Haiger Nassau-Lichtspiele

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Geschichte

Die „Nassau Lichtspiele“ schließen

1993 ist ein rabenschwarzes Jahr für die Filmkultur im heimischen Raum, denn mit dem Ende der traditionsreichen Haigerer „Nassau Lichtspiele“ stirbt Hessens ältestes Kino und macht einem Möbelhaus Platz, das seinerseits das Filmkunsttheater auch nur um wenige Jahre überlebt.
Bereits in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren in dem ehemals großen Versammlungssaal die ersten Stummfilme zu Klavierbegleitung über die Leinwand geflimmert.
1980 baute die Familie Fuchs das Lichtspielhaus zu einem attraktiven Programmkino um, dem einzigen im Lahn-Dill-Kreis, in dem die Filmkunst dann ein Dutzend Jahre lang heimisch war. Regisseure stellten in Haiger ihre Streifen vor, lange Filmnächte ließen die Kinofans über Nacht und oft bis in die Vormittagsstunden in den Polstern der „Nassau Lichtspiele“ ausharren. Und doch war und blieb das Haigerer Programmkino ein Zusatzgeschäft, das mit den Einnahmen der Fuchs- Kinos in Siegen und Dillenburg subventioniert werden musste. Nach zwölf Jahren zog Kinochef Andreas Fuchs, der im Sommer 1993 nach Amerika übersiedelte, die Reißleine und gab das Ende einer 75 Jahre währenden Kinoära in Haiger bekannt. Zur festlichen Beerdigung kamen im Mai noch einmal rund 200 Filmfans in den Saal an der Haigerer Bahnhofstraße, der schon wenige Wochen später dem Erdboden gleich gemacht war. Nach einem Menü, das an Mahlzeiten aus berühmten Filmen vergangener Jahrzehnte orientiert war, gab es Abschiedsgeschenke für die treusten Fans und die Vorführung von „Cinema Paradiso“, der in melancholischen Bildern vom Ende eines Kinos in der italienischen Provinz kündet. aus: Guntram Lenz in: www.mittelhessen.de

Kinodaten

  • 1920 Nassau-Lichtspiele, Haiger Bahnhofstraße (Sp. Sonntag) eigene elektr. Lichtzentrale 400 Plätze Bernhard Gerling
  • 1937 Nassau-Lichtspiele. Bahnhofstraße Nr. 23, F: 309, Gr: 1919, 2 Tage 175 I: Rudi Fuchs, ebenda