Gerolzhofen Filmbühne

Aus Kinowiki
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Geschichte

  • Das unterfränkische Städtchen Gerolzhofen hat mit der Filmbühne ein neues Lichtspielhaus erhalten. Als Bauherr des 380-Platz-Theaters zeichnet Fritz Schäfer. Die Filmbühne ist ausgerüstet mit zwei Ernemann IX-Projektoren und einer Uniphon-K-Tonanlage. Einrichtung: UFA-Handel, Nürnberg. Der neue Film 49/1955
  • Dieser Tage zieht sich der Vorhang für die Gerolzhöfer Kinogeschichte in der Bahnhofsstraße für immer zu. Der Abriss des Kinosaals, der einstigen Filmbühne, ist in vollem Gang. Wo einst Winnetou in den Armen von Old Shatterhand starb, oder zum Schluss noch das „Wunder von Bern“ filmische Auferstehung erlebte, läuft bei der letzten Aufführung das „Lied vom Tod“ Norbert Rumpel, der das Grundstück an der Bahnhofstraße von Hermann Schäfer, dem langjährigen Besitzer der Filmbühne, erworben hat, will die Kino-Kneipe erhalten und das repräsentative Fachwerkhaus an der Bahnhofstraße aufwändig sanieren. Der alte Kinosaal muss jedoch zwei Doppelgaragen und einem überdachten Freisitz weichen. 56 Jahre lang währte damit die Geschichte des alten Kinosaals. 4500 Besucher auf Sperrsitz- und Loge-Plätzen im Jahr 2003 waren am Ende zu wenig, um die Betriebskosten für das Kino zu decken. So warf die letzte Pächterin mit Beginn der Sommerpause endgültig das Kino-Handtuch. Nur die Kneipe überlebte bis heute als Kino-Bistro. Als „neuen Musentempel Filmbühne“ mit dem „modernsten Vorführraum aller Kinos in Unterfranken“ hatte einst „Der Steigerwald-Bote“ in seiner Ausgabe vom 21. August 1954 die Neueröffnung eines Lichtspieltheaters in der Bahnhofstraße in den höchsten Tönen gepriesen. Das am Abend zuvor offiziell eröffnete Kino hatte bereits eine Klimaanlage – ungewöhnlich für die damalige Zeit. Als erster „Bildstreifen“, damals ein Synonym für den Film, ging „Ein Herz spielt falsch“ mit Ruth Leuwerik und O. W. Fischer über die 9,80 mal sechs Meter große Projektionsfläche. Fritz Schäfer investierte damit mitten in den Kino-Boom der 50er Jahre hinein. Die Klappsitze im Kino waren fast immer ausverkauft. Schäfers Kino sollte das mit der längsten Tradition in der Stadt werden. Die Filmbühne blieb immer in Familienbesitz. 1975 übernahm Heidi Mai, die Tochter von Fritz Schäfer, den gut eingeführten Betrieb und leitete ihn zehn Jahre. Längst hatte zu dieser Zeit allerdings das Fernsehen dem Kino viele Besucher weggenommen. Nach einjähriger Pause, mit Umbau und Erweiterung um das Bistro, eröffnete Hermann Schäfer, der Sohn von Fritz Schäfer, 1986 das Kino „Crambambuli“. 1990 übernahmen Günter Spannrad und Franz Klebrig Filmtheater und Kneipe unter dem schlichten Namen „Das Kino“, das Klebrig bis 2002 alleine weiterführte. Katja Behrens und Rainer Bauer waren die letzten Kino-Betreiber. [1]
  • 2010 wurde das Kino abgerissen

Kinodaten

  • 1955 Filmbühne Bahnhofstr. 133, Tel. 267, I. Fritz Schäfer Pl. 400, 6 Tg., 10 V., App. Ernemann IX, Vst. Uniphon, Str. 220 Volt, 45 Amp., Bühne 9,8x5x3,5
  • 1956 Filmbühne Bahnhofstr. 133, Tel: 267, Postanschr,: desgl., I: Fritz Schäfer PI: 388, Best: Kamphöner, 6 Tg., 10-12 V., 1-2 Matinee-Vorst., App: Zeiss Ikon, Ernemann IX, Verst: Uniphon, Str: D. 220 Volt, Bühne: 12x6x6, Th., O.
  • 1957 °Filmbühne Bahnhofstr. 133, Tel: 267, I: Fritz Schäfer PI: 388, Best: Kamphöner, 6 Tg., 10-12 V., 1-2 Mat.-Vorst., App: Zeiss Ikon Ernemann IX, Verst: Uniphon, Th., O.
  • 1958 Filmbühne Bahnhofstr. 133, Tel: 267, I: Fritz Schäfer PI: 388, Best: Kamphöner, 7 Tg., 10 V., tön. Dia, App: Zeiss Ikon Ernemann IX, Lautspr: MI, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35, O.
  • 1959-1960 Filmbühne Bahnhofstr. 133, Tel: 267, Vers.-Bf: Gerolzhofen, I: Fritz Schäfer PI: 388, Best: Kamphöner, 6 Tg, 10 V, tön. Dia, App: Zeiss Ikon Uniphon, Lautspr: Raumklang, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961-1962 Filmbühne Bahnhofstr. 133, Tel: 267, Vers.-Bf: Gerolzhofen, I: Fritz Schäfer PI: 388, Best: Kamphöner, 6 Tg, 10 V, FKV: 1 x im Monat, tön. Dia-N, Br, Sc, App: Zeiss Ikon Uniphon, Lichtquelle: Reinkohle, Lautspr: Raumklang', Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL