Krefeld Theater lebender Photographien

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Geschichte

  • Programm: Theater lebender Photographien, (Hochstr 51) Der Landstreicher; Dressierter Papagei; Wohnung zu vermieten; Der Bär als Photograph; Es wär zu schön gewesen; Unmögliche Brautwerbung; Dreifaches Rendez-vous; Karnevalsnacht; Zehn Frauen und kein Mann; Müller sieht um; Die Kalze hat es schwer; Suche nach Abenteuern; Liebe macht erfinderisch usw. usw. Der Kinematograph 7/1907
  • Krefeld. Eins der bestgeleiteten und vornehmsten Unternehmen in hiesiger Stadt ist das Krefelder Theater lebender Photographien (Inhaber S. Cohn), das durch die sorgfältige, abwechslungsreiche Auswahl seiner Darbietungen allabendlich eine zahlreiche Besucherschar aus allen Ständen der Bürgerschaft aufweist. An Sonntagen muss das Theater, auch in der schönen Jahreszeit, zeitweilig geschlossen werden, so stark ist der Andrang zu den Vorstellungen, trotzdem 500 Sitzplätze vorhanden sind. Der Besitzer hat das geräumige Lokal so zweckmässig eingerichtet, dass jeder Zuschauer von seinem Platze aus eine bequeme und freie Aussicht auf die Bühne hat. die Wände zieren künstlerisch ausgeführte Rheinansichten und auch in der Anordnung der Beleuchtung während der Vorführungen und in den Zwischenpausen ist den weitgehendsten Ansprüchen Rechnung getragen worden. In der Zusammenstellung der wöchentlichen Programme beweist Herr Cohn eine glückliche Hand. Durch seine reiche Erfahrung weiss er, dass ein Kinematographentheater nur florieren kann, wenn es einwandfreie, belehrende, anschauliche und unterhaltende Bilder bietet, die für einl Familienpublikum, für Kinder sowohl wie für Erwachsene, passend sind. Dies ist das ganze Geheimnis der grossen Beliebtheit, dessen sich das Theater in Krefeld erfreut. Zu loben ist auch die grösstmöglichste Vollkommenheit in der Entwicklung lebender Photographien und die fast flimmerfreie Klarheit der Bilder. Durch den günstigen Abschluss mit sämtlichen hervorragenden Filmfabriken des In- und Auslandes ist der Besitzer in der Lage, stets zuerst mit den neuesten Erscheinungen auf kinematographischem Gebiete aufzuwarten. Der neue Spielplan, gültig bis Ende September, ist wiederum äusserst interessant. Da ist in erster Linie zu erwähnen ein farbenprächtiges Schaustück „Die Wasserkünste von Versailles", das mit Lichteffekten zauberischer Pracht ausgestattet ist, ferner eine überaus lohnende Wanderung durch die britisch-französische Ausstellung in London mit einem Besuch des Vergnügungsparkes und seinen aufsehenerregenden Schaustellungen. Zwei ergreifende Lebensbilder mit spannender Handlung betitelt „Die Tochter des Wagenbauers" und „Das Gewissen des Richters", ein reizendes, koloriertes Märchen „Die Prinzessin ohne Herz", das allgemein gefällt, sowie ein umfangreicher Film „Die Diamantendiebe" der fesselnde Vorgänge aus dem modernen Gesellschaftsleben veranschaulicht, und eine Reihe humoristischer Sachen bilden den weiteren Bestandteil des umfangreichen Programms, Auch die Tonbilder finden wohlverdiente Anerkennung, vornehmlich das Duett aus Verdi's Troubadour „In unsere Heimat", eine hübsche Szene aus der Operette „Der Mikado" und „Der Berliner Hochtourist", dessen Jodler, Lieder und Tänze den frischen Hauch der Alpenweit in sich bergen. Der Kinematograph 92/1908
  • Es ist nun schon eine geraume Zeil her, dass über die hiesigen Kinematographentheater in dieser Zeitschrift berichtet wurde. Da ist zuerst das Krefelder Theater (Inhaber S. Cohn) zu erwähnen, das als das grösste. älteste und vornehmste Etablissement lebender, sinnender, sprechender und musizierender Photographien sich allgemeiner Beliebtheit und überaus zahlreichen Besuches aus allen Schichten unserer Bürgerschaft in ungesehwächtem Masse erfreut. In der Zusammenstellung der jede Woche wechselnden Spielpläne ist das Krefelder Theater vorbildlich geworden, denn neben angenehmer Unterhaltung lässt es an belehrenden Darbietungen aus dem Gebiete der Natur- und Völkerkunde sowie an humoristischen Zwischenfällen die fachmännisch geschulte Direktion niemals fehlen. Wie sehr die letztere bestrebt ist, den guten Ruf des Theaters zu erhalten und nach Kräften zu vermehren, beweist aufs deutlichste der diesmalige Spielplan, der in den Zeitungen veröffentlicht wird. An der Spitze dieser geschickt zusammengestellten Anzeige heisst es: ,,Zur gefl. Beachtung! Der dieswöchige Spielplan, bestehend aus 14 hervorragenden Nummern, übertrifft an Umfang, Reichhaltigkeit und sorgfältige Auswahl alles bisher Gebotene. Die Direktion glaubt, aus der Fülle der in den letzten Tagen eingegangenen neuesten Erzeugnisse der leistungsfähigsten in- und ausländischen Filmfabriken den Besuchern des Krefelder Theaters nur das Beste und Einwandfreieste, wie stets, mit diesem ausgedehnten Spielplan bieten zu können". Diese Ankündigung trifft auch bei einem Besuche dieses Theaters in vollstem Masse zu. Den Reigen eröffnet ein lohnender Ausflug nach dem wildromantischen Gebirge Korsikas, der über kunstvolle Strassen, vorbei an schwindelnden Abgründen und rauschenden Wasserfällen bis hinauf zur Grenze des ewigen Schnees führt. Ein wunderbares Panorama, das in seiner Grossartigkeit jedes empfängliche Menschenherz packen muss. Herz und Gemüt ergreifende Vorgänge aus dem menschlichen Leben, wie es weint und lacht, veranschaulichen die in ihrer Grundstimmung verschiedenartigen Bilder „Ein Schifferdrama an der Riviera" und „Ein edelmütiger Polizeibeamter", während der neueste Kunstftlm „Ein armer Knabe" sich als ein tiefempfundenes dramatisches Werk erweist. Nicht minder fesselnd ist die Vorführung des gelehrten Schimpansen genannt Konsul Peter, der seiner Zeit die grösste Attraktion des Zirkus Busch war und dessen „gesittetes" Benehmen berechtigtes Aufsehen erregte. Da auch an hübsch kolorierten und erheiternden Bildern so wie an Tonbildern kein Mangel ist, so ist ein jeder Besucher von dem in reicher Auswahl Gebotenen mit Rechtsehr zufrieden, namentlich aber das Familienpublikum, das sieh mit Vorliebe im Krefelder Theater einfindet. Der Kinematograph 125/1909
  • Krefeld. Das Krefelder Theater lebender Photographien (Inhaber S.. Cohn) erfreut sich nach wie vor der grössten Beliebtheit in allen Kreisen der Bürgerschaft. Die Direktion lässt es aber in ihren allwöchentlich wechselnden Spielplänen auch nicht an der nötigen Abwechslung fehlen, denn es führt nicht nur die schönsten Gauen unseres Vaterlandes, sondern auch die interessantesten Gegenden ferner Länder vor, die alt und jung willkommene Gelegenheit geben, die toten geographischen Kenntnisse in lebensvolle Vorstellungen von Land und Leuten umzuwandeln. In buntem Reigen folgen dann einwandfrei packende Dramen und spannende Vorgänge aus dem menschlichen Leben, in denen die Jugend über alle Fährnisse zum Schlüsse triumphiert, und da es ferner nicht an humoristischen Zwischenfällen fehlt, die eine fröhliche Stimmung im Zuschauerraum hervorrufen, so ist der überaus zahlreicheBesuch dieses einzigartigen Bildungsinstituts ganz er klärlich. Es ist dieser Erfolg der beste Beweis, in welchen Bahnen ein Kinematographentheater geleitet werden muss, soll es seinen Zweck erfüllen, eine Pflegestätte zur Belehrung aller Volkskreise zu sein. Wenn alle Besitzer nach diesen Gesichtspunkten handelten, fürwahr, es stände um die Entwickelung und die Zukunft der Kinematographentheater nicht schlecht bestellt. Der neue Spielplan des Krefelder Theaters bietet nun in dieser Woche eine solche Fülle des Anschaulichen, Wissenswerten und Belehrenden, wie er kaum in dieser Mannigfaltigkeit und Reichhaltigkeit zu übertreffen sein dürfte. Da ist in erster Linie zu nennen ein Besuch in einem mikroskopischen Institut, in dem die Wissenschaft in volkstümlicher Fassung durch eine Reihe sensationeller Aufnahmen die neuesten Entdeckungen der verbeerenden Schlafkrankheit vorführt, die in Zentralafrika durch den Stich der giftigen Tsetsefliege verursacht wird« Man verfolgt mit allseitigem Erstaunen, wie weit die ärztliche Kunst in der Abwendung von Seuchen und der Erforschung der Erreger dieser Erkrankungen auf bakteriologischem Gebiete vorgeschritten ist. Recht lohnend gestaltet sich ein Ausflug in die Abruzzen, in die wildromantischen Felsentäler dieses malerischen Gebirges Italiens, der mit einem schwierigen Aufstieg zur Felsenhöhle von Cavollona einen schönen Abschluss findet. Hieran schliessen sich eindrucksvolle Darstellungen aus dem (...) farbenprächtigen Ausstattung und wunderbaren Szenerien. Nach einer dramatischen Episode aus dem deutsch-französischen Kriege betitelt „Die Lüge", in der es an ergreifenden Momenten nicht fehlt, folgen zwei Bilder „Die Pflicht über alles" und „Der Kinderarzt", die in trefflicher Weise den Goethischen Merkspruch „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" versinnbildlichen, während ein romantisches Ritterschauspiel „Die Gefangenen" den Beschauer in die zügellose Zeit des dreißigjährigen Krieges versetzt. Eine Perle des Spielplans ist ferner das umfangreiche Bild „Die verführerische Halskette", in dem die gütige Vorsehung im entscheidenden Augenblick alles wieder zum Guten wendet. Humorvolle Darbietungen, stimmungsvolle Tonbilder, u. a. ein melodiöses Duett „Die Macht des Geschicks", sowie künstlerische Musikvortrage des Konzertmeisters und Komponisten Arnoldo Sartorio, der auch noch in mustergültiger Weise die Lebensbilder in ihren einzelnen Szenen recht anschmiegend zu begleiten versteht, bilden den weiteren Bestandteil des diesmaligen, ganz" hervorragend zusammengestellten Programms. Der Kinematograph 161/1910