Frankenberg Welttheater

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Foto 2007 als Blue-Cafe
Foto 2007
Foto 2007

Die Fotos zeigen das Welt-Theater, als dort nur noch das Blue Café mit Dance Club Ibiza untergebracht waren. Im Jahre 2009 hat sich die "IG Welt-Theater Frankenberg/Sa." gegründet, mit dem Ziel, das historisch wertvolle Kino zu erhalten und wieder zu bespielen.

Geschichte

  • Gegen Ende der 30er Jahre hatte Frankenberg/Sa. vier Kinos: Das "Welt-Theater" I (1908-1936), das "Welt-Theater" II (ab 1937) und die "Apollo-Lichtspiele" (1930-Mitte 50er Jahre). Außerdem bestanden in den 30er Jahren die "Stadtpark-Lichtspiele" im Hammertal. Sie wurden Anfang des II.WK aufgegeben.
  • 1908: Erste Erwähnung des Kinos im schriftlichen Nachlass der Stadt. Willi Schlau eröffnet das Haus als „Kinosalon Welt-Theater“ in der „Zentralhalle“ auf der Inneren Freiberger Straße 55.
  • 1913: Der Chemnitzer Erich Herrmann übernimmt das Kino und führt es fortan nur noch unter dem Namen „Welt-Theater“. Schon nach kurzer Zeit wird er von den Einwohnern bezeichnend „Kino-Herrmann“ genannt und ist mit seinem Filmtheater außerordentlich erfolgreich. Bis Ende der 20er Jahre muss sich „Kino-Herrmann“ immer wieder gegen die Konkurrenz neu entstehender Kinos in der Stadt durchsetzen, was ihm perfekt gelingt.
  • 1930: Wohl wegen seines florierenden Kinobetriebes und der Einzug haltenden Tonfilmtechnik eröffnet Herrmann um 1930 am Kirchplatz ein zweites Kino: Die „Apollo-Lichtspiele“. Außerdem plant er eine deutliche bauliche Vergrößerung des „Welt-Theaters“, was zum Zerwürfnis mit seiner Vermieterin führt.
  • 1937: Nachdem „Kino-Herrmann“ spätestens 1936 das alte „Welt-Theater“ aufgibt, entschließt er sich zum Kauf der ehemaligen Frankenberger Gasanstalt auf der Freiberger Straße 20. Er läßt den Gebäudekomplex zum Großkino mit mehr als 650 Sitzplätzen umbauen. In prachtvollem Nostalgiestil der Zwanziger Jahre weiht er am 17. Dezember 1937 das neue „Welt-Theater“ ein.
  • 1944: In den Jahren 1944/45 schließt das Haus. Die russische Militärkommandantur enteignet Herrmann. Er bleibt jedoch der Filmtheaterleiter und eröffnet das Kino 1946 erneut. Kurt Siegfried Hanitzsch wird der erste Nachkriegsfilmvorführer. Die Hauptfront des Gebäudes wird zum ersten Mal mit dem historischen Schriftzug „Welt-Theater“ komplettiert. Der sog. „Stalinkult“ hält auch im „Welt-Theater“ Einzug und führt zu überwiegend sowjetischer Filmkultur.
  • 1950: Der Maschinenraum samt Ernemann-Projektoren wird generalüberholt. Günter Koppehel wird zweiter Filmvorführer. Erich Herrmann zieht sich in der Folgezeit aus dem Filmgeschäft zurück. Er stirbt Ende der 50er Jahre. Mit dem Rückzug Herrmanns endet auch die Existenz der „Apollo-Lichtspiele“.
  • 1958: Filmvorführer Hanitzsch verabschiedet sich vom „Welt-Theater“. In den Folgejahren führt Koppehel das Haus längere Zeit ganz allein. Es entsteht das legendäre Kinolichtbild „An der Bildtonmaschine: Günter Koppehel“.
  • 1969: Im „Welt-Theater“ findet die Uraufführung des DEFA-Märchenfilms „Wie heiratet man einen König“ statt. Regisseur Rainer Simon und die Schauspieler sind anwesend.
  • 1976: Das Kino bekommt einen neuen Filmtheaterleiter: Heinz Kumfert aus Chemnitz.
  • 1977: Das „Welt-Theater“ wird komplett saniert. Als zweites Kino in Sachsen erhält das Haus eine komfortable „Visionsbar“, die man unter den Rang baut. Die Bühnentechnik wird vollständig modernisiert. Filmvorführer Koppehel bekommt neue Filmprojektoren aus der „Dresden D2“-Serie. Das Theater verfügt nunmehr über 366 Sitzplätze und 18 Visionsbarsessel. An der Hauptfront des Gebäudes wird ein aufwendiger Neonlicht-Schriftzug „Welt-Theater“ installiert.
  • 1990: Die Bezirksfilmdirektion, unter dessen Aufsicht das Filmtheater betrieben wurde, löst sich nach dem Ende der DDR auf. Das Personal des Kinos wird größtenteils entlassen. In der Folgezeit lernt Günter Koppehel als seinen Nachfolger Thomas Abel aus Dresden an. Danach verlässt Koppehel „sein“ Kino für immer. Neuer Chef und Filmvorführer in einer Person ist nun Thomas Abel.
  • 1991-1996: In dieser Zeit wird das Haus nach den Plänen Abels umgebaut. Der große Saal wird verkleinert, die „Visionsbar“ entfernt. Der Rang wird zugemauert. Am Ende des Umbaus sind drei kleinere Säle vorhanden. Der Neonlicht-Schriftzug verschwindet. Über dem Eingang liest man nun „Kinocenter“.
  • 2000: Massiv zurückgehende Besucherzahlen und andere mehr oder weniger bekannte Gründe führen zur Schließung des Filmtheaters. Am 10. Mai 2000 flimmert der letzte Film über die Leinwand. Der Kinosaal fällt in einen „Dornröschenschlaf“ und wird teilweise zugemauert. Zeitnah mietet der Frankenberger Ralf Neumann die Empfangshalle und die angrenzenden Räume. Wieder finden Umbaumaßnahmen im Gebäude statt, an dessen Ende die Eröffnung des „Blue-Café“ mit Discobetrieb steht.
  • 2007: Durch die Initiative des Frankenberger Bürgermeisters Thomas Firmenich und Landrat Schramm geht das historische Lichtspieltheater in den Besitz der Stadt über.
  • 2009: Auch dem Blue-Café droht die Schließung. Die Frankenberger Arbeitsgruppe „Denkmaltag“ wird auf das Kleinod aufmerksam. Der in katastrophalem Zustand vorgefundene große Kinosaal wird wieder bespielbar gemacht. Am 12./13. September 2009 kehrt das „Welt-Theater“ in die Stadt zurück. Am 03. November 2009 wird im Frankenberger Stadtarchiv mit 12 Kinofreunden die „Interessengemeinschaft „Welt-Theater Frankenberg/Sa.“ gegründet. Ihr Ziel ist die Rettung des historischen Filmtheaters. Die IG gibt ihrem Projekt den Namen Liebhaber-Kino „Welt-Theater“. Am 13. Dezember 2009 findet der 1. Kinotag statt.
  • 2010: Zum Kinotag am 06. März 2010 wird das erste Mal seit zehn Jahren wieder ein Film im 35mm CinemaSkope Breitbildformat gezeigt. Blue-Café und Kino-IG betreiben das Haus nun gemeinsam.
  • 2011: Erstmals gibt es am 13.August ein Open-Air-Kino auf dem Kinovorplatz, wofür extra eine mobile Leinwand aufgestellt wird. Der Film „Die Glatzkopfbande“ sorgte für gut besuchte Plätze.
  • 2012: Das Kino feiert seinen 75.Geburtstag und der Ansturm ist riesig mit fast 500 Besuchern. Fast zeitgleich bekommt das Kino durch eine fast „ÜberNacht-Entscheidung“ ein komplett neues Dach, welches im Dezember trotz eisiger Temperaturen fertiggestellt wird.
  • 2014: Im Januar stellt das Landesamt für Denkmalpflege Dresden das Kino unter Denkmalschutz. In den Jahren danach wurde das Gebäude saniert und renoviert.

aus: Geschichte des Welt-Theaters und Newsletter


  • Das "Welt-Theater" / Freiberger Str.55 / 1908 - Ende 1936
  • Das neue "Welt-Theater" / Im ehem.Gaswerk, Freiberger Str.20 / seit 17.12.1937[1]

Der Wechsel in der Adresse findet in den Kinoadressbüchern 1937/38 statt.

Kinodaten

  • 1917 Welt-Theater, Innere Freiburgerstr. 55, Kino-Theater, Inh: Schlau.
  • 1918 Welt-Theater, Innere Freibergerstr. 55, 330 Plätze, Inh: Hans Schmidt, Innere Freibergerstr. 55, Fernsprecher: 367
  • 1920 Welt-Theater, Freibergerstr. 55 (Sp. 5 Tage) 320 Plätze, Inh: Max Beruh. Grönert, Freibergerstr. 55, Fernspr.: 367
  • 1921 Welt-Theater, Freiberger Straße 55, F: Frankenberg 235, Gr: 1901 (täglich) 300 Plätze, Inh: Frau Franziska Zindler, Winklerstraße IIa.
  • 1924 Welttheater, Freibergerstr. 55, Inh: Franziska Zindler geb. Meyer, 300 Plätze
  • 1925 Welt-Theater, Freiberger Str. 55, F: 441, Gr: 1913, täglich, 250 Plätze, Inh: Franziska Zindler, Freiberger Straße 55, II
  • 1927 Welttheater, Freiberger Str. 55, F: 441, TA: Welttheater Frankenberg Sa, Inh: Erich Hermann, Chemnitz, FA: 9654, Sptg: Täglich, Pr: Zweimal wöchentlich, 270 Plätze
  • 1928 Welt-Theater-Lichtspiele, Freiberger Str. 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, 200 Plätze, Inh: Erich Herrmann. Chemnitz, F: Chemnitz 42267
  • 1929 Welt-Theater, Freiberger Str. 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, 300 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: Chemnitz 42267
  • 1930 Welt-Theater, Freiberger Str. 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, 300 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: Chemnitz 42267
  • 1931 Welt-Theater, Freiberger Straße 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, 300 Pätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: Chemnitz 42267
  • 1932 Welt-Theater, Freiberger Straße 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, T-F: Klangfilm, 300 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1933 Welt-Theater, Freiberger Straße 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, T-F: Klangfilm, 300 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1934 Welt-Theater, Freiberger Straße 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, T-F: Klangfilm, 300 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1937 Welt-Theater, Freiberger Straße 55, F: 441, Gr: 1908, täglich, 282 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1938 Welt-Theater, Freiberger Str. 20a, F: 761, Gr: 1908, täglich, 660 Plätze, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1939 Welt-Theater, Freiberger Straße 20a, F: 761, Gr: 1908, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267, 660 Plätze, täglich
  • 1940 Welt-Theater, Freiberger Straße 20a, F: 761, Gr: 1908, 663 Plätze, täglich, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1941 Welt-Theater, Freiberger Straße 20a, F: 761, Gr: 1908, 663 Plätze, täglich, Inh: Erich Herrmann, Chemnitz, F: 42267
  • 1949 Welt-Theater, Freibergerstraße 20, 700 Plätze
  • 1950 Welt-Theater, Freibergerstr. 20, 700 Plätze
  • 1987 Frankenberg, Welt-Theater, Freiberger Str. 21, Tel: 2761
  • 1993 Welttheater - Kino 1, 160 Plätze, Welttheater - Kino 2, 106 Plätze, Welttheater - Kino 3, 34 Plätze, 09669 Frankenberg, Freiberger Str. 20, Tel. 037206/2761, Inh: Abel, Thomas, 09661 Hainichen, Gellertstr. 32
  • 1995 Kinocenter, Kino 1, DO SR, 160 Pl. Kino 2, DO SR, 120 Pl. Kino 3, 34 Pl. 09669 Frankenberg/Sachsen, Freiberger Str. 20 Tel.: 037206/2761, Fax: 2761 Inh.: Thomas Abel, 09669 Frankenberg, Freiberger Str. 27
  • 1997 Kinocenter, Kino 1 HSR 55 m2/160 Plätze, Kino 2 DOSR 21m2/120 Plätze, Kino 3 DO SR 9 m2/34 Plätze, 09669 Frankenberg/Sachsen, Freiberger Str. 20, Tel: 037206/2761, Inh: Thomas Abel, 09669 Frankenberg, Freiberger Str. 27

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