiert." Ergebnis: Es entstand ein stattlicher Bau mit einer kunstsinnigen Innengestaltung.

Die Eröffnung der "Metropol-Künstlerspiele" erfolgte dann am 23. September 1913 mit "14 großen Debüts" deutscher und internationaler Stars. Die zeitgenossische Einschätzung besagte: "Schönste und elegantste Kleinkunstbühne Sachsens mit Kabarettcharakter und als solche eine Sehenswürdigkeit für Chemnitz". Später, in den "goldenen Zwanzigern" wurde das "Metropol" unter seinem Direktor Hermann Blum zu einem echten Publikumsmagnet. Doch als der Film der zwanziger/Anfang der dreißiger Jahre eine günstigere Rendite versprach, wandelte die AG das Metropol-Theater in ein Lichtspieltheater mit 600 Plätzen um, das 1936 seinen Betrieb aufnahm.

Bei den Luftangriffen auf Chemnitz im Jahre 1945 trug das Haus schwere Schäden davon. Nach 18-monatigem Wiederaufbau unter Leitung des Adelsberger Architekten Resse, wobei das Gebäude um eine Etage "verkürzt" wurde, erfolgte am 22. April 1947 die Wiedereröffnung der Metropol-Lichtspiele als nunmehr neuntes Kino der Stadt. Zur Aufführung kam damals der erste Defa-Farbfilm "Die Fledermaus".

Nach der Wende bekam die Ufa AG nach erfolgter Reprivatisierung das "Metropol" zurück, doch sie konnte das Haus nicht nachhaltig betreiben und beendete den Spielbetrieb am 30. April 1998. Nach viermonatiger Schließzeit mietete sich das Hamburger Unternehmen "Kino! Kino! Entertainment" (KKE) ein, eröffnete es am 3. September 1998 als Sparpreiskino mit 370 Plätzen und bespielte es bis Dezember 2005.

Text: WOLFGANG BAUSCH Zeitung: "Freie Presse" Ausgabe 23.09.2003, zitiert aus http://www.metropol-chemnitz.de/; Nachträgliche Korrekturen von Evelin Paulat

Sieben Jahre betrieb die Hamburger Firma KKE das Haus als Sparpreiskino, um sich Ende 2005 aus Chemnitz zurückzuziehen. Aber bereits nach 12 Tagen Schließzeit mit einer umfangreichen Sanierung aller Kinoräume eröffnete eine Chemnitzerin, Frau Evelin Paulat, als private Betreiberin das „METROPOL Chemnitz“ erneut.

Start ins Digitalzeitalter mit 99 Jahren: Metropol Chemnitz installiert Digitaltechnik. Noch vor dem 99. Geburtstag wurde im imposanten Chemnitzer Metropol-Filmtheater die zeitgemäße Digitaltechnik in Betrieb genommen. Ende Juli konnte das altehrwürdige Lichtspielhaus erstmals einen Kinofilm digital vorführen. [Paulat]

Im Jahr 2016 übernahm Maret Wolff das Kino.[1]


Eröffnung: 1932, Bauherr: 1912 Lichtspielhaus GmbH, Chemnitz. Architekten: 1912/13 Wenzel Bürger (Chemnitz), 1932 O. Fuchs (Rabenstein) 1945 H. Reusse (Chemnitz), 1959 Barthel (Zwickau). Nutzung: als Variete mit Hotel errichtet; heute Kinonutzung und Wohnungen. Carola Zeh

Weblinks

Kinodaten

  • 1917 Metropol-Theater, GmbH, Zwickauerstr. 11
  • 1918 Metropol-Theater, Zwickauerstr. 11, Fernsprecher: 1610, 468 Plätze, Inh: GmbH, Direktor: Leo Spelthahn, Heinr.-Beck-Str. 64
  • 1920 Metropol-Theater, Zwickauerstr. 11 (Sp. tägl.) 227 Plätze, Inh: GmbH, Direktor: Leo Spalthahn, Heinr. Beckstr. 64
  • 1933 Filmpalast Metropol, Zwickauer Str. 11, F: 31079, Gr: 1932, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Klangfilm, 700 Plätze, Inh: Filmpalast Metropol GmbH, ebenda, Gf: Georg Gutsch u. Kurt Schettler
  • 1934 Filmpalast Metropol, Zwickauer Str. 11, F: 31079, Gr: 1932, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Klangfilm, 700 Plätze, Inh: Filmpalast Metropol GmbH, ebenda, Gf: Georg Gutsch u. Kurt Schettler
  • 1935 Metropol-Lichtspiele, 700 Plätze
  • 1937 Filmpalast Metropol, Zwickauer Str. 11, F: 31079, Gr: 1932, täglich, 734 Plätze, Inh: Georg Stoppe, ebenda
  • 1938 Filmpalast Metropol, Zwickauer Str. 11, F: 31079, Gr: 1932, täglich, 734 Plätze, Inh: Georg Stoppe, Leipzig S3, Adolf-Hitler-Straße 59
  • 1939 Filmpalast Metropol, Zwickauer Straße 11, F: 31079, Gr: 1932, Inh: Georg Stoppe, Leipzig S 3, Bornaische Straße 86, 734 Plätze, täglich
  • 1940 Filmpalast Metropol, Zwickauer Straße 11, F: 31079, Gr: 1932, 734 Plätze, täglich, Inh: Georg Stoppe, Leipzig S 3, Bornaische Straße 86
  • 1941 Filmpalast Metropol, Zwickauer Straße 11, F: 31079, Gr: 1932, 685 Plätze, täglich, Inh: Georg Stoppe, Leipzig 9 36, Am Eichwinkel 16a, F: 38 811
  • 1949 Metropol-Lichtspiele, Zwickauer Straße 11, 578 Plätze
  • 1950 Metropol-Lichtspiele, Zwickauerstr. 11, 578 Plätze
  • 1987 Karl-Marx-Stadt, Metropol-Lichtspiele, Zwickauer Str. 11, Tel: 34604
  • 1991 Metropol, 498 Plätze, Chemnitz, Zwickauer Str. 11, Inh. Ufa-Theater AG
  • 1992 Metropol, 498 Plätze, Chemnitz, Zwickauer Str. 11, Tel. 0371/34604, Inh. Ufa-Theater AG, Postfach 80 29, Graf-Adolf-Str. 96, 4000 Düsseldorf 1, Tel. 0211/169060, Fax 0211/169044
  • 1993 Metropol, 498 Plätze, 09112 Chemnitz, Zwickauer Str. 11, Tel. 0371/34604, Inh: Ufa-Theater AG, 40210 Düsseldorf, Graf-Adolf-Str. 96
  • 1995 Metropol, DO, 498 Pl. 09112 Chemnitz, Zwickauer Str. 11 Tel.: 0371/304604, Fax: 304604 Inh.: UFA-Theater AG, 40210 Düsseldorf, Graf-Adolf-Str. 96
  • 1997 Metropol, DO SR 371 Plätze, 9112 Chemnitz, Zwickauer Str. 11, Tel: 0371/304604, CK Inh: UFA-Theater AG 40210 Düsseldorf, Graf-Adolf-Str. 96