Lübeck Stadthallen Lichtspiele

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Geschichte

Stadthalle Lübeck (2006)
Eintrittskarte 30-40er Jahre
Postkarte 1910-1920
  • 1904 als Stadthallen-Theater eröffnet; 1919 zum Kino umgebaut.
  • 1919–1942: Stadthallen-Lichtspiele
  • 1942–1945: Not-Lichtspiel-Theater Stadthalle
  • 1945–1947: Victory-Cinema
  • 1947–1991: Stadthallen-Lichtspiele
  • 1994–heute: CineStar Filmpalast Stadthalle (Wikipedia)

Dia Stadthalle wurde 1903 auf dem Grundstück des Concordia-Garten als Theater errichtet. Im August 1915 geriet der Betreiber in finanzielle Schwierigkeiten; die Stadthalle wurde von der Hansestadt Lübeck übernommen. Im Februar 1919 fand sich ein für die Stadt Lübeck akzeptabler Pächter: Die James Henschel GmbH, ein Tochterunternehmen der Universum Film AG, das mehrere Kinos in Hamburg betrieb und zudem ein bedeutender Filmverleih im norddeutschen Raum war.

Nachdem die notwendigen Umbauten vollendet waren, fand am 19. September 1919 die Eröffnung der Stadthallen-Lichtspiele statt, die mit 1200 Plätzen das größte Kino Lübecks waren. Im September 1929 verzichtete Henschel auf die Verlängerung des Pachtvertrags. Sein Partner, der Hamburger Geschäftsmann Wilhelm Markmann, benötigte wegen der anstehenden kostspieligen Umrüstung auf Tonfilmapparaturen und für die dringend notwendige Renovierung der Stadthalle neue Teilhaber. Er gewann den Lübecker Kaufmann Leopold Gonser und den Musikalienhändler Ernst Robert. Robert schied nach wenigen Jahren wieder aus der Teilhaberschaft aus, und Markmann trat geschäftlich nur noch selten in Erscheinung, so dass die Leitung des Lichtspielhauses in den folgenden Jahrzehnten alleine bei Gonser lag. Mit dem neu gewonnenen Kapital wurden die Stadthallen-Lichtspiele 1930 zu einem Tonfilmkino umgerüstet.

1934 folgte eine umfassende Modernisierung, wobei auch die mittlerweile als altmodisch empfundenen reichhaltigen Stuckverzierungen und Dekorationen, die noch aus der Zeit der ursprünglichen Nutzung als Theater stammten, entfernt wurden. Neben einem zeitgemäßeren Erscheinungsbild versprach man sich davon eine Verbesserung der nach wie vor unbefriedigenden Akustik, die jedoch nicht eintrat. 1938, angesichts der Konkurrenz des Delta-Palastes, banden sich die Stadthallen-Lichtspiele als sogenanntes Regietheater eng an die Universum Film AG, da es nur auf diese Weise möglich war, die publikumswirksamen Produktionen des Konzerns zu erhalten, die für ein Kino dieser Größe unverzichtbar waren. Die Stadthalle wurde vertraglich verpflichtet, 8% der Einspielergebnisse an die Ufa abzutreten und erhielt im Gegenzug günstigere Verleihkonditionen als unabhängige Lichtspielhäuser. Dank der bevorzugten Behandlung durch den Ufa-Konzern wurde die Stadthalle wieder zum führenden Kino Lübecks.

Der britische Bombenangriff vom 28./29. März 1942 traf auch die Stadthalle. Der Kinosaal wurde zerstört, während der vordere Teil des Gebäudes mit dem Foyer nur verhältnismäßig geringe Schäden davontrug. Eingangshalle und Foyer wurden zum behelfsmäßigen Saal umgebaut; noch im selben Jahr wurde das Kino als Not-Lichtspiel-Theater Stadthalle mit 400 Plätzen wiedereröffnet. Nach der Besetzung Lübecks durch britische Streitkräfte am 2. Mail 1945 wurde die Stadthalle beschlagnahmt und diente als Victory-Cinema ausschließlich britischen Soldaten und ihren Familien. 1947 wurde sie Leopold Gonser zurückerstattet und die Betriebserlaubnis als unabhängiges Kino erteilt.

1951 begann die Errichtung eines neuen Saals. Entsprechend den Interessen der Stadt Lübeck, die nach wie vor Eigentümerin der Stadthalle war, entstand ein in erster Linie als moderne Kongress- und Konzerthalle mit 1011 Plätzen konzipierter Bau, dessen tatsächliche Hauptnutzung als Kino zahlreiche Kompromisse erforderte. Der neue Pachtvertrag mit Gonser war inhaltlich nahezu identisch mit dem 1919 mit Henschel geschlossenen. Die Stadt ließ sich das Recht zusichern, die Stadthalle jährlich für 10 Kongresse, 18 kulturelle Veranstaltungen sowie eine beliebige Anzahl sonstiger Großveranstaltungen nach Bedarf nutzen zu können. Die Doppelnutzung der Stadthalle erwies sich in den Folgejahren als problematisch, da die Akustik des Kompromissbaus weder für Konzerte noch Filmvorführungen ideal war. Für Kongresse wurde sie so gut wie nie verwendet.

Nach Leopold Gonsers Tod im Dezember 1953 übernahmen seine Tochter Barbara und ihr Ehemann Kurt Bovensiepen die Leitung der Stadthallen-Lichtspiele. Als zu Beginn der 1960er Jahre unter anderem durch die zunehmende Verbreitung des Fernsehens die Zuschauerzahlen in den Kinos abnahmen, war eine Verkleinerung des Kinosaales aufgrund der Doppelnutzung nicht möglich, und auch ein stärker ausgewähltes Filmprogramm ließ sich nicht umsetzen, da der große Saal zur Kostendeckung die Vorführung von Mainstream-Filmen mit entsprechender Auslastung notwendig machte.

Im April 1973 gab Barbara Bovensiepen die Stadthallen-Lichtspiele an die Kinobetreiber Albert Kieft und Wilhelm Grießhammer als neue Pächter ab, die das Lichtspielhaus trotz zurückgehender Attraktivität und sinkenden Zuspruchs beim Lübecker Kinopublikum in den folgenden Jahrzehnten weiterbetrieben. 1991 wurde im 1951 errichteten Kinosaal Asbest entdeckt, was eine Fortführung des Kinobetriebs unmöglich machte. Die Stadthallen-Lichtspiele wurden daraufhin geschlossen.

1992 erwarb die nunmehr in Lübeck ansässige Kieft-Gruppe die Stadthalle von der Hansestadt Lübeck. Der asbestbelastete Kinosaal wurde in den folgenden zwei Jahren komplett entkernt. Nach Abschluss dieser Arbeiten entstand im Rahmen einer vollständigen Modernisierung eine Kinoanlage mit sieben Sälen verschiedener Größe und insgesamt 1570 Sitzplätzen. Die umgebaute Stadthalle, nunmehr unter dem Namen CineStar Filmpalast Stadthalle, wurde 1994 wiedereröffnet und ist seit Schließung des Capitols im Frühjahr 2006 das derzeit älteste betriebene Lübecker Lichtspieltheater. aus: Wikipedia

Ausstattung

Kino Sitze Projektion Leinwand Ton
1 181 Digital 3D HFR 5,30 m x 10,90 m Dolby Digital 5.1
2 170 Digital 3D HFR 5,30 m x 10,90 m Dolby Digital 5.1
3 380 Digital 3D HFR 4K 7,60 m x 17,30 m Dolby Digital 5.1
4 142 Digital 3D HFR 4,10 m x 8,30 m Dolby Digital 5.1
5 195 Digital 3D HFR 4,70 m x 9,90 m Dolby Digital 5.1
6 179 Digital 3D HFR 5,40 m x 11,60 m Dolby Digital 5.1
7 179 Digital 3D HFR 4,90 m x 11,40 m Dolby Digital 5.1

Kinodaten

  • 1920 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 7a-13 F: 87-89, Gegr. 1919, täglich, 1200 Plätze, Inh: J. Henschel, Filmverleih, Hamburg, Dammhorst 27, Gf: Ernst Heusel
  • 1925 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke, täglich, 222 Plätze, Direktion: Stadthalle
  • 1927 °Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 7a-13, Pächter: Henschel, Hamburg 36, Gf: E. Hensel, Sptg: Täglich, Pr: Freitag, 1221 Plätze
  • 1928 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, 1223 Plätze, P: Joe Henschel, Hamburg, Gf: E. Hensel, Mühlenbrücke 13
  • 1929 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, 1225 Plätze, P: Joe Henschel. Hamburg, Gf: E. Hensel, Lübeck
  • 1930 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, 1225 Plätze, P: Joe Henschel, Hamburg, Gf: E. Hensel, Lübeck
  • 1931 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, T-F: Kinoton, 1225 Plätze, Inh: W. Markmann, Ernst Robert, L. Gonser
  • 1932 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, T-F: Kinoton, 1228 Plätze, Inh: W. Markmann, Ernst Robert, L. Gonser
  • 1933 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1910, täglich, T-F: Klangfilm, 1228 Plätze, Inh: W. Markmann, Ernst Robert, L. Gonser
  • 1934 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, T-F: Klangfilm, 900 Plätze, Inh: W. Markmann, Ernst Robert, L. Gonser
  • 1937 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 13, F: 22222, Gr: 1919, täglich, 900 Plätze, Inh: W. Markmann, A. Gonser
  • 1938 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, F: 22222, Gr: 1919, täglich, 1100 Plätze, Inh: W. Markmann und L. Gonser (Ufa-Konzern)
  • 1940 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, F: 22222, Gr: 1919, 1103 Plätze, täglich, Inh: W. Markmann und L. Gonser (Ufa-Konzern)
  • 1941 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, F: 22222, Gr: 1919, 1179 Plätze, täglich, Inh: W. Markmann und L. Gonser
  • 1949 Stadthallen-Lichtspiele (Tageskino) Mühlenbrücke 11, Tel. 22222, Inh: L. Gonser & Markmann, Mit Dia, 7 Tage, Pl. 412
  • 1950 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, Tel. 22222, Inh: Gonser & Markmann, Lübeck, Gf: L. Gonser, Lübeck, 402 Pl. 7 Tg., 4 V., Dia; App.: Ernemann VII B, Vst: Klangfilm
  • 1952 "Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, Tel. 22222, Inh: Gonser & Markmann, Lübeck, Gf. L. Gonser, Lübeck, PI. 402, 7 Tg., 29 V, Dia., App. Ernemann VII B, Vst. Klangfilm
  • 1953 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, Tel. 22222, Inh: Gonser Bovensiepen/Dehn, Gf: L. Gonser, PL 1176, 7 Tg., 22 V., Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Philips
  • 1955 °Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11, Tel. 22222, Inh: Gonser Bovensiepen/Dehn, Gf: L. Gonser, PI. 1176, 7 Tg., 22 V., Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Philips
  • 1956 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/Dehn/Bovensiepen OHG, Gf: Kurt Joachim Bovensiepen, Pl: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 21 V, 1 Matinee-Vorst, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Philips, Str: Rectron-Gleichrichter, Th, O.
  • 1957 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/ Dehn u. Bovensiepen oHG, Gf: Kurt-Joachim Bovensiepen, PI: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 22-23 V., 1 Spätvorst., 1 Mat.-Vorst., tön, Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35, Th., O.
  • 1958 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/ Dehn u. Bovensiepen oHG, Gf: Kurt Joachim Bovensiepen, Pl: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21-24 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35, Th, O.
  • 1959 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/ Dehn u. Bovensiepen oHG, Gf: Kurt Joachim Bovensiepen, PI: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21-24 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35 Th, O.
  • 1960 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/ Dehn u. Bovensiepen oHG., Gf: Kurt Joachim Bovensiepen, PI: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 21-24 V., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35, Th., O.
  • 1961 °Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/-Dehn u. Bovensiepen oHG, Gf: Kurt Joachim Bovensiepen, PI: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21-24 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Philips, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Th, O.
  • 1962 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11/13, Tel: 22222, Inh: Gonser/ Dehn Reimer u. Bovensiepen oHG., Gf: Kurt Joachim Bovensiepen, PI: 1176, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 14 V., tön. Dia-N, Br, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Siemens Klangfilm 4 KM, Lautspr: Siemens Klangfilm, Eurodyn-Komb., Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Th., O.
  • 1971 Stadthallen-Lichtspiele, Mühlenbrücke 11-13, T:75353, Inh: Gonser & Markmann, 1156 Plätze
  • 1995 Filmpalast Stadthalle, Kino 1, DO SR/DTS, 208 Pl. Kino 2, DO SR, 191 Pl. Kino 3, DO SRD/THX+DTS, 398 Pl. Kino 4, DO SR, 163 Pl. Kino 5, DO SR/DTS, 216 Pl. Kino 6, DO SR, 201 Pl. Kino 7, DO SR, 196 Pl. 23552 Lübeck, Mühlenbrücke 11 Tel.: 045117030100, Fax: 7030222 Inh.: Kieft & Kieft - Kinobetriebsgesellschaft Kieft mbH, 23552 Lübeck, Mühlenbrücke 11
  • 1997 Filmpalast Stadthalle, Kino 1 DOSR/DTS 62m2/208PI. Kino 2 DO SRD 61 m2/191 PI. Kino 3 DO SRD/THX+DTS+SDDS 128 m2/398 PI. Kino 4 DO SR/DTS 35 m2/163 PI. Kino 5 DO SR/DTS 57m2/216PI. Kino 6 DO SR/DTS 57 m2/201 PI. Kino 7 DO SRD 48 m2/196 PI. 23552 Lübeck, Mühlenbrücke 11, Tel: 0451/7030120, Inh: Kinobetriebsgesellschaft Kieft mbH, 23552 Lübeck, Mühlenbrücke 11

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