Hennigsdorf Filmpalast

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Geschichte

Ansicht um 1900 als Broses Gasthaus
Ansicht 1939 als Filmpalast
Ansicht 1999 beim Abriss

1890 wurde der Gasthof „Zum Lindengarten“ von Ida und Fritz Brose erbaut. Die historischen Postkarten werben mit dem großen Tanzsaal und vorhandenen Vereinszimmern. „Fritz Brose’s Gasthof“ wurde er dann um die Jahrhundertwende genannt. Der „Gasthof Brose“ wurde zum Versammlungs- und Veranstaltungsort der etwa 100 Mitglieder zählenden Gruppe der Sozialdemokraten. Auch Karl Liebknecht trat in diesem Lokal auf. Die neu gegründeten Vereine, wie Arbeiterturnverein und Arbeiterradfahrverein, machten dieses Lokal zu ihrem Mittelpunkt. Um 1908 firmierte Broses Gasthaus als „Radfahrerstation“. 1920, zur Zeit des Kapp-Putsches, war Broses Gasthof eine Sammelstätte des Widerstandes.

1929 kam es zu einer bedeutsamen Veränderung, denn der Saal wurde zu einem Kino umgebaut. Nach 1945 erhielt das Kino den Namen „Aktivist“. Da der Kinosaal einen der wenigen größeren Räume Hennigsdorfs darstellte, wurde er in den Jahren nach 1945 zum Treffpunkt und Konferenzort von Parteien und Massenorganisationen. Am 6. April 1994 endete die Geschichte dieses traditionsreichen Baues. An diesem Tag gab es die letzte Filmvorführung.

Bis 1994 unter Denkmalschutz stehend, erfolgte die Entwidmung per Verwaltungsbeschluss und die Streichung von der Denkmalliste. Sofort wurde der Auftrag zum Abriss erteilt. Bis zum Jahr 1999 stand das Gebäude schließlich noch. Mit dem Abriss wurde Platz für die Verlängerung der August-Conrad-Straße bis zur Berliner Straße geschaffen. Am 8.12.2005 wurde die Verlängerung der August-Conrad Straße für den Verkehr freigegeben. Quelle: Märkische Allgemeine, Neue Oranienburger Zeitung, 12.01.2008

  • Es war am 22.Oktober 1969. Im Kino „Aktivist“ in Hennigsdorf fand das 30. Mittwochsgespräch zu folgendem Thema statt: „Rauschgiftsucht – Drama der kapitalistischen Gesellschaft“. Jeden Monat fand ein solches Gespräch statt. Veranstalter war die Urania, die Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. Helmut Fritsch, damals Lehrer an der Puschkin-Schule, hatte einen Arzt und einen Juristen eingeladen und das Drogenthema lockte 389 Schüler ins Kino. Denn öffentlich wurde darüber nicht gesprochen. Doch im Westen kam damals LSD als 1.Designerdroge auf. Hin und wieder kamen Drogen auch über die so genannten Transitwege in die DDR. Das wird in dem Defa-Film „Heroin“ geschildert, der ebenfalls an diesem Abend im Kino gezeigt wurde. Märkische Allgemeine, Neue Oranienburger Zeitung, 31.08.2005
  • 1989: Märchenhaftes bietet das Filmtheater Aktivist in Hennigsdorf: Michael Endes „Unendliche Geschichte“. [1]
  • 1989: Im Oranienburger Filmpalast läuft Ende Oktober der Streifen „Man hat nicht immer Glück“. Und im Hennigsdorfer Aktivist-Kino: „Die Schande“. [2]

Kinodaten

  • 1928 U.-T- Lichtspieltheater, Berliner Straße 57, (Saalkino) 1-2 Tage, 200 Plätze, Pächter: Edmund Schulze, Velten
  • 1930 U.-T. Lichtspieltheater (Saalkino), Berliner Straße 57, 1-2 Tage, 200 Plätze, Pächter: Edmund Schulze, Velten
  • 1931 Film-Palast, Berliner Straße 57, F: 70, Gr: 1929, täglich, Bühne: 7x5m, Kap: 5 M., T-F: Klangfilm, 447 Plätze, Inh: Fritz Joschek, Berlin-Tegel
  • 1932-1934 Film-Palast, Berliner Straße 57, Gründung: 1929, täg­lich, T-F: Klangfilm, 447 Plätze, Inhaber: Fritz Joschek
  • 1935 Filmpalast, Hennigsdorf, 450 Plätze
  • 1937 Film-Palast, Berliner Straße 57, Gründung: 1929, täglich, Bühne: 7x5 m, 450 Plätze, Inhaber: Fritz Joschek, Berlin-Tegel
  • 1938 Film-Palast, Berliner Straße 57, F: 270, Gr: 1929, täglich, Bühne: 7x5m, 450 Plätze, Inh: Fritz Joschek, Berlin-Tegel
  • 1940 Film-Palast, Berliner Straße 57, F: 270, Gr: 20.12.1929, Bühne: 7x5m, 450 Plätze, täglich, Inh: Fritz Joschek, Berlin-Tegel
  • 1941 Film-Palast, Berliner Straße 57, Gründung: 20.12.1920, Inhaber: Fritz Joschek, 450 Plätze, tägliche Vorstellungen
  • 1949-1950 Film-Palast, Berliner Straße 57, 445 Plätze
  • 1991 Filmpalast, Wilhelm-Pieck-Str. 57, 227 Plätze
  • 1991 Aktivist, 227 Plätze, Hennigsdorf, Wilhelm-Pieck-Str. 57, Inh. Märkische Kino-Union GmbH i.A.
  • 1992 Aktivist, 227 Plätze, Hennigsdorf, Wilhelm-Pieck-Str. 57, Inh. Fuchs GmbH & Co. Filmtheater KG Potsdam, Leipziger Straße 60, 1561 Potsdam, Tel. 0037/334061
  • 1993 Aktivist, 227 Plätze, 16761 Hennigsdorf, Wilhelm-Pieck-Str.57, Inh: Fuchs GmbH & Co. Filmtheater KG, 14473 Potsdam, Leipziger Str. 60