Falkensee Ala-Filmbühne

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Geschichte

Ala Falkensee (2011)

Das Lichtspielhaus wurde im Herbst 1936 in der Borsigstraße 2-4 (heute Potsdamer Straße) eröffnet und nannte sich „Ala Tonfilmbühne“. Die Eigentümerin des Hauses – Friederike Hamann – ließ den Saal ihrer Gaststätte zum Kinosaal umbauen. Der Bauschein ist datiert auf den 19. Oktober 1936, ausgestellt vom Amtsvorsteher der Ortspolizeibehörde, der es der Dame ausdrücklich erlaubte, den Saal in ein Lichtspieltheater umzubauen. Das Sechs-Familien-Haus mit Gastwirtschaft wurde bereits 1912 errichtet. Bis 1945 trug das Lokal den Namen „Deutscher Reichsadler“. Nach dem großen Debakel, das auch Marika Rökk und Zahra Leander mit ihren Filmchen nicht schönsingen konnten, war Patriotismus out. Das Lokal hieß nach dem verlorenen Krieg dann „Zur Quelle“, „Zur Linde“ und heute ist es das „Dalmacija“, das mit dem Ala in friedlicher Koexistenz lebt.

Kinoleiter ist heute Klaus Steinborn, gleichzeitig Präsident des FKK, des Falkenseer Karnevalsklubs. Seine getreuen Narren sind immer für ein Extra zu haben. Als der Film „Kleopatra“ lief, empfingen die Karnevalisten als prächtig kostümierte Römer samt dickbauchigem Obelix ihre Gäste. Für „Little Stuart“ wurde im Foyer eine Tischrennbahn für weiße Mäuse aufgebaut, die Gäste durften Rennwetten abschließen. Bei „101 Dalmatiner“ erhielten diejenigen eine Freikarte, die mit ihrem Dalmatiner vorstellig wurden. Kinoleiter Steinborn hatte seinem Windhund ein schwarz-weiß-geflecktes T-Shirt übergeholfen. Weihnachten allerdings tritt der Hund mit Rentiergeweih in die Kinoarena – zum Vergnügen der Kinder, die Heiligabend alljährlich im Ala auf den Weihnachtsmann warten.

Das Falkenseer Kino hat die große Neuordnung der 90er Jahre und den Vormarsch der großen Multiplexkinos überlebt, weil es sich zu einem höchst lebendigen Familienkino wandelte. Und weil es mit Klaus Steinborn und dessem getreuen Team an Leute geriet, die für den Film brennen, die Menschen mögen und beide zusammenbringen möchten. Etwas Besseres konnte sich der Filmunternehmer Klaus Fuchs aus Hessen damals nicht wünschen, als er 1991 neben anderen Kinos im Osten auch das Falkenseer übernahm. Mit Steinborn, der in DDR-Zeiten die Kreisfilmstelle Nauen leitete, hatte er einen guten Mann für die Falkenseer Filmbühne auserkoren – allein die Filmtheater Fuchs KG ging einige Jahre später dennoch in Konkurs.

Heute gehört das Kino zur Pro-Cine Kino GmbH des Bernd-Rüdiger Mann, der auch das Hennigsdorfer Kino betreibt. Doch seit die S-Bahn die Hennigsdorfer direkt nach Berlin und somit zum Cinestar am Borsigturm bringt, hat man Mühe, das Kino zu füllen. Der GmbH im Allgemeinen geht es wirtschaftlich schlecht, dem Falkenseer Kino im Besonderen etwas besser, das mit seinen 200 Plätzen als Bundesstartkino anerkannt ist. Doch auch wenn nur drei Gäste kommen, wirft Klaus Steinborn den Projektor an. „Stellen Sie sich vor, die sind aus Elstal angereist“, so seine Überlegung. „Wenn ich den Abend ausfallen lasse, spräche das sich im Nu rum. Aus Elstal käme niemand mehr.“ Doch sie kommen sogar aus Spandau, auch am Sonntagvormittag, zur Matinee mit dem besonderen Film. (Quelle: Märkische Allgemeine, Der Havelländer, 21.11.2006)

Im Juni 2010 mußte die Betreibergesellschaft Pro Cine Kino GmbH Insolvenz anmelden. Gleichzeitig schloss auch das Kino im Ziel in Hennigsdorf. Mit „Robin Hood, der Rächer der Armen“ hat das Ala-Kino in Falkensee seine vorerst letzte Vorstellung gegeben. Es gibt jedoch Interessenten, die das Kino weiter betreiben wollen.

Ewald Bath (63) erwarb mit 18 den Facharbeiterbrief für Filmwiedergabetechnik und wurde Ingenieur für Film und Fernsehen. Von 1974 bis 1989 war er Technischer Leiter der Bezirksfilmdirektion Potsdam. 1995 gründete er mit Bernd-Rüdiger Mann die Pro Cine Kino GmbH. Das Ala-Kino Falkensee wurde als Ala-Tonfilmbühne im Herbst 1936 im umgebauten Saal des Lokals „Deutscher Reichsadler“ eröffnet. 1991 übernahm es die hessische Filmtheater Fuchs GmbH, die in Konkurs ging. 1997 stieg die Pro Cine Kino GmbH als Betreiber ein. [1]

  • 9.10.1936: Das Falkenseer Kino in der Potsdamer Str. (früher Borsigstr.) wurde als "Ala Tonfilmbühne" gegründet aus: H.-U. Rhinow
  • 13.01.2005 Das frisch renovierte Ala-Kino in Falkensee eröffnete die neue Spielzeit. [2]
  • Neuer Betreiber ist nach der Insolvenz der Procine GmbH seit 7. Oktober 2010 nun die Adria-Filmtheaterbetriebs-GmbH mit Peter Sundarp bzw. "To the movies Filmverleih- und Filmtheaterbetriebsgesellschaft mbH" aus Kleinmachnow mit Günther Mertins und Peter Sundarp als Geschäftsführern. Das Kino ist seitdem der Cineplex-Gruppe angeschlossen.

Adresse

Kino Ala Falkensee
Potsdamer Str. 2-4
14612 Falkensee
Telefon: 03322-2798877

Ausstattung

Kino Sitze Projektion Leinwand Ton
1 189 Digital 3D 45 m² Dolby Digital 5.1

Kinodaten

  • 1937 Ala-Tonfilmbühne, Borsigstraße 90, Gründung 1935, täglich, Bühne: 8 m, 351 Plätze, Inhaber: Hans Weigel, Bredower Str. 57
  • 1938 Ala-Tonfilmbühne, Borsigstr. 2/4, F: 2455, Gr: 1935, täglich, Bühne: 8qm, 351 Plätze, Inh: Hans Weigel
  • 1940 Ala-Tonfilmbühne, Borsigstraße 2/4, F:2455, Gr: 1.10.1935, Bühne: 16qm, 341 Plätze, täglich, Inh: Hans Weigel, Gut Mittelmühle
  • 1941 Ala-Filmbühne, Borsigstraße 2/4, F: 2455, Gründung: 1.10.1935, Bühne: 30qm, 341 Plätze, täglich, Inhaber: Hans Weigel
  • 1991 Ala-Tonfilmbühne, Straße des Friedens 2-4, 228 Plätze
  • 1991 Filmtheater Ala, 228 Plätze, Falkensee, Straße des Friedens 2/4, Inh. Märkische Kino-Union GmbH i.A.
  • 1992 Filmtheater Ala, 228 Plätze, Falkensee, Straße des Friedens 2/4, Inh. Fuchs GmbH & Co. Filmtheater KG Potsdam, Leipziger Straße 60, 1561 Potsdam, Tel. 0331/334061
  • 1993 Filmtheater Ala, 228 Plätze, 14612 Falkensee, Straße des Friedens 2/4, Inh: Fuchs GmbH & Co. Filmtheater KG, 14473 Potsdam, Leipziger Str. 60
  • 1995 ALA, 228 Plätze
  • 1995 ALA-Filmbühne, DO SR, 187 Pl. 14612 Falkensee, Potsdamer Str. 4, CK Inh.: Fuchs GmbH & Co. Filmtheater KG, 10589 Berlin, Tauroggener Str. 39
  • 1997 ALA-Kino, DO SR 45m2/187 Plätze, 14612 Falkensee, Potsdamer Str. 4, Tel: 03322/208348, Inh: Fuchs Filmtheater-Betriebsgesellschaft mbH 14059 Berlin, Spandauer Damm 73

Weblinks