Frankfurt Harmonie

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Geschichte

  • Stadtteil: Sachsenhausen
  • Andere Namen: Harmonie Tonfilm-Bühne, Pam, Harmonie-Lichtspiele
  • Strasse: Dreieichstr. 54, Darmstädter Landstr. 9
  • Bestand: 1920-heute
  • Plätze: 199 (1920), 400 (1948), 269 (1988), 285 (1994), 204 (2004)
  • Inhaber: Franz Thomas (1920), Rudolf Kaiser (1920-1921), Victor Biehler (1921), Paula Rosenthaler (1921), Julius Calm (1933-1942), Willy Lang (1949-1952), Josef Meisenzahl (1953-1967), Heinz W. Siska (1967-1968), Strandfilm GmbH (1977-1980), Harmonie-Theaterbetriebs GmbH (1987-1990), Olympic/UFA (1990-2000), Harald Vogel Filmtheaterbetriebsgesellschaft mbH (17.8.2000-heute)

Schon 1920 trug sich Franz Thomas mit dem Gedanken, im großen Saal der "Harmonie" ein Kino einzurichten. Ein Bauplan sah 199 Sitzplätze vor. Polizeiliche Kontrollen registrierten es ab 1920, und 1921 wurde ein Besitzerwechsel beim Kino-Kommissariat angezeigt: Victor Biehler verkündete im Dezember den Verkauf seiner "Harmonie-Lichtspiele" an Paula Rosenthaler, welche den Besitz eines Bestuhlungsplanes nachweisen konnte. (Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 407, Nr. 421) In den zwanziger Jahren wurde der Lichtspielbetrieb eingestellt und eine religiöse Sekte nutzte den im ersten Stock gelegenen Zuschauersaal als Versammlungsraum. Julius Calm und Regierungsbaurat a.D. Georg Werner richteten in den ehemaligen Harmoniesälen 1933 wiederum ein Kino ein. Von 199 Sitzplätzen aus verfolgte das Publikum am 23. Februar 1933 den Eröffnungsfilm GRÜN IST DIE HEIDE, der den Höhepunkt des Programms bildete. "(...) Die festliche Eröffnungsvorstellung war geschickt arrangiert. Es liefen die UFA-TONWOCHENSCHAU und ein Lehrfilm über Potsdam. Der Schubert-Verein intonierte dann mit seinem 25 Mann starken Orchester unter Leitung des Kapellmeisters Gg. Mayer den Nibelungenmarsch von Hoffmann, dem die Ouvertüre zur 'Zauberflöte' folgte. Der Sachsenhäuser Gesangverein 'Bergquartett' brachte zwei Lieder zu Gehör." (Film-Kurier, 3. März 1933) 1938 ließ der Betreiber Calm Fassade und Innenräume (samt Vorführraum) im "Zuge der in Frankfurt zur Durchführung gekommenen Renovierungen" neu herrichten. (Film-Kurier, 7. September 1938) "Es ist sehr zu begrüßen, daß dieses 'braune' Kino in die Hände eines bewährten Antifaschisten übergegangen ist", kommentierte die "Frankfurter Rundschau" vom 8. November 1945 die Neueröffnung der "Harmonie". Als sechstes Frankfurter Kino der Nachkriegszeit hatte es seinen Betrieb wieder aufgenommen. Durch einen Umbau im Innenraum - neue Bestuhlung, neue Empore und veränderter Vorführraum - konnte der Zuschauersaal von 230 auf ca. 400 Plätze aufgestockt werden, um die gestiegene Nachfrage nach "Zerstreuung" erfüllen zu können. (Frankfurter Rundschau, 2. Oktober 1948) Frischen Wind brachte ab dem 1. April 1977 die Strandfilm GmbH mit ihrem Stadtteilkino in die zur Porno-Abspielstätte "Pam" verkommene "Harmonie". Mit dem Auftaktfilm BADLANDS als deutsche Erstaufführung starteten die Macher ein in den Folgejahren mehrfach ausgezeichnetes Programm. Preise des Bundes und der Stadt Frankfurt stehen auf der Erfolgsliste des Hauses. Mitte 1988 wurde ein weiterer Kinosaal, die "Kleine Harmonie" eröffnet. Auch der große Saal erfuhr Veränderungen: die Kölner Designergruppe "Pentagon" installierte als Leinwandeinfassung einen bleiernen Vorhang. 1990 wurde das ehemalige Programmkino, das mehr und mehr Erstaufführungen spielte, an eine UFA-Tochter abgegeben, die den Programmkino-Charakter aber beibehielt. Nach Verkauf an die Harald Vogel Filmtheaterbetriebsgesellschaft mbH wurda das Kino renoviert und präsentiert sich heute als Erstaufführungskino für Art-House Filme. Quelle: Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main

Im Januar 2016 übernahm Christopher Bausch vom Casino Aschaffenburg das Kino von Harald Vogel. [1]

Bilder

FRANKFURTHarmonie.jpg
Foto: allekinos.com

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Kinodaten

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  • 1930
  • 1931
  • 1932
  • 1933
  • 1934
  • 1935
  • 1937 Harmonie Tonfilm-Bühne, S 10, Dreieichstraße 54, F: 61797, Gr: 1933, täglich 197 I: Julius Calm, Darmstädter Landstraße 9
  • 1938 Harmonie, S 10, Dreieichstraße 54, F: 61797, Gr: 2. 3. 1933, täglich 197 I: Julius Calm, Darmstädter Landstraße 9
  • 1939
  • 1940
  • 1941 Harmonie, S 10, Dreieichstraße 54, F: 61 797, Gr: 2. 3. 1933 197/tgl. I: Julius Calm, S 10, Martin-May-Straße 17
  • 1949 Harmonie-Lichtspiele Dreieichstrafle 54. Inh.: Willy Lang. Ffm., Falkensteinerstr. 5. Pl. 380
  • 1950
  • 1952
  • 1953
  • 1955
  • 1956
  • 1957
  • 1958
  • 1959
  • 1960
  • 1961
  • 1962
  • 1995 Große Harmonie (PRK), DO SR, 275 Pl. Kleine Harmonie (PRK), DO, 90 Pl. 60594 Frankfurt, Dreieichstr. 54 Tel.: 069/613550, Fax: 627415 CK Inh.: Harmonie Theater Betriebs GmbH, 40210 Düsseldorf, Graf-Adolf-Str. 96, Tel.: 0211/169060, Fax: 1690636