Leer Deli-Kinocenter

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Geschichte

  • In den Jahren 1952/1953 ließ Heinrich Buschmann am Denkmalsplatz die „Deli-Lichtspiele“ (abgeleitet von „Denkmal-Lichtspiele“) mit 702 Plätzen errichten. Die „Ostfriesen-Zeitung“ schwärmte bereits während der Bauphase von dem „modernsten Lichtspielhaus Ostfrieslands“. Am 18.Dezember 1953 fand die feierliche Eröffnung mit der Vorführung des Farbfilms „Der Vogelhändler“ statt. Die lokale Presse beschrieb das neue Kino wie folgt: „Wir betreten durch die Säulenhalle, die mit Steinplatten ausgelegt worden ist und in der strahlendes Licht auf die Schaukästen fällt, das Foyer des Hauses, das zweifellos zu einem repräsentativen Raum ausgestattet worden ist. Von der Decke strahlt aus drei Kuppeln dreifärbiges, gedämpftes Licht, das sich mit dem helleren Schein aus den beiden Kassen, aus dem Verkaufsraum für Süßigkeiten und den beiden verpachteten Schaukästen vermischt. Zwei mit Läufern ausgelegte Gänge führen in den Kinosaal, der mit besonders starkem Gefälle zur Leinwand gebaut wurde und gute Sichtverhältnisse ermöglicht. Der große Raum ist ringsum mit einem im dunklen Farbton gehaltenen Tuch ausgeschlagen und wird ebenfalls von einer indirekten Beleuchtungsanlage in gedämpftes Licht getaucht. […] Die Preise liegen zwischen ein und zwei Mark. […] Auf sechs Plätzen wurde eine Schwerhörigenanlage geschaffen. Dem schwerhörigen Besucher steht ein Kopfhörer zur Verfügung und von seinem Platz kann er an einer Apparatur die gewünschte Lautstärke des Tones einstellen. […] Die Breite der Bühne nimmt die gesamte Rückwand des Hauses ein. Dadurch sind bereits die Voraussetzungen geschaffen worden, später auch Filme nach dem CinemaScope-Verfahren zu zeigen, jenem Verfahren, das sich wahrscheinlich in der plastischen Wiedergabe von Bildern endgültig durchsetzen wird.“ Anhand der Beschreibung lassen sich die Größe und Einrichtung dieses Kinos vorstellen. Die von dem Autor beschriebene Schwerhörigenanlage war zu jener Zeit in vielen neu erbauten Kinos installiert. Heinrich Buschmann muss schon bei der Planung mit der baldigen Durchsetzung des CinemaScope-Films gerechnet haben. Er wird überzeugt gewesen sein, dass in dieser Technik die Zukunft liegt, obwohl es während der Planungs- und Bauphase des Kinos erst einen Film dieses Formats gab.
  • Etwa zu Beginn der 70er-Jahre ließ Friedo Buschmann das „Deli“ zu einem Center erweitern: Direkt neben dem alten Lichtspielhaus entstand im Garten das „City“ mit 198 Plätzen; es bot ein Kontrastprogramm. Da der 702 Personen fassende große Saal des ursprünglichen „Deli“ nur noch selten ausverkauft war, entschied sich Buschmann, ihn zu zwei kleineren Service- und Raucherkinos umzubauen: Im ersten Stockwerk entstanden so nach einem halben Jahr Bauzeit das neue „Deli“ mit 255 Plätzen und das „Roxy“ mit 129 Plätzen; ein Teil des Erdgeschosses wurde in ein Ladenlokal umgewandelt, hier zog ein Spezialgeschäft für Herrenbekleidung („Herrenhaus“) ein. In den Sälen stand den Zuschauern ein breit gefächertes Programm zur Auswahl, zudem ließen sich während der Vorstellung per Knopfdruck Getränke an den Platz bestellen. Das „City“ diente ab sofort dem Abspielen eines „gepflegten“ Programms
  • Gegen Ende der 70er-Jahre erweiterte er das Center mit dem „Urania-Theater“ um ein viertes Kino mit 139 Plätzen. Nun konnten die Zuschauer in allen Sälen Getränke bestellen und rauchen.

Friedo Buschmann verpachtete etwa 1990 an die „Vereinigte Filmtheater-Betriebs-GmbH“ aus Hannover, ab etwa 1994 wurde das Kino von der „Groteheide Ostfriesische Filmtheater GmbH“ bespielt. Etwa zu der Zeit dieses Wechsels ereignete sich in dem Kino ein Brand. Daraufhin wurde in dem kaum zerstörten Außengebäude ein neues Center mit fünf Sälen und insgesamt 900 Plätzen als Verzehr- und Raucherkino eingerichtet. Seit etwa 1999 wird es von der „Ostfriesischen Filmtheater GmbH“ (Kinobetriebe Muckli) geführt. aus: Stephan Bents

1976 öffnete in Leer das neue Kino-Center am Denkmalsplatz mit drei Vorführsälen seine Türen. [1] Im Sommer 2016 soll in einem Anbau ein neuer Kinosaal mit 125 Sitzplätzen entstehen. Der bisherige Saal 5 soll dafür abgerissen werden. Aus einem weiteren kleinen Saal soll ein gemütlicheres Kino mit Ledersesseln werden. [2]

Adresse

Kino-Center Leer
Mühlenstr. 88
26789 Leer
Tel: 0491-99239325

Ausstattung

Kino Sitze Projektion Leinwand Ton
1 255 Digital 3D HFR m x m Dolby Digital 5.1
2 199 Digital 3D m x m Dolby Digital 5.1
3 198 Digital m x m Dolby Digital 5.1
4 139 Digital m x m Dolby Digital 5.1
5 109 Digital m x m Dolby Digital 5.1

Kinodaten

  • 1953 Deli-Lichtspiele, Vaderkeborg, Tel. 3333, Inh: Heinrich Buschmann, Gf: F. Buschmann, PL 687, 7 Tg., 21 V.. Dia, App. Bauer B 8 K, Vst. Klangfilm, Th. ja
  • 1955 Deli-Lichtspiele, Vaderkeborg, Tel. 3333, Inh: Heinrich Buschmann, Gf: F. Buschmann, PI. 702, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Bauer B 8 K, Vst. Klangfilm, Th.
  • 1956 Deli, Vaderkeborg, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, Gf: Frido Buschmann, Pl: 702, Best: Kamphöner, Hoch- u. Flachpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm
  • 1956N Deli, Vaderkeborg - Erg: Bild- u. Tonsyst. CinemaScope, 1-Kanal-Lichtton
  • 1957 Deli-Theater, Vaderkeborg, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, Gf: Frido Buschmann, PI: 702, Best: Kamphöner, Hoch- u. Flachpolster, 7 Tg., 21 V., 2 Mat.-/Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1958 Deli-Theater, Vaderkeborg 8, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, Pl: 702, Best: Kamphöner, Hoch- u. Flachpolster, 7 Tg, 21 V, 2 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1959 Deli-Theater, Vaderkeborg 8, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, PI: 702, Best: Kamphöner, Hoch- u. Flachpolster, 7 Tg., 21 V., 2 Mat.-/Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1960 Deli-Theater, Vaderkeborg 8, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, PI: 702, Best: Kamphöner, Hoch- u. Flachpolster, 7 Tg, 21 V, 2 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 °Deli-Theater, Vaderkeborg 8, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, PI: 702, Best: Kamphöner, Hoch-u. Flachpolster, 7 Tg, 21 V, 2 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 Deli-Theater, Vaderkeborg 8, Tel: 3333, Inh: Heinrich Buschmann, Pl: 702, Best: Kamphöner, Hoch- u. Flachpolster, 7 Tg., 21 V., 2 Mat.-/Spätvorst., FKTg: donnerstags, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1971 Deli-Theater, Vaderkeborg 8, T:3333, Inh: Frido Buschmann, 702 Plätze, Post: Mühlenstr. 100
  • 1975 2950 Leer, City, 198 Plätze, Deli, 489 Plätze, Urania
  • 1991 2950 Leer, City, 198 Plätze, Urania, 121 Plätze
  • 1993 City, 198 Plätze, Roxy, 129 Plätze, Urania-Theater, 139 Plätze, 26789 Leer, Mühlenstr. 88, Tel. 0491/3333, Inh: Vereinigte FTB GmbH, Gf:Flebbe, 30519 Hannover, Grazer Str. 10
  • 1993 Deli-Theater, DO, 255 Plätze, 26789 Leer, Vaderkeborg 11-15, Tel. 0491/3333, Inh: Vereinigte FTB GmbH, Gf:Flebbe, 30519 Hannover, Grazer Str. 10
  • 1995 Deli-Kinocenter, City, DO DTS, 198 Pl. Deli (VZK), DO DTS, 255 Pl. Hollywood, 109 Pl. Roxy, DO, 129 Pl. Urania, 139 Pl. 26789 Leer, Mühlenstr. 88, Büro: 26789 Leer, Vaderkeborg 11-15, Tel: 0491/3496, Inh: Groteheide Ostfriesland Filmtheater GmbH, 33330 Gütersloh, Kökerstr. 16
  • 1997 Deli-Kinocenter, City (VZK/RAK) DO SR/DTS 198 PI. Deli (VZK/RAK) DO SRD/DTS 255 PI. Hollywood (VZK/RAK) 109 PI. Roxy (VZK/RAK) DOSR/DTS 199 PI. Urania (VZK/RAK) 139 PI. 26789 Leer, Mühlenstr. 88, Tel: 0491/3333, Inh: Groteheide Ostfriesland Filmtheater GmbH, 33330 Gütersloh, Kökerstr. 16

Weblinks