Hamburg Studio 1

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Geschichte

Das "Studio 1" im Hinterhof der Schmilinskystr. 8 in St. Georg bestand vom 3. August 1953 bis März 1956. "Nicht nur das kleinste Filmtheater Hamburgs, sondern der Bundesrepublik. Von der Straße aus geht man durch einen engen Spalt zwischen höheren Etagenhäusern auf den Hof und gelangt von da in das Studio, das modern und künstlerisch ausgestattet ist." Werner Grassmann eröffnete übrigens 1970 das Abaton.


  • Als 13. Kunstfilmtheater in Deutschland öffnete nunmehr das „Studio 1" in Hamburg seine Pforten. Es ist das kleinste Kino — zumindest in Deutschland — und hat nur 25 Plätze. Die beiden Inhaber, Werner Grassmann und Alexander von Koss, sind zugleich Inhaber der Ires-Film, Hamburg, und beschäftigen sich mit der Herstellung von Kulturfilmen. „Ware unterwegs" ist bereits fertig, und in absehbarer Zeit soll ein Spielfilm folgen. Durch ihre ausgezeichneten Verbindungen zu den Archiven in Paris, London usw. hatten sie seit längerer Zeit schon die Idee, ein intimes Theater für Filmkunst zu eröffnen. Der Besitzer des Hauses Nr. 8 in der Schmilinskystraße, der Banziger Flüchtling Eduard Kerner, war von diesem Plan so begeistert, daß er sofort einen Raum zur Verfügung stellte. Er wurde mit schallschluckenden Wänden ausgestattet, mit einer kleinen, vorhanglosen Bühne und einer indirekten Beleuchtung für den Zuschauerraum. Der Vorführung dient eine Leitz-Schmalfilm-Apparatur mit einer von dem ehemaligen UFA-Techniker Richard Basset gebauten Tonanlage. Das Eröffnungsprogramm brachte Chaplins Meisterwerk aus dem Jahre 1920, „The Kid", in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Die Vorführung historisch wertvoller und avantgardistische Filme wird ergänzt durch einen Kuitorium und die Wochenschau „Blick in die Welt". Eim „Studio 2" mit ungefähr 150 Plätzen ist geplant. Der neue Film 62/1953.
  • Dem kleinsten Kino Deutschlands, dem Studio I in Hamburg, hatte man kein langes Leben prophezeit. Fachleute schüttelten, als sie hörten, daß das Studio über nur 25 Plätze verfügt, resigniert die Köpfe. Aber die beiden Inhaber, Coss und Grassmann, sind jung und optimistisch. Drei Monate haben sie nun durchgehalten, und als wir bei einer Tasse Kaffee zusammensaßen, da erfuhren wir von einem Defizit in Höhe von DM 65,—. Kein Grund zur Besorgnis! Wenn sich das Publikum daran gewöhnt hat, auch die Nachmittagsvorstellungen zu besuchen, ist das Geschäft rentabel. Der Filmnachschub aus den Archiven ist gesichert. Für den ernsthaft interessierten Liebhaber ist das Studio I eine Fundgrube geworden. „Revolutionshochzeit" mit Fritz Kortner aus dem Jahre 1927, „Von Chaplin bis Stan Laurel", sechs Filme aus den Jahren 1922-26, „The Kid", der Cocteau-Film „Le sang d'un poète", das ist nur eine kleine Auswahl von dem, was das Studio I seinen Freunden bisher geboten hat. Der neue Film 96/1953
  • Deutschlands kleinstes Kino, das „studio I" in Hamburg, feierte sein einjähriges Bestehen. Es wurde Anfang Juli 1953 mit Chaplins „The Kid" (1920) eröffnet. Mit seinen 25 Plätzen erfaßte das „studio I" im ersten Jahr seines Bestehens 13.592 Besucher. Von den 51 Spielwochen waren 17 dem Stummfilm vorbehalten. 90 Prozent der gezeigten Tonfilme waren älter als 15 Jahre. Nach achtwöchiger Sommerpause wurde der Spielbetrieb nunmehr wieder aufgenommen. Der neue Film 69/1954
  • Trotz aller Schwierigkeiten in der Filmbeschaffung und aller Rentabilitätsnöte hat das „Studio 1" in Hamburg (mit seinen 25 Plätzen wohl das kleinste Kino Europas) seinen zweijährigen Geburtstag feiern können. Inhaber Werner Grass mann hat es verstanden, durch seine exklusiven Programme aus dem „Studio 1" eine echte Fundgrube der internationalen Filmgeschichte zu machen. Zum zweijährigen Bestehen konnte er eine Reihe russischer Filme ankündigen, die die filmhistorische Serie von „Sturm über Asien", „Panzerkreuzer Potemkin", „Das Ende von Petersburg" und „Zehn Tage, die die Welt erschütterten" fortsetzen soll. Das Theater erfreut sich auch einer allmählich wachsenden Förderung durch die amtlichen Instanzen. Der neue Film 64/1955

Kinodaten

  • 1955 Studio 1 -1, Schmilinskystr. 8, Tel. 243177, Inh: Werner Grassmann, Pl. 25, 7 Tg., 22 V., App. Leitz G/S 1, Vst. Klangfilm, Bühne 30x1,8x1,6
  • 1956 studio 1 -1, Schmilinskystr. 8, Tel: 243177, Inh: Werner Grassmann, Pl: 25, Best: Löffler, Hochpolster, 7 Tg., 22 V., App: Leitz GS 1, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: 16 mm Ton- u. Stummfilm (24 u. 16 Bilder p/sec.)
  • 1956N studio 1 -1, Schmilinskystr. 8 - Erloschen

Weblinks