Hans Kieser

Aus Kinowiki
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Die schon durch 5 Jahrzehnte laufende Aufwärtsentwicklung des Filmtheaterwesens die mit dem noch wenig komfortablen Ladenkino begann, steht heute beim repräsentativen Zweckbau... und der zeitgenössische Filmtheaterunternehmer weiß genau, daß bei der Propagierung der 'Filmaufführungen mit dem gemeinschaftlichen Werbespruch: „Mach Dir ein paar schöne Stunden — geh ins Kino!" nicht nur der Film an sich, sondern auch das WO und WIE — eben das Filmtheater — eingeschlossen ist. Je mehr das Fernsehen an Boden gewinnt, um so mehr muß sich das Filmtheater bemühen, im Ringen um die Gunst der Besucher, die illusionsfördernden technischen und räumlichen Vorzüge des Filmtheaters als einzigartige, gesellschaftliche Plattform des Gemeinschaftserlebnisses — herauszustellen. Der modernen Kino-Architektur ist die Aufgabe zugewiesen, die Realitäten eines solchen Zweckbaus (mit seinen funktionellen und technischen Erfordernissen) mit der inneren Form des Filmtheaters in Einklang zu bringen. Wenn auch das Spielgeschehen auf der Breitwand die Hauptsache ausmacht, so darf doch die gesamte harmonische Atmosphäre des Raums nicht unterschätzt werden. Der Zusammenklang von Form, Farbe und Beleuchtungseffekten gibt die dem Raum eigene Note und läßt den Besucher sich im Filmtheater wohlfühlen. Die vollkommene Erfüllung dieser Grundsatzforderungen im Filmtheaterbau ist gerade im bisherigen, umfangreichen Werk des Architekten Hans Kieser, Stuttgart-N, Lange Straße 4A, Telefon 9 52 45 ganz deutlich hervorgetreten. Schon rein zahlenmäßig lieferte er, als Spezialist aus dem Stuttgarter Architektenkreis, die meisten Entwürfe und Planungen für attraktive Kinohäuser. An Neu- und Umbauten sind 25 an der Zahl. So zeugen das „Atrium" -Stuttgart, Lange Straße (nahe der Königstraße) und das neue „Colibri" der F. Colm-Filmbetriebe Stuttgart-Frankfurt/M.-Heilbronn in seiner großartigen Besonderheit, das „Gloria"-Filmtheater in Heilbronn-Böckingen (P. A. Benischek) und nicht zuletzt die imposanten Karlsruher Filmtheater „Universum" am Hauptpostplatz und das große „Gloria" in Karlsruhe-Mühlburg für das einfallsreiche Schöpfertum des jungen Architekten Hans Kieser, der auch den „Bahnhof-Lichtspielen" und dem „Planie" am Charlottenplatz in Stuttgart durch umfassenden Umbau eine individuelle Note gegeben hat. Bei der Fülle der künstlerischen Einfälle Hans Kieser's ist zu hoffen, daß sie noch bei manchen Theater-Bauten und -Umgestaltungen wirksam werden, um das moderne zweckmäßige Filmtheater, dessen ansprechender Außen- und Innengestaltung heute erhöhte Bedeutung zukommt, zu erfolgreicher Geltung zu bringen. Das Filmtheater 1/1958