Krumbach Welt-Kinematograph

Aus Kinowiki
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Geschichte

1913 endete die von Wanderunternehmen geprägte Epoche lokaler Kinogeschichte. Der 1873 in Fellheim geborene Franz Wassermann erhielt seinerzeit eine Kinokonzession für Krumbach, wenngleich der Stadtmagistrat versucht hatte, dieses Vorhaben zu verhindern. Wassermann begann, den Saal im "Bayerischen Löwen" entsprechend umzubauen. Die Halle gehörte zum Gasthof Löwen in der Krumbacher Karl-Mantel-Straße (später Ost, heute Obermeier). Bei der Eröffnung des Welt-Kinematographen - so der Name des ersten Krumbacher Filmtheaters - wurden an drei Sonntagen im Juli 1913 die verschiedensten Filme gezeigt. Den dritten Teil am 27. Juli 1913 sah das erwartungsvoll gestimmte Publikum jedoch nicht mehr: Panikartig flüchteten die Besucher aus dem Saal, nachdem ein Filmstreifen im Vorführapparat Feuer gefangen hatte. In einem Bericht des anwesenden Polizeisergeanten Anton Funk heißt es, dass das Publikum teils bei den Fensterstöcken, teils bei der Ausgangstüre den Saal verließ. Außerdem seien "im ersten Anprall der Panik" einige älteren Personen zu Boden gedrückt worden. Niemand habe aber eine Verletzung erlitten. Überliefert ist, dass Wassermann und seinen Apparateur Metzeler wegen fahrlässiger Brandstiftung angezeigt wurden. Im November selbigen Jahres eröffnete Wassermann sein Kino wieder, allerdings nur für kurze Zeit. Vermutlich wurde er in den Ersten Weltkrieg eingezogen. [1]

Bilder

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Foto: Stadtarchiv Krumbach