Ginsheim-Gustavsburg Lichtspielhaus Ginsheim

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Geschichte

Das Lichtspielhaus Ginsheim geht zurück auf einen Tanzsaal der im Haus von Adam Dauborn betriebenen Gaststätte „Zur deutschen Eiche“. Das Baujahr des Saales selbst ist nicht genau bekannt, es gibt einige Hinweise auf eine Entstehung um das Jahr 1900, wohl durch den Umbau einer Scheune. Ein unter der Bühne noch vorhandener Rüben- oder Apfelweinkeller deutet darauf hin. Das zugehörige Wohnhaus ist schätzungsweise 150 bis 200 Jahre alt. Nach dem ersten Weltkrieg wurden im Saal durch ein Wanderkino, die Walpurga-Lichtspiele von Hans-Peter Röhricht aus Gustavsburg Filme vorgeführt. Ab 1934 wurde das Kino von Hans Dauborn als festes Kino betrieben, zu diesem Zweck wurde ein Vorführraum als Vogelnest beim Nachbar an der Außenwand angebaut, der Vorführer mußte über die Straße und durch den Hof des Nachbars dorthin. Nach dem zweiten Weltkrieg erneut umgebaut und modernisiert, unter anderem wurde der Boden schräg gelegt und ein neuer Vorführraum – in dem zwei Ernemann VIIb werkelten – im Innern errichtet, hielt sich das Kino bis etwa 1970. Nach der Schließung hatte sich ab 1977 für wenige Jahre ein örtliches Möbelhaus im Saal eingemietet, im Nebenraum war eine Fahrschule. Nach Auszug des Möbelhändlers stand der Saal ungenutzt, der Eigentümer hatte kein Interesse an einer anderen Nutzung oder gar dem Abriss. So blieben die Türen verschlossen bis…

Wir das Gebäude 2015 kaufen konnten. Eigentlich sollte der Kinosaal als Lager und Werkstatt genutzt werden und so haben wir erst einmal die Einbauten des Möbelhauses entfernt. Das waren Wandverkleidungen und Podeste aus Spanplatten, die wir in handliche Stücke gesägt und rausgeschleppt haben, insgesamt ca. 5 Tonnen Holz, Teppiche und Fliesen. Danach präsentierte sich der Kinosaal etwa zur Hälfte im originalen Zustand von 1950, die Leinwand war noch da, der Vorhang inkl. Motor und Zugseilen, die Plakatschaukästen und etwa die Hälfte der ursprünglich 300 Stühle. Das war der Ausschlag zu sagen: Nach fast 50 Jahren öffnen wir der Dorfbevölkerung ihr altes Kino wieder. (...) In der Zwischenzeit konnten wir aus einem Museumsdepot des Stadtmuseums Rüsselsheim die originalen Projektoren unseres Kinos zurückholen, die dort nach einer regelrechten Odysee gestrandet waren. Kurt Palm hatte die beiden Ernemann VIIb Maschinen nach der Schließung in das von ihm gepachtete Capitol in Bischofsheim mitgenommen. Nach dessen Ende sind die Projektoren bei den Burglichtspielen als Ersatzteilspender gelandet. Dort aber niemals verwendet, dienten die Objekte im Festungsmuseum Rüsselsheim einer Ausstellung zum Thema Kurt Palm und verschwanden im Magazin des Museums, von wo wir sie in mehreren Transporten nach Ginsheim zurückholen konnten. So sind wir in der glücklichen Lage, unseren Besuchern die originalen Projektoren unseres Kinos zeigen zu können, wenn auch aufgrund des Zustands nur als Schauobjekte. Weitere Ausstellungsstücke von Kinotechnik bereichern das Gebäude, unter anderem hat die komplette 35mm Technik des Bad Schwalbacher Kinos Camera-Bambi mit Phillips-FP56 Projektoren durch die großzügige Unterstützung des dortigen Besitzers Volker Weis bei uns analoges Asyl gefunden. Auch wenn wir derzeit keinen Kinobetrieb machen möchten, sollen die 35mm Projektoren teilweise als Schaustücke betriebsbereit bleiben. [1]

Kinodaten

  • 1925 ThomasLichtspiele, Mainstr. 222 I: Röhricht
  • 1927 °Walpurga-Lichtspiele, Frankfurter Str.7, Inh: Hans Röhrigt, Gustavsburg. Sptg: Sonnabend und Sonntag. Pr: Einmal wöchentlich. 200 Pl.
  • 1928 Walpurga-Lichtspiele, Frankfurter Straße 7, Gr: 1920, nur Sonntags 180 I: Hans Röhricht, Gustavsburg bei Mainz, Darmstädter Landstraße 140
  • 1929 Walpurga-Lichtspiele, Frankfurter Str. 7, Gr: 1920, nur Sonntags I: Hans Röhricht, Gustavsburg bei Mainz, Darmstädter Landstraße 140
  • 1930 Walpurga-Lichtspiele, Frankfurter Str. 7, Gr: 1920, nur Sonntags 180 I: Hans Röhricht, Gustavsburg bei Mainz. Darmstädter Landstraße 140
  • 1931 Walpurga-Lichtspiele. Mainz-Ginsheim, Frankfurter Straße 7, Gr: 1920, 1 Tag 180 I: Hans Röhricht. Gustavsburg b. Mainz, Darmstädter Landstr. 140
  • 1932 Walpurga-Lichtspiele, Mainz-Ginsheim, Frankfurter Straße 7, Gr: 1920, 1 Tag 180 I: Hans Röhricht, Gustavsburg b. Mainz, Darmstädter Landstr. 140
  • 1933 Walpurga-Lichtspiele, Mainz-Ginsheim, Frankfurter Straße 7, Gr: 1920, 1 Tag 180 I: Hans Röhricht. Gustavsburg b. Mainz, Darmstädter Landstr. 140
  • 1937 Deutsche Lichtspiele, Mainz-Ginsheim, Frankfurter Straße 7, F: 42534, 3 Tage 200 I: Hans Dauborn, ebenda
  • 1938 Deutsche Lichtspiele, Mainz-Ginsheim, Frankfurter Straße 7, F: 42534, Gr: 1. 4. 1934, 1—2 Tage 200 I: Hans Dauborn, ebenda
  • 1941 Deutsche Lichtspiele, Mainz-Ginsheim, Frankfurter Str. 7, Gr: 1.4.1934 200/3—4 Tg. I: Hans Dauborn, ebenda
  • 1950 Lichtspielhaus Frankfurterstr. 7, Bhf.: Gustavsburg b. Mainz; I: Hans Dauborn, Ginsheim. Frankfurterstr. 7. 240 Pl. 4 Tg., 1—2 V., Dia; App.: Hahn. Vst.: Elop, Str.: D. 220 Volt.
  • 1953 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Bhf. Mainz-Gustavsburg, Tel. 361, I. u. Gf. Hans Dauborn, Ginsheim, Frankfurter Str. 7 PI. 240, 4—6 Tg., 10 V., tön. Dia, App. Ernemann II u. IV, Vst. Lorenz, Str. W. 220 Volt
  • 1955 °Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Bhf. Mainz-Gustavsburg, Tel. 361, I. u. Gf. Hans Dauborn, Ginsheim, Frankfurter Str. 7 Pl. 240, 4—6 Tg., 10 V., tön. Dia, App. Ernemann II u. IV, Vst. Lorenz, Str. W. 220 Volt
  • 1956 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361, Postanschr: desgl., Vers.-Bf: Mainz:Gustavsburg, I: Hans Dauborn PI: 240, 4-6 Tg., 8-10 V., tön. Dia, App: Ernemann II u. IV, Verst: Lorenz, Str: 220 Volt, 12 Amp., Bildsyst: Breitwand, Bildw.- Abm: 7,5x3,2, Th. Mitspielstelle: Bauschheim
  • 1957 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361 Bischofsheim, Postanschr: Ginsheim üb. Rüsselsheim, Vers.-Bf: Mainz-Gustavsburg, I: Hans Dauborn u. Sohn, Gf: Hans Dauborn PI: 280, Best: Kamphöner, 8-10 V., App: Ernemann II u. IV, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35 Mitspielstelle: Bauschheim
  • 1958 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361 Bischofsheim, Postanschr: Ginsheim üb. Rüsselsheim, Vers.-Bf: Mainz-Gustavsburg, I: Hans Dauborn PI: 280, Best: Kamphöner, ungepolstert, 4-6 Tg., 10-12 V., App: Ernemann VII B, Verst: Lorenz, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35 Mitspielstelle: Bauschheim
  • 1959 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361 Bischofsheim, Vers.-Bf: Mainz-Gustavsburg, I: Hans Dauborn Pl: 280, Best: Kamphöner, Klappstühle, 7 Tg., 8-10 V., 2 Mat.-/Spätvorst., App: Ernemann VII B, Verst: Lorenz, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35 Mitspielstelle: Bauschheim
  • 1960 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361 Bischofsheim, Vers.-Bf: Mainz-Gustavsburg, I: Hans Dauborn PI: 280, Best: Kamphöner, Klappstühle, 7 Tg, 8-10 V, 2 Mat.-/Spätvorst, App: Ernemann Vll B, Verst: Lorenz, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35 Mitspielstelle: Bauschheim
  • 1961 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361 Bischofsheim, Vers.-Bf: Mainz-Gustavsburg, I: Hans Dauborn Pl: 280, Best: Kamphöner, Klappstühle, 7 Tg, 8-10 V, 2 Mat.-/Spätvorst, Dia-N, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Reinkohle, .Verst: Lorenz, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL Mitspielort: Bauschheim
  • 1962 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, Tel: 361 Bischofsheim, Vers.-Bf: Mainz-Gustavsburg, I: Hans Dauborn PI: 280, Best: Kamphöner, Klappstühle 7 Tg, 8-10 V, 2 Mat.-/Spätvorst, Dia-N, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Reinkohle, Verst: Lorenz, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL Mitspielort: Bauschheim
  • 1971 Lichtspielhaus Frankfurter Str. 7, 2: 2161 I: Hans Dauborn, 280 P.

Weblinks

Lichtspielhaus Ginsheim