Ludwigshafen Union-Lichtspiele

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Geschichte

  • 6. September 1943 totale Zerstörung durch Luftangriff
  • 30. Oktober 1957 Eröffnung nach Wiederaufbau, wobei der Saal mit 760 Sitzplätzen etwas in Richtung Rhein versetzt wurde. Besitzer sind Berta Spickert und Clara Block. Im Bildwerferraum stehen zwei Ernemann Zehn. Als Besonderheit war in dem Kino eine Raucherloge hinter Glas vorgesehen.
  • 1977 Umbau in drei Säle: U1, U2, und U3
  • 31. Dezember 2000 endet der Kinobetrieb aus: Herbert Baum

In der Ludwigstraße, der immer mehr großstädtisches Format annehmenden Hauptstraße der Chemiestadt Ludwigshafen am Rhein, wurde am 30. Oktober das Union-Filmtheater eröffnet. Mit dem einstigen, von Bomben zerstörten Union an diesem Platz hat es außer dem Namen nichts mehr gemein. Mit 760 Sitzplätzen (Kamphöner) ist es mehr als doppelt so groß. Und dann ist es jetzt ein Erstaufführungstheater, das sechste von Ludwigshafen. Es erstand in viereinhalb Monaten unter Leitung des Mannheimer Architekten Emil Ph. Spickert. Dessen Ehefrau, Bärbel Spickert, ist zusammen mit der Inhaberin der Odeon-Lichtspiele in der Hauptstraße von Heidelberg, Frau Clara Blank, Besitzerin des neuen Kinos. Die geschmackvolle Innenausstattung ist in Braun-Grün (gehalten. 60 Plätze hat die erhöhte, durch Glaswände abgetrennte Raucherloge, wo während der Vorstellung geraucht werden darf. Die Firma Marathon lieferte den Großteil der technischen Einrichtungen, die neuneinhalb Meter breite Leinwand, die auf 13 Meter ausgezogen werden kann. Im Vorführraum, wo derselbe Wilhelm Lorenz amtiert, der bereits im alten Union Vorführer war, stehen zwei Ernemann X. Bemerkenswert ist das ungewöhnlich helle Foyer, das durch eine gediegene Mocca- und Coca-Cola-Bar abgeschlossen wird. Der neue Film 86/1953


Union-Kino unter dem Abrisshammer Aus: Mannheimer Morgen 16.juli 2008
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Von unserem Redaktionsmitglied Sybille Burmeister Eine Ludwigshafener Institution fällt: Das Union-Kino in der Innenstadt wird derzeit entkernt. Ein Lebensmittelmarkt der Kette „Plus" soll dort Ende des Jahres einziehen (wir berichteten). Die Fassade von der Ludwigstraße aus bleibt stehen, im rückwärtigen Bereich zum Lichtenberger Ufer hin ist vor wenigen Tagen schweres Gerät angerückt. Der ehemaligen Kinosaal wird komplett abgerissen und der Erdwall auf das Niveau der Straße gebracht. Dort sollen rund 30 Parkplätze für die Kunden des „Plus" entstehen. Investor ist Matthias Back, beziehungsweise seine Firma Back-Capital-Management. Eine Investitionssumme möchte der öffentlichkeitsscheue Ludwigshafener nicht nennen. Ihm gehört die Immobilie seit 2006. Nachdem das Kino Ende 2000 seine Pforten geschlossen hatte, eröffnete erst ein „Pleitegeier-Markt" in den Räumen, später ein Asia-Handel. Für „Plus" seien etwa 800 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen, sagte Unternehmenssprecherin Nicole Dinter. Zehn Mitarbeiter sollen in dieser Filiale einen Arbeitsplatz finden. Ursprünglich war die Eröffnung bereits für diesen Sommer avisiert. Das Architekturbüro Fuder (Kaiserslautern) sei beauftragt. Die Fassade im Erdgeschoss werde noch umgebaut. Back gehört in der Innenstadt beispielsweise noch das Gebäude, in dem der Rossmann-Markt angesiedelt ist. Auch das ehemalige Frieda-Gerhardt-Haus und das Gebäude, in dem jahrzehntelang der Porzellan-Handel „Pabst" residierte, werden von ihm entwickelt. Sein Augenmerk liege darauf, qualitätsbewusste Filialisten anzuziehen. Er ziele mit sei- nen Aktivitäten darauf ab, die Fußgängerzone zu beleben. „Beim Union-Kino tut die bauliche Änderung nicht ganz so weh", erklärt Matthias Ehringer von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Andere 50er-Jahre-Bauten wie das Corso-Kino seien von ihrer Denkmalwürdigkeit her bedeutender.

Ein Kino im Wandel der Zeit

  • Das „Union-Theater-Lichtspiele" wurde 1907 eröffnet. Das Gebäude, in dem es untergebracht war, war im Zweiten Weltkrieg 1943 völlig zerstört worden und wurde 1953 an derselben Stelle wieder aufgebaut.
  • In Ludwigshafen gab es Mitte der 50er Jahre über 15 Lichtspielhäuser.
  • Das Union-Filmtheater wurde Ende 2000 geschlossen.
  • 1993 wurde im Union-Kino erstmals der William-Dieterle-Filmpreis erstmals vergeben.
  • Im vorderen Bereich sind 20 Wohnungen untergebracht.

Kinodaten

  • Die Kinos in Bayern 1917/18: Union-Theater, 500 Plätze
  • 1918 Union-Theater, Ludwigstr. 14-16 — Fspr.: 1270 500 Plätze Adolf Weyand, Bayernstr. 49 — Fspr.: 1273
  • 1920 Union-Theater, Ludwigsstr. 14-16 — Fspr. 1270 Gegr. 1904 — H. (Sp. tägl.) 450 Plätze Adolf Weyand, Bayerstr. 41 - Fspr. 1273 Gf: J. Heubel
  • 1921 Union-Theater, Ludwigstr. 14-16, F: 1270 (tägl.) 450 I: Adolf Weyand, Bayernstraße 49.
  • 1924
  • 1925
  • 1926
  • 1927 Union-Theater, Ludwigstr. 14-16. Inh: Adolf Wey and, Bayernstr. 49. Sptg: Täglich. Pr: Dienstag und Freitag. 500 PI.
  • 1928 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60203, Gr: 1906. täglich, R 500 I: Adolf Weyand, Bayernstraße 49, F: 61 563
  • 1929 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60203, Gr: 1906, täglich, R, V, S 500 I: Adolf Weyand, Bayernstraße 49, F: 61563
  • 1930 Union-Theater, Ludwigstraße Nr. 14/16, F: 60203, Gr: 1906, täglich, R, V, S, B: 5X3 m, Kap: 3—5 M 485 I: Adolf Weyand. Bayernstraße 49, F: 61563
  • 1931 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60203. Gr: 1906, täglich, R. V, S, B: 5X3 m 485 I: Kornelius Heftrich, ebenda
  • 1932-1934 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60203, Gr: 1906, täglich, R. V, S, B: 5X3 m, T-F: Selenophon 485 I: Kornelius Helfrich, ebenda
  • 1937 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60203. Gr: 1907, täglich, V S, B: 5X3 m 480 I: Kornelius Helfrich, Gneisenaustraße 8
  • 1940 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60 203, Gr: 1906, V, S 480/tgl. I: Kornelius Helfrich, ebenda
  • 1941 Union-Theater, Ludwigstraße 14/16, F: 60 203, Gr: 1906 498/tgl. I: Kornelius Helfrich, ebenda
  • 1955 Union-Theater Ludwigstr. 14—18, Tel. 6 45 65, I. C. Blank & B. Spickert, Heidelberg, Landfriedstr. 1 u. Mannheim-Neckarau, Rheingoldstr. 43. Pl. 800, 7 Tg., 28 V., tön. Dia, App. Ernemann X, Vst. Dominar M, Str. D. 220/380 Volt, 80/50/35 Amp., Bühne 12x4,5, Th. Breitwand
  • 1956 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Postanschr: desgl., Vers.-Bf: -Hbf., I: B. u. E. Spickert, Mannheim-Neckarau, Rheingoldstr. 43, Clara Blank, Heidelberg, Landfriedstr. 1 Pl: 750: Best: Kamphöner, Vollpolster, 7 Tg., 28 V., 1 Matinee-Vorst., tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Dominar, Str: D. 220/380 Volt, Bild- u. Tonsyst: CinemaScope, 4-Kanal-Magnetton, Stereophonie, Breitwandart: MMS, Bildw.-Abm: 12,5x6,6, Bühne: 12,5x3,5
  • 1956N Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18 - Änd: Priv.-Anschr. Clara Blank, Heidelberg, Bachstr. 11
  • 1957 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Vers.-Bf: -Hbf, I: Herr Emil u. Frau Betty Spickert u. Frau Clara Blank, Gf: Betty Spickert PI: 750, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 28 V, 2-3 Spätvorst, tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Dominar, Lautspr: Maraton, Bild- u.- Tonsyst: CS 4 KM, Gr.- Verh: 1:2,55, Th.
  • 1958 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Vers.-Bf: -Hbf., I: Blank & Spickert oHG., Gf: Betty Spickert u. Clara Blank PI: 750, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 28 V., 2 Spätvorst., tön. Dia, App-. Ernemann X, Verst: Dominar, Lautspr: Maraton, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. CS 4 KM u. SuperScope, Gr.-Verh: 1:2, 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1959 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Vers.-Bf: -Hbf, I: Blank & Spickert oHG, Gf: Betty Spickert u. Clara Blank Pl: 750, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 28 V, 2 Spätvorst, tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Dominar, Lautspr: Maraton, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. CS 4 KM u. SuperScope, Gr.-Verh: 1:2, 1:2,35, 1:2,55, Th, O.
  • 1960 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Vers.-Bf: -Hbf., I: Blank & Spickert oHG., Gf: Betty Spickert u. Clara Blank PI: 750, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 28 V., 2 Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Dominar, Lautspr: Maraton, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. CS 4 KM u. SuperScope, Gr.-Verh: 1:2, 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1961 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Vers.-Bf: -Hbf., I: Blank & Spickert oHG., Gf: Betty Spickert u. Clara Blank PI: 750, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 28 V., 2 Spätvorst., tön. Dia-N, Br, App: Ernemann X, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Dominar, Lautspr: Maraton, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O.
  • 1962 Union-Filmtheater Ludwigstr. 14-18, Tel: 64565, Vers.-Bf: -Hbf., I: Blank & Spickert oHG., Gf: Betty Spickert u. Clara Blank PI: 750, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 28 V, 2 Spätvorst., tön. Dia-N, Br, App: Ernemann X, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Dominar, Lautspr.- Maraton, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th, O.

Bilder

Demontage des Kinos im Februar 2007

Durch den teilweisen Abriss der Zwischenwände des Kinocenters kann man die Dimensionen des ehemaligen Kinosaals erkennen.

Weblinks