Kaiserslautern Universum

Aus Kinowiki
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1960
1988
Der Saal bei der Eröffnung
Der Saal bei der Eröffnung

Geschichte

Das Universum Kino, das „Fritz-Walter-Kino“, am Standort des ursprünglichen Stadttheaters in der Karl-Marx-Straße/Ecke Gasstraße, begeisterte das Publikum ab 20. August 1956. Das Kino war kolossal. Das Universum war Kult. Das war die Zeit, in der sich die jungen Herren zum Kinobesuch am Wochenende eine Krawatte umbanden und die jungen Damen fünf Tropfen Soir de Paris hinterm linken Ohr auflegten. Für das Wochenende waren die Plätze vorbestellt und wenn man sich etwas verspätet hatte, wurde man von der Platzanweiserin mit einem Taschenlämpchen zu seiner Sesselreihe geführt. Das Programmheftchen kostete zehn Pfennig. Das Universum-Filmtheater hatte 933 Sessel und mit 14,65 auf 6,5 Meter die größte Kinoleinwand in der Pfalz. Zur Premiere kamen unter anderem Catarina Valente und Sepp Herberger nach Kaiserslautern. Als das Kino im Juni 1993 schloss, prangerten die Grünen im Stadtrat den „Kulturabbau“ in Kaiserslautern an. [1]


  • Die Herren vom Verleih betraten das neueste und neunte Lichtspieltheater Kaiserslauterns durch Türrahmen, in die just erst das Glas eingesetzt wurde. Aber auf dem mächtigen Bau in der Karl-Marx-Straße, auf jenem Platz, auf dem bis zu seiner Zerstörung 1944 das Stadttheater stand, auf diesem massigen Komplex prangte bereits eine Weltkugel und der Schriftzug Universum. Und innen bestaunten die Herren vom Fach ein großartiges Haus, großartig nicht nur, weil es mit 933 Plätzen das größte in Kaiserslautern ist und mit 14,65 mal 6,5 Metern die größte Leinwand in der Pfalz hat, sondern darüber hinaus Seiner ebenso modernen wie harmonischen Gestaltung wegen. Was dem Haus indessen besonderen Ruhm einbringt, das sind seine beiden Inhaber. Der eine, Friedrich von Kondratowic, Inhaber des Capitols Kaiserslautern, ist im Verleih als „von Kondra" ein Begriff, der andere, -nicht vom Film, ist indessen noch populärer: Fritz , Walter, „Kapitän der Koten Teufel vom Betzenberg", des 1. FC Kaiserslautern und der Nationalelf. Dipl-Ing. Theo Preckel, Pforzheim, der Architekt, erzählte von seinem sechsten Kinobau — bei dem Walter Bremer, Kaiserslautern, ebenfalls BDA, die örtliche Bauleitung hatte f*-, daß man Frost, Grundwasser und Schwemmsand glücklich überstanden habe, der Raum nun 42 Meter lang und 29 breit sei, neun Meter hoch. Die Bühne ist 19 mal 7 Meter groß, geheizt wird mit Ferndampf. Die Klappstühle von Kamphöner, Bielefeld, mit Schaumgummi und Plastikauflage hochgepolstert, sind im Parkett rot, in der steilen Empore gelb. Unigelb wie der Velour-Vorhang, als Kontrast zu der schwarz scheinenden, aber tief dunkelblauen, untergezogenen Decke mit den seitlichen Aussparungen, von denen himmelblaue Nesselbahnen, feuerfest imprägniert herunterlaufen. Im ganzen Raum nur indirektes Licht. Siemens lieferte die gesamte technische Einrichtung. Zwei Bauer-Maschinen stehen in den Kabinen, in denen auch alle Anschlüsse für Fernsehprojektion liegen. Diese Kontakte liegen übrigens auch in 8, 10, 12 und 30 Meter Entfernung von der Ideal-Leinwand. Am Abend kamen dann zur Premiere mit „Schwarzwaldmelodie" eine ganze Schar prominenter Gäste, wie sie kaum ein Autogrammjäger je auf einmal beisammen sah, von Caterina Valente bis Werner Liebrich, von Wilhelm Herz bis Kurt Reimann, Sepp Herberger und viele andere. Fritz Walter, der die 50 Prozent Anteile an der oHG. mit den Honoraren seiner beiden Bücher „3 : 2" und „Spiele, die ich nie vergesse" zusammenbrachte und nicht daran denkt, jetzt etwa die Fußballstiefel endgültig an der Kinogarderobe abzugeben, er stand wie ein Junge im Hintergrund... Und als sich einer der Gratulanten entschuldigte, er habe noch nie ein Fußballspiel gesehen, da meinte er nur: „Da hawe Se net viel versäumt!". Der neue Film 67/1956
  • »Universum« Kaiserslautern. Architekt BDA Dipl.-Ing. Theo Preckel, Pforzheim, unter Mitarbeit von Dipl.-Ing. Walter Bremer • Auf dem Grundstück des ehemaligen Stadttheaters von Kaiserslautern gebaut. Freistehendes Kinogebäude gestattete großzügige Gestaltung. Der Zuschauerraum ist im vorderen Teil flach geneigt und steigt im hinteren Teil tribünenartig an. Unter der Tribüne liegt die Eingangshalle. Der sich nach vorn verbreiternde Zuschauerraum betont die große Bildwand. Mehrzweckbühne auch für andere Darbietungen vorgesehen. Frei schwebende Zwischendecke, an Gitterträgern angehängt. Die indirekte Beleuchtung strahlt aus sägezahnförmigen Einbuchtungen die Wände an. Wandverkleidung im vorderen Drittel aus Stoff, an der Tribüne aus Sperrholz auf Glaswolle. In der Sperrholzverkleidung der Rückwand die Projektionsfenster. Quelle unbekannt, wohl Bauwelt

Kinodaten

  • 1956N Universum-Lichtspiele Karl-Marx-Str. 13, Tel: 2438, Postanschr: desgl., I: Friede, v. Kondratowicz & Co. u. Fritz Walter, Geschäftsf: Fritz Hartmann, Anschr-, ü. Büro Capitol PI: 1000, Best: Kamphöner, Bielefeld, Klappstühle gepolst, u. Polstersessel, 7 Tg., 28 V., 1 Matinee- V., tön. Dia, App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm, Str: D. 220/380 Volt, 75-90 Amp., Bild- u. Tonsyst: Breitwand, CinemaScope, 4-Kanal-Magnetton, Bildw.-Abm: 15x6, Bühne: 17x6,Th. O.
  • 1957
  • 1958-1960 Universum-Lichtspiele Karl-Marx-Str. 13, Tel: 7200, Vers.-Bf: -Hbf., I: Universum-Lichtspiele oHG., Friedrich v. Kondratowicz und Fritz Walter, P: Gloria-Filmtheater GmbH, Gf: Alfred Meyer u. Walter Heckeier PI: 931 Best: Kamphöner, Flachpolster, 7 Tg., 28 V., 1 Mat.-Vorst., tön. Dia, App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm Lautspr: 6 Effekt-Lautsprecher, 3 Eurodyn-Komb., Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM, 4 KM, Gr.- Verh : 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1961

Weblinks

www.allekinos.com