Nettetal Astra Lobberich

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nettetal Astra.jpg

Geschichte

  • 1957 Arnold Straeten baut das Astra an der von-Bocholtz-Straße
  • 1982 Das große Kino wird umgebaut in zwei kleinere: Astra und Movie
  • 1997 Helmut Töpfer (Kaldenkirchen) wird Pächter
  • 2007 Letzte Aufführung: Hitler-Satire „Mein Führer“

"Das letzte Kino Lobberichs ist geschlossen. „Die Vorführmaschinen brummen abends nicht mehr. Das vermisse ich sehr“, so Hausbesitzer Arnold Straeten wehmütig. Sein Großvater Arnold Janssen, ein Spross der Kempener Kino-Dynastie, hatte Mitte der 1930er-Jahre das Capitol am Markt gekauft.

In den 50er-Jahren gingen die Lobbericher in Scharen ins Kino. Deshalb plante die Familie einen Neubau an der heutigen von-Bocholtz-Straße. 1957 war die Eröffnung. Auf dem Brockerhof plante die Gemeinde Lobberich damals ein neues Stadtzentrum. Es entstanden dreigeschossige Häuser und ein Arkaden-Bau mit Geschäften im Erdgeschoss. Nur noch sonntags war das Kino gut besucht

Der Kino-Neubau galt als städtebauliche Initialzündung. So richtete die Bundespost im Obergeschoss des Astra ein Büro ein, von dem aus der Neubau von Post und Fernmeldeamt geplant wurde. 1960 war Fertigstellung auf dem 8600-Quadratmeter-Areal. Gut zehn Jahre später baute Karstadt nebenan eine Filiale.

Als in den 80er-Jahren die Zeiten der großen Kinos vorbei waren, baute Arnold Straeten um. Es entstanden zwei kleinere Säle: Astra und Movie. Bis vor zehn Jahren führte er die Kinos mit seiner Frau. Als die Sehkraft nachließ, verpachtete er an Helmut Töpfer, der in Kaldenkirchen das Corso-Film-Casino betreibt.

Doch im Laufe der Jahre gab es immer mehr Konkurrenz: Erst Fernsehen, dann Video, später Internet und DVD. Nur noch sonntagsnachmittags, wenn Eltern und Kinder kamen, war das Kino noch voll. Die ansonsten durchschnittlich fünf bis zehn Besucher am Abend deckten die steigenden Kosten nicht mehr. Im Mai zieht ein Fahrradhändler ein, der große Saal wird zum Lager

Als der Zehn-Jahres-Vertrag nun auslief, verlängerte Töpfer nicht. Die Kosten, vor allem für Strom und Heizung stiegen, die Besucherzahlen gingen stark zurück. Nun wird in den Lobbericher Schaukästen nur noch Werbung für die Filme gemacht, die im Kaldenkirchener Casino laufen.

Die Zukunft des Lobbericher Kinos ist ungewiss. „Die Option für den Fortbestand halte ich offen“, sagt Straeten. Spätestens im Mai werde ein großer Fahrradhändler einziehen. „Im großen Saal werden bis zu 800 Leihräder abgestellt. Vorne wird ein moderner Laden eingerichtet.“

Die Kinostühle würden ausgebaut, aber gelagert. Straeten: „Wenn jemand wieder die Kinos betreiben möchte, kann er das. Auch die Vorführ- und Beschallungsanlagen bleiben.“ Offen ist, ob die Stadt Nettetal und Investor Tenbrinke bei der Planung für das Hölter-Gelände das Kino-Areal (1600 Quadratmeter) offensiv einbeziehen. Straeten: „Alle Objektplaner bestätigen, das Kino-Gelände sei das Sahnestück. Von hier aus könnte ein breiter Einkaufs-Boulevard entwickelt werden.“" aus: www.wz-newsline.de 17. August 2007

Planungen zufolge steht ein Verkauf des nun als Fahrradladen genutzten Gebäudes bevor, dem dann der Abriss folgen soll. RP-Online 10.07.2012