Diskussion:Stuttgart Colibri

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Hinter dem aparten Namen eines nicht minder aparten Lichtspiel-Theaters, das Frau Friedl Co lm kurz vor Weihnachten an Stuttgarts Zentrum eröffnete, verbirgt sich ein zweifacher Sinn. Einmal soll damit ausgedrückt werden, daß dieses jüngste Theaterkind in der Colmschen Lachtspiel-FamiMe das kleinste ist, zum andern will der Name Colibri auch als Colm-Lichtspiel-Retriebe gelesen werden. Auf jeden Fall aber entspricht es der Vorstellung, die man mit diesem hübschen und zierlichen Voigtei verbindet, denn es ist besonders hübsch anzusehen und wirkt in seiner Architektur elegant und anmutig zugleich. Durch ein geräumiges, helles Foyer mit Bar und Süßigkeitenstand betritt man den Theaterraum, der sich in Saal und Empore aufteilt. Der erste Blick trifft eine schwarzgrundige Saalwand, an der stilisierte Biedermeierblumen in Ros£, Silbergrau und ein wenig Gold sofort den Eindruck von Intimität und Grazie vermitteln. Die gegenüberliegende Wand dagegen ist in breite schräglaufende Farbstreifen — Schiefer-Beige-Grün-Rot, jeweils durch gelbe Zwischenleisten unterbrochen — abgeteilt. Der Vorhang dürfte den Reiz desIntimen noch vermehren: er zeigt sich als Wolkenstar aus goldgelbem Satin. An der Wand: in Dreiergruppen geordnete Leuchten (Niethammer); Innendekoration: Firma Kentner AG., Stuttgart. Die rund 300 Sitze (Löffler, Zuffenhausen) sind mit zartviolett-weiß gestreiftem Acella bezogen; die Sitze der Ranglogen dagegen mit schwarzem Cordsamt. Eine Treppe fuhrt vom Saal zur Empore; über sie verläßt der Besucher das Theater direkt ins Freie. Die technische Einrichtung umfaßt eine Sonora-Leinwand, zwei Bauer B 11-Projektoren mit Xenonlampen, Vierkanalmagnetton. Eine moderne Frischluftanlage sorgt -für fortwährende Lufterneuerung. In nur 41/2 Monaten ließ Frau Friedl Colm durch Architekt Hans Kieser das reizvolle Haus bauen. Der neue Film 9/1958