Münster Stadt New York (Schauburg)

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Foto: Rüdiger Wölk, 2006

Das ehemals zur Cineplex-Gruppe gehörende, direkt an der Kreuzung von Salzstraße und Promenade gelegene „Stadt New York“ war bis nach den Schließungen des Metropolis, Apollo- und Roland-Theater das größte der noch verbliebenen alteingesessenen Kinos in Münster.

Der Name ging auf das sich ehemals an dieser Stelle befundene „Hotel Stadt New York“ zurück. Gegründet wurde es im Jahre 1907. Nach einigen Jahren änderte sich der Name in „Schauburg“, bevor es 1989 wieder in „Stadt New York“ umbenannt wurde. Mit 844 Plätzen in vier Sälen diente es zuletzt dafür, Filme aus den großen Sälen des Cineplex zu übernehmen oder parallel, zum Beispiel als Originalfassung, oder anspruchsvolle Filme abseits des Mainstreams zu zeigen. Neustarts von Filmen fanden zuletzt nur noch selten statt, diese bleiben meist dem Cineplex vorbehalten. Im Jahre 2005 war es zudem Veranstaltungsort des Filmfestivals Münster.

Da der Mietvertrag der Münsterschen Filmtheaterbetriebe für das innerstädtische Gebäude auslief und dieses an eine Wohnbaugesellschaft verkauft wurde, die den Mietvertrag nicht verlängerte, wurde das „Stadt New York“ nach der letzten Vorstellung am 8. August 2007 geschlossen. (Wikipedia)

(...) er setzte seinen Traum vom großen Theater durch: "den größten und vollkommensten Filmpalast Westfalens" für 1500 Personen. Der Bau soll 6 Millionen gekostet haben. Im Herbst (1921) begannen die Vorführungen, obwohl noch 1922 weitergebaut wurde. (...) 1934 und 1935 wurde wieder umgebaut. 1934 erforderte es die Technik, 1935 die Hausreform. Winter hatte noch ein Nachbarhaus, um das er vorher herum gebaut hatte. Jetzt konnte er es abreißen lassen und so sein Kino vollenden. am 1. Oktober frei. aus: Wiltrud Hennigsen


Die Hauptstadt Westfalens hat damit eine Sehenswürdigkeit und die Kinematographie eine mustergültige Pflegestelle erhalten. Mit einem Kostenaufwand von ca. 6 Millionen Mark ist in der unglaublich kurzen Zeit von 4 Monaten zwischen der Promenade und Winkelstraße ein großes Theater mit zwei Rängen für 1.500 Personen errichtet worden. Die Hauptfront liegt vis-à-vis dem demnächst neu zu erbauenden Stadttheaters an der Promenade, die an dieser Stelle in Zukunft Theaterplatz heißen wird fällt sofort die schöne Architektur, die wohltuende Behaglichkeit und die leichte Orientierung auf. Das einer Großstadt würdige und vornehm eingerichtete Theater enthält eigene Maschinenanlagen zur Erzeugung des benötigten elektrischen Stromes, eine Zentral- Lüftungs- und Heizungsanlage, eigene Werkstätten für Tischlerei und Installation, etc. Ganz besondere Sorgfalt ist auf Feuersicherheit und schnelle Entleerung des Theaters in Fällen etwaiger Panik verwendet worden. 12 Türen führen nach drei Straßen direkt ins Freie. Eine Luft-Filter-Anlage sorgt für stets reine Luft im Theater, und im Winter für warme, im Sommer für frische mit Wasser gekühlte Luft, so dass der Aufenthalt im Theater zu jeder Jahreszeit der denkbar angenehmste ist. Unterstützt durch kurze technische Erläuterungen des Ingenieurs Chr. Winter jr. rollte darauf der erste Film "Das Haus der Kinder" ab, wobei zunächst der alte Projektionsapparat und dann, um den Unterschied zu zeigen, der neue in Tätigkeit trat. Bei diesem neuen handelt es sich um die zum ersten Mal in Anwendung gebrachte Erfindung des Ingenieurs Mechau. Die Vorteile des neuen Vorführapparates waren in die Augen springend. Fest und sicher stand das Bild auf der Leinwand, selbst beim langsamsten Abrollen. (Westdeutsche Filmzeitung, Oktober 1921)

Münster i. W. Eröffnung der neuen Schauburg. An dem Festakt der Einweihung nahmen zahlreiche Vertreter der hiesigen Behörden (u. a. des Oberpräsidiums, der Regierung, der Stadt usw.) in großer Zahl mit ihren Damen teil. Ebenfalls war Henny Porten mit ihrem Gemahl Dr. Von Kaufmann anwesend. Herr Christian Winter richtete zunächst herzliche Begrüßungsworte an die Gäste, sprach von den Schwierigkeiten, die dem Werke erstanden, und dankte allen, die es einer so schnellen Benutzungsmöglichkeit entgegenführten. Mit der Versicherung, daß das Gebäude der Einwohnerschaft Münsters wirklich Gediegenes auf dem Gebiete der Kinematographie zeigen solle, übergab er es der Oeffentlichkeit. Beethovens Ouvertüre "Die Geschöpfe des Prometheus", dargeboten von der 16 Mann starken Theaterkapelle, und ein von Herrn Willi Wahl gesprochener Prolog folgten. Ein Vertreter des Vereins rheinisch-westfälischer Lichtbildtheaterbesitzer sprach dem Ehrenvorsitzenden die herzlichsten Glückwünsche des Vereins aus, den er als einen Pionier in der deutschen Lichtspielkunst bezeichnete. Ein dritter Redner beschäftigte sich in längeren Darlegungen mit der Veredelung des Kinowesens. Die Vorführungen, die von Herrn Chr. Winter d. j. mit fachmännischen Erläuterungen begleitet wurden, begannen mit Lehrfilmen. Nicht nur der Gegenstand einer Anzahl Filme behandelte gute, belehrende Fragen, auch die Vorführungen selbst waren so eingerichtet, daß — je nachdem die Filme mit dem alten oder dem neuen Projektionsapparat vorgeführt, schnell oder langsam gekurbelt wurden, sie einen interessanten Einblick in das Wesen der Kinematographie gäben. Der Unterhaltung diente der Henny Porten-Film „Die Geier-Wally", der namentlich prachtvolle Landschaftsbilder bot. aus: Der Kinomatograph 767/30. Oktober 1921

Kinodaten

  • 1920 Schauburg-Theater, Salzstr. 29 (Sp. täglich) 600 Plätze, Inh: Chr. Winter, Salzstr. 25
  • 1921 Schauburg-Theater, Salzstr. 29 (täglich) 600 Plätze, Inh: Chr. Winter, Salzstr. 25
  • 1927 Schauburg, Salzstr. 29, Inh: Chr. Winter & Söhne, Sptg: Täglich, Pr: Wöchentlich, 1189 Plätze
  • 1928 Schauburg-Theater, Salzstr. 29, F: 3331/32, Gr: 1910, täglich, 1260 Plätze, Inh: Chr. Winter & Söhne
  • 1929 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851/52, Gr: 1910, täglich, 1500 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1930 Schauburg-Theater, Am Servatisplatz, F: 25851/52, Gr: 1908, täglich, 1500 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1931 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851, Gr: 1908, täglich, Bühne: 80 qm, T-F: Klangfilm, 1400 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1932 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851, Gr: 1908, täglich, Bühne: 80 qm, T-F: Klangfilm, 1400 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1933 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851, Gr: 1908, täglich, Bühne: 80 qm, T-F: Klangfilm, 1400 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1934 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851, Gr: 1908, täglich, Bühne: 80 qm, T-F: Klangfilm, 1400 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1937 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851/52, Gr: 1908, täglich, Bühne: 80 qm, 1341 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1938 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851/52, Gr: 1908, täglich, Bühne: 80 qm, 1341 Plätze, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1940 Schauburg-Theater, Salzsfr. 29, F: 25851/52, Gr: 1908, Bühne: 80 gm, 1341 Plätze, täglich, Inh: Chr. Winter, ebenda
  • 1941 Schauburg-Theater, Salzstraße 29, F: 25851/52, Gr: 1921, Bühne: 28 qm, 1341 Plätze, täglich, Inh: Chr. Winter jun., ebenda
  • 1950 Film-und Variete-Theater, Salzstr. 29 (im Aufbau), Inh: Irene Winter, 1300 Plätze
  • 1955 Schauburg-Filmtheater, Salzstr. 29, Tel. 4435, Inh: H. Heiker, Rheda/Westf., Portlandstr. 3, Gf. Ralf König, PI. 1120, 7 Tg., 21-22 V., tön Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Eurodyn, Bühne 13x6x8,5, Th., O.
  • 1962 Schauburg-Filmtheater, Salzstr. 29, Tel: 44435, Inh: Frau J. Winter, Münster/Westf., PI: 1120, Best: Schröder & Henzelmann, Polstersitze, 7 Tg, 21 V, 1 Spätvorst, tön. Dia-alle Formate, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Xenon, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Th, O.
  • 1971 Schauburg, Salzstr. 29, T: 44417 u. 44435, Inh: s. Apollo (Frau Irene Winter), 1120 Plätze
  • 1995 Stadt New York, Broadway, DO SRD/DTS, 349 Pl. Brooklyn, DO SR, 110 Pl. Madison, DO SR, 170 Pl. Queens, DO SR, 215 Pl. 48143 Münster, Salzstr. 29, Tel: 0251/44435, Inh: Münstersche Filmtheater Betriebe GmbH, 48143 Münster, Bahnhofstr. 20-22, Tel.: 0251/56007, Fax: 56008

Weblinks