Hamburg Savoy

Aus Kinowiki
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Geschichte

Außenansicht als Savoy (2013)
Außenansicht als Metropolis (2011)
Außenansicht Savoy (1988)
Blick in den Saal (1957)

Das Savoy eröffnete am 14. März 1957 in einem Neubau, dessen Vorderhaus vom Hotel Savoy genutzt wird:

Am Hamburger Steindamm eröffnete Filmtheaterbesitzer Herbert Steppan das Savoy, das wegen seiner besonderen technischen Neuerungen starke Beachtung und Interesse findet. Das von dem Berliner Architekten Dipl.-Ing. Paul Schwüler und Joachim Glüer erbaute Haus umfaßt insgesamt 957 Plätze (Hochpolsterstühle der Fa. Kamphöner), die bei Vorführung von Todd-AO auf 826 reduziert werden. Das bedeutsamste an diesem Theater ist die Möglichkeit der Vorführung von Todd AO-Filmen mit zwei Todd AO-Projektoren DP 70 von Philips auf einer Leinwand von 20x8,40 m (Ideal II, Mechanische Weberei Lippspringe}. Die Projektoren sind für die Vorführung von 70 mm breiten Kopien geeignet, die mit 30 Bildern pro Sekunde laufen. Die Projektoren können auch für die Vorführung von 35-mm-Filmen verwandt werden. Die besondere Wirkung wird durch die stark gekrümmte Bildwand und durch ihre Größe erreicht. Das 6-kanalige Magnetton-System einschließlich der 12 Effektlautsprecher sorgen für eine gute Tonwiedergabe. Die Krümmung und die Größe der Bildwand kann durch Fernsteuerung vom Vorführraum aus eingestellt werden. Die Spiegelbogenlampen sind für maximale Belastung von 220 A vorgesehen. Eine moderne Be- und Entlüftungsanlage von Rox (Köln), installiert durch Heinz Juul (Hamburg), sorgt für stetige Frischluftzufuhr. Die Wände des Zuschauerraumes sind mit Birkenfurnier auf Eternitgrundlage belegt. Die abgehängte Decke ist in gelb gehalten und steigt zur Bühne an. Der Boden ist mit hochflorigem Perlon-Velour belegt, der hochbeige Vorhang aus Velvet hergestellt). Die Todd-AO-Optiken stammen von der American Optical Co. Die Leinwand hat eine Krümmumg mit einer größten Tiefe vom 4,40 m. Zwei Gleichrichter für eine Belastung von je 200 A, gekoppelt mit einem Verteilerfeld, sind von Schnieber (Bremen) hergestellt und von Siemens-Klangfilm geliefert. Die Notbeleuchtungaanlage sowie die Breitwand-Dia-Anlage (Fabrikat Bauer) wurden ebenfalls vom Siemens-Klangfilm geliefert. Eröffnet wurde das Haus mit dem RKO-Film „Roter Staub". Film-Echo 23/1957

1960 übergab der Besitzer Herbert Steppan das Savoy an den Berliner Kinounternehmer Walter Jonigkeit. 1978 wurde es dann von Heinz Riech übernommen und in die UFA-Gruppe integriert. 1980 ließ er das Savoy in ein Kinocenter mit 5 Schachtelkinos umbauen. Es wurden die Funierwände mit rotem Stoff überdeckt und rote Sessel eingebaut, die hölzerne Saaldecke dunkel gestrichen. Als die Zeit der Schachtelkinos vorbei war, wurde die Aufteilung 1994 wieder zurückgebaut und es verblieben 2 Kinosäle mit den Namen Savoy und Atelier.

Das Kino wurde am 17. Dezember 1998 durch die UFA geschlossen, die 70mm-Projektoren entfernt und war ab da eine Art Geisterkino. Von 1999-2003 war der Kinosaal an den Geschäftsmann Harris Patscha vermietet, der dort indische Bollywoood Originalfassungen und teilweise türkische Filme vorführte. Ab 2003 fungierte unter einem neuen Besitzer das Foyer als Basar. Der Saal selbst musste schließlich aus Feuersicherheitsgründen (Basar im Foyer, Kinosaal mit Publikum) ganz geschlossen werden und fungierte dann nur noch als Lager für den Bazar. Er blieb unangetastet im letzten Zustand erhalten.

Im August 2008 wurde das Kino als Ausweichqaurtier für das kommunale Metropolis-Kino wieder eröffnet und sollte bis zum Rückzug des Metropolis an seinem alten Standort in 2011 als Exil dienen. Das Savoy gefiel dem Publikum allerdings so gut, dass es sich gut etablierte. Zudem kämpfte eine Initiative des Stadtteils um den Erhalt des Kinos. Dies schien erfolgversprechend zu sein, jedoch zog der Senat sein Hilfsangebot zurück. 2011 zog das Metropolis wieder an seinen alten Stammplatz zurück und das Savoy wurde geschlossen. Die letzte Vorstellung war am 30.10.2011.

Im Februar 2013 wurde bekanntgegeben, dass Hans-Joachim Flebbe das Savoy-Kino im Laufe des Jahres wiedereröffnen wird und die Originalfassungen, die bislang im Streit's (im März 2013 geschlossen) liefen, übernimmt. Im Mai 2013 sollte das Savoy wieder öffnen, am 20. Juni 2013 eröffnete das Savoy als Filmtheater für Originalfassungen neu.

Im Januar/Februar 2016 wurde Quentin Tarantinos "The Hateful Eight" in der originalen "Ultra Panavision 70" Roadshow-Fassung (Format 2.76:1) von einer analogen 70mm-Kopie in diesem Kino vorgeführt. Insgesamt gab es nur 4 Filmtheater in Deutschland, denen dies vorbehalten war: Lichtburg Essen, Savoy Hamburg, Schauburg Karlsruhe, Zoo-Palast Berlin.

Adresse

Savoy Filmtheater
Steindamm 52-54
20099 Hamburg
Tel: 040-284093628

Ausstattung

Das Savoy verfügt über einen Philips DP75 Projektor, mit dem auch 35mm und 70mm-Filme analog vorgeführt werden können. Dieser Projektor wurde angeblich 2015 neu angeschafft.

Kino Sitze Projektion Leinwand Ton
Savoy 300 Digital 3D, 35/70mm analog 18,00 m x 8,00 m Dolby Digital 7.1

Kinodaten

Das Kino war 1962 mit einer Philips 70 mm-Anlage ausgestattet.

  • 1957 „Savoy" -1, Steindamm 54, Tel: 247070, Inh: Herbert Steppan, Pl: 900, Best: Kamphöner, Hochpolster, 28 V., App: Philips, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM u. 6 KM Todd AO u. Perspecta, O.
  • 1958 „Savoy" -1, Steindamm 54, Tel: 247070, 245700, Inh: Herbert Steppan, Pl: 900, Best: Kamphöner, Hochpolster, 28 V., App: Philips OP 70, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, 6 KM, Todd AO u. Perspecta, O.
  • 1959 „Savoy" -1, Steindamm 54, Tel: 247070, 245700, Inh: Herbert Steppan, PI: 900, Best: Kamphöner, Hochpolster, 28 V, App: Philips OP 70, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, 6 KM, Todd AO u. Perspecta, O.
  • 1960 „Savoy" -1, Steindamm 54, Tel: 247070, 245700, Inh: Walter Jonigkeit, PI: 900, Best: Kamphöner, Hochpolster, 28 V, App: Philips OP 70, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, 6 KM, Todd AO u. Perspecta, O.
  • 1961 „Savoy" -1, Steindamm 54, Tel: 247070, 245700, Inh: Walter Jonigkeit, PI: 900, Best: Kamphöner, Hoohpolster, 28 V, Dia-N, Br, Sc, App: Philips OP 70, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild-u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, 6 KM, Todd AO, O.
  • 1962 „Savoy" -1, Steindamm 54, Tel: 247070, 249380, Inh: Walter Jonigkeit, PI: 900, Best: Kamphöner, Hochpolster, 28 V, Dia-N, Br, Sc, App: Philips OP 70 mm, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, 6 KM, Todd-AO, O.
  • 1971 Savoy -1, Steindamm 54-56, 821 Plätze, T: 247070 + Büro 249380, Inh: Walter Jonigkeit
  • 1991 Savoy 1, DOSR, 461 Plätze, Savoy 2, DO, 218 Plätze, Savoy 3, 138 Plätze, Savoy 4, 89 Plätze, Savoy 5, 76 Plätze, Hamburg 1, Steindamm 54-56, Tel. 040/247070, Inh. Riech, Heinz - FTB, Gänsestr. 6-8, 4410 Warendorf 2
  • 1992 Savoy 1, DOSR, 461 Plätze, Savoy 2, DO, 218 Plätze, Savoy 3, 138 Plätze, Savoy 4, 89 Plätze, Savoy 5, 76 Plätze, Hamburg 1, Steindamm 54-56, Tel. 040/247070, Inh. Riech, Heinz - FTB, Gänsestr. 6-8, 4410 Warendorf 2
  • 1993 Savoy 1, DOSR, 461 Plätze, Savoy 2, DO, 218 Plätze, Savoy 3, 138 Plätze, Savoy 4, 89 Plätze, Savoy 5, 76 Plätze, 20099 Hamburg, Steindamm 54-56, Tel. 040/247070, Inh: Riech, Heinz- FTB, 48231 Warendorf, Gänsestr. 6-8
  • 1995 Savoy, Kino 1, DO, 461 Plätze, Kino 2, DO, 218 Plätze, 20099 Hamburg, Steindamm 54-56, Tel: 040/247070, Inh: FTB Heinz Riech, 48231 Warendorf, Gänsestr. 6-8
  • 1997 Savoy, Atelier DO SR 129 Plätze, Savoy DO SRD/DTS 588 Plätze, 20099 Hamburg, Steindamm 54-56, Tel: 040/247070, Inh: FTB Heinz Riech, 48231 Warendorf, Gänsestr. 6-8

Weblinks