Diskussion:Mainz Residenz & Prinzess

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Mühlberg (Regina, Rex und Bambi) läßt z. Z. zwei neue Theater in Mainz errichten. Die Architekten Viertel und Ries erstellen in der Schillerstraße den Bau, der auch eine mit Läden und Schaukästen ausgestattete Passage beherbergen wird. Das eine Haus, das Residenz-Filmtheater, wird etwa 920 Besucher aufnehmen können. Eine Leinwandbreite von 16 m ist vorgesehen. Zur Aufstellung gelangen Philips-Maschinen und Klangfilm-Verstärker. Das Theater erhält ein ca. 400 qm großes Foyer, von dem aus auch das etwa 440 Plätze große Prinzess- Filmtheater erreicht werden kann. Der neue Film 39/1956


Im zerstörten Stadtkern von Mainz eröffnete Hausherr Hans Mühlberg, gleichzeitig Inhaber des Rex, Regina und Bambi, nach 143 mühseligen Bautagen — Grundwasser und Schlamm spielten manch bösen Streich — auf dem völlig verwandelten Grundstück Große Langgasse 5/7 und Schillerstraße 30/32 das Residenz und das Prinzeß-Filmtheater. Die neuen, mit amphitheatralischen Zuschauerräumen ausgestatteten Häuser, — das eine verfügt über 903, das andere über 414 hochgepolsterte Plätze (Kamphöner) — sind der Residenz-Passage eingegliedert, die außerdem über acht moderne Verkaufsläden, eine Imbißstube mit Spezialausschank, Milchbar und zahllose Büroräume verfügt. Die Mainzer Architekten Viertel, Ries und Petring schufen Filmtheateranlagen, deren Grundrisse die Verwirklichung der neuesten Errungenschaften heutiger Kinotechnik gestatten. Die Bild- und Tonanlage (Philips FP6) ist für alle Bild- und Ton verfahren geeignet. und mit Vierkanal-Magnetton ausgestattet. Eine induktive Übertragungsanlage für Schwerhörige ermöglicht, auf allen Plätzen ohne Zuhilfenahme von Kopfhörern dem Filmgeschehn mit den üblichen Hörapparaten zu folgen. Die akustische Ausgestaltung der neuen Häuser wurde von der Firma Philips überwacht. Bildformate sind bis zu einer Breite von 16 Meter möglich.

Den Theatern, die über ein ausgeklügeltes System von Zu- und Albgängen verfügen, sind weiträumige Foyers vorgelagert, die sowohl als Aufenthalt für das wartende Publikum dienen wie auch allen Garderobenproblemen in großzügigster Weise Rechnung tragen. Die innenarchitektonische Gestaltung der beiden Häuser zeugt von erlesenem Gesdimack. Als Blickfang des Residenz erweist sich der leuchtendrote Bühnenvorhang, dessen Wirkung durch das Schwarzweiß der seitlichen Reliefs besonders unterstrichen wird. Die Wandbespannung in gelbem Samt kontrastiert effektvoll zu dem roten Cord der Bestuhlung. Der 28 mal 30 Meter große Zuschauerraum verfügt über Decken- und indirekte Beleuchtung (Fa. Niethammer). Das intime Prinzeß — im Souterrain gelegen — ist ebenfalls auf farbliche Kontrastwirkiunßen abgestellt: der gelbe Vorhang ergibt mit der blauen Bestuhlung und der Wandbespannung in Türkis eine vollendete Harmonie. Originell und form-^ schön ist die Beleuchtungsanlage. Die Be- und Entlüftungsanlagen wurden von der Fa. Monsun geliefert. Beiden Filmtheatern können in der Stunde rund 65 000 cbm Frischluft zugeführt werden, während die gleiche Menge verbrauchter Luft abgesaugt wird. Zur festlichen Eröffnung seiner neuen Häuser hatte Hans Mühlberg zahlreiche Gäste geladen. Neben Vertretern der Stadt Mainz konnte Kurt Wolfgang Schoenewolf (Städtisches Theater Mainz) besonders die Repräsentanten der Frankfurter Filmverleiher sowie befreundeter Filmtheaterbetriebe begrüßen. Der neue Film 34/1957