Gelsenkirchen Regina

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Gelsenkirchen Regina.jpg
Der Saal bei der Eröffung

Geschichte

„REGINA" eröffnet 60 Jahre Lichtspieltheater in Gelsenkirchen

Die Eröffnung des Sprengerschen Lichtspieltheaters „Regina", eines der modernsten Lichtspieltheater Westdeutschlands, gibt den „Gelsenkirchener Blättern" Veranlassung, einmal in der Geschichte der Gelsenkirchener Lichtspieltheater zu blättern. Die Zahl von rd. 6,7 Millionen Besucher, die im vergangenen Jahre die über 34 Groß-Gelsenkirchener Lichtspieltheater besuchten, ist ein Beweis für die Bedeutung, die Film und Lichtspieltheater auch in unserer Stadt haben. Es war ein weiter Weg, den die Lichtspieltheater gehen mußten, um zur heutigen Vollkommenheit zu gelangen! Alte Gelsenkirchener erinnern sich noch gern des Kinematographen, das der Gelsenkirchener Bürger Ingenhaag am 11. Dezember 1896 in der damaligen Tonhalle an der Hauptstraße - heute Union-Theater - eröffnete. Wenige Meter Filmstreifen, durch entsprechende Musik untermalt und von einem Ansager erklärt, vermittelten Neuigkeiten aus aller Welt.

Ähnlich war noch die Lage, als der heute 72jährige Willy Sprenger vor nun 50 Jahren, am 1. März 1906, nach Gelsenkirchen kam und im Dickmannschen Saal an der Bahnhofstraße 57 sein Kino eröffnete. Aber er war nicht der einzige, der sich in Gelsenkirchen auf diesem neuen Kunstgebiet betätigte. Wie man in alten Zeitungsbänden aus dieser Zeit nachlesen kann, gab es damals in der „Glaspassage" das „Kaiser-Panorama", das seinem „verehrlichten Publikum" allwöchentlich das Neueste aus aller Welt vermittelte.

Damals entstanden auch die ersten Kino-Orchester, die, wie Willy Sprenger bei der Eröffnung des Apollo-Theaters am 11. März 1911 anzeigte, zwölf und mehr Mitglieder besaßen und von namhaften Dirigenten geleitet wurden. Es war schon ein gewaltiger Fortschritt, wenn bei der erwähnten Eröffnung des Apollo-Theaters ein abendfüllender amerikanischer Film gezeigt wurde. Mit der Überwindung der ersten Kinderkrankheiten eroberte der Film im Sturm das Gelsenkirchener Publikum. Wie heute, so schössen um 1910 in der Gelsenkirchener Innenstadt die Lichtspieltheater wie Pilze aus der Erde. Gleichzeitig mit dem Apollo-Theater eröffnete das Industrie-Kino am 11. März 1911 seine Pforten. Die heutige Schauburg, sie hieß bis nach dem ersten Weltkrieg „Lichtspiel-Palast-Theater", folgte am 7. Dezember 1912. Das „Capitol-Theater" und wie die alten Alt-Gelsenkirchener Lichtspielhäuser alle hießen, folgten in kurzen Zeitabständen.

Bezeichnend war, daß sich diese Theater alle in der Alt-Gelsenkirchener Innenstadt niederließen. Erst nach dem ersten Weltkriege erstanden auch in den anderen Alt-Gelsenkirchener Stadtteilen die ersten Lichtspieltheater. Diese Entwicklung konnte aber erst den gewünschten Erfolg bringen, als der Tonfilm dem „Stummfilm-Zeitalter" ein Ende bereitete und damit das Kino-Orchester oder den Klavierspieler vor der Leinwand überflüssig machte.

Nördlich der Emscher - in der damaligen Gemeinde und späteren Stadt Buer und im damaligen Amt Horst - war der unternehmungsfreudige Kaufmann Ruhrländer, was Willy Sprenger damals für Alt-Gelsenkirchen bedeutete. Noch als der Kinematograph in den Kinderschuhen steckte, erkannte auch der Kaufmann Ruhrländer dessen ungewöhnliche Zukunftsmöglichkeiten. Im Zentrum von Alt - Buer gründete er im Jahre 1908 das „Central-Reichshallen-Theater", das achtzig Sitzplätze enthielt, dessen Licht und Kraft durch einen Gasmotor erzeugt wurde, das mit kleinen 10-Minuten-Filmen bespielt und im übrigen musikalisch durch ein elektrisches Klavier bedient wurde. Dem „Reichshallen-Theater" folgten bald drei „Sonntagskonkurrenten". Im Jahre 1912 - ein Jahr, nachdem auch Willy Sprenger in Alt-Gelsenkirchen seinen ersten „richtigen" Kinoneubau in Betrieb genommen hatte - eröffnete auch Ruhrländer das erste Kino nördlich der Emscher; es trug den gleichen Namen wie das erste Sprenger-Kino: Apollo-Theater. Wenige Jahre später ließ sich Herr Ruhrländer - an zwei Stellen gleichzeitig - auch in Horst nieder. Die eigentliche große Filmentwicklung im Norden der heutigen Gesamtstadt aber trat wie auch südlich der Emscher erst nach dem ersten Weltkrieg, besonders aber mit Beginn der Tonfilmzeit, ein. Quelle: Gelsenkirchener Blätter 15/16 1956

Kinodaten

  • 1956N Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: Sa.-Nr. 22328, Postanschr: Postfach 203, Vers.-Bf: -Hbf., I: Willy Sprenger PI: 853, Best: Stüssel, Klappsitze gepolstert, 7 Tg., 21-28 V., App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm, Str: 55 Volt, 90 Amp., Bild- u. Tonsyst: CinemaScope, 4-Kanal- Magnetton, Breitwandart: MMS, Bildw.- Abm: 15x6,9
  • 1957 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: 24027, Postanschr: Postfach 203, Vers.-Bf: -Hbf, 1: Willy Sprenger PI: 862, Best: Stüssel, Halbhoch- u. Rückenpolster, 7 Tg, 21-28 V, App: Bauer, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th, O.
  • 1958 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: 24027, Postanschr: Postfach 203, Vers.-Bf: -Hbf, I: Fa. Willy Sprenger, Frau Marga Wilde, geb. Sprenger, Gf: Dr. Karl Wilde PI: 853, Best: Stüssel, Halbhoch- u. Rückenpolster, 7 Tg, 14-21 V, tön. Dia, App: Bauer, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th, O.
  • 1959 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: 24027, Postanschr: Postfach 203, Vers.-Bf: -Hbf, I: Fa. Willy Sprenger, Frau Marga Wilde, geb. Sprenger, Gf: Dr. Karl Wilde PI: 853, Best: Stüssel, Halbhoch- u. Rückenpolster, 7 Tg, 21-28 V, einschl. Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer, Verst: Klang Film, Lautspr: Klang Film, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2, 35, 1:2, 55, Th, O.
  • 1960 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: 24027, Postanschr: Postfach 203, Vers.-Bf: -Hbf, I: Fa. Willy Sprenger, Frau Marga Wilde geb. Sprenger, Gf: Dr. Karl Wilde Pl: 853, Best: Stüssel, Halbhoch- u. Rückenpolster, 7 Tg, 21-28 V, einschl. Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th, O.
  • 1961 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: 24027, Postanschr: Postfach 203, Vers.-Bf: -Hbf, I: Fa. Willy Sprenger, Frau Marga Wilde geb. Sprenger, Gf: Dr. Karl Wilde PI: 853, Best: Stüssel, Halbhoch- u. Rückenpolster, 7 Tg., 21-28 V, einschl. Spätvorst., tön. Dia-N, Sc, App: „Feli", Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, Todd-AO, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O, Schwerhörigenanlage
  • 1962 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz 6, Tel: 24027, Postanschr: Postfach 1943, Vers.-Bf: -Hbf, I: Frau Marga Wilde PI: 810, Best: Stüssel, Halbhoch- u. Rückenpolster, 7 Tg, 21-28 V, einschl. Spätvorst, tön. Dia-N, Br, Sc, App: Fedi 70 mm, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, Todd-AO, Gr.-Verh: 1:2,55, Th, O, Var. Schwerhörigenanlage
  • 1971 Regina-Theater Bahnhofsvorplatz T: 22328 I: s. Apollo