Oberhausen Europa-Palast

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Der Saal bei der Eröffnung

Geschichte

  • In einem der größten privaten Bauvorhaben Deutschlands nach dem Kriege, im „Europa-Haus" am Friedensplatz in Oberhausen, entsteht zur Zeit als 19. Theater der Stadt der „Europa-Palast", der mehr als 1200 Sitzplätze haben wird. Pächter dieses, als Ur- und Erstaufführungstheaters gedachten Hauses ist die Europa-Palast GmbH, mit den beiden in der Branche bekannten Fachleuten Karl Kaiser, Bielefeld, und Bernhard Rex (Heli-Theater, Gelsenkirchen) als Gesellschafter. Bernhard Rex, der schon 27 Jahre in der Branche tätig ist (zuletzt Centfox), wird die Geschäftsführung übernehmen. Eröffnung ist im September oder Oktober, Bauherren dieses Großbaus sind Architekt Schwippert und Herr Schöllgen, beide aus Düsseldorf. Der Theaterraum, dessen Baukörper zwischen zwei neungeschossigen Wohnblocks liegen wird, hat eine asymetrische Grundfläche. Im Parkett werden ca. 750 Sitzplätze untergebracht, im Rang etwa 450. Der Rang wird sich an der rechten Seite in einer Rampe bis zum Parkett hin-unterziehen und durch diese architektonische Lösung dem Theater seinen besonderen Reiz verleihen. Sämtliche Sitzplätze werden außerdem mit Hochpolsterung ausgestattet. Die weite Vorhalle des Theaters wird sich durch drei Etagen ziehen. Die Bühnenöffnung ist fast 13 Meter breit und wird eine versenkbare CinemaScope-Leinwand von 12,50 X 4,50 Metern erhalten. Mit einer Tiefe von 9 Metern wird die Bühne auch für die geplanten Bühnenveranstaltungen beste Möglichkeiten bieten. Der modernen Gestaltung des Theaters werden auch die technischen Einrichtungen entsprechen. Geplant ist der Einbau von zwei Ernemann X und moderner Einrichtungen für Stereoton. Der neue Film 60/1955
  • Als 22. Oberthausener Filmtheater wurde der Europa- Palast durch Grethe Weiser festlich eröffnet. Die Grüße des WdlF NRW und der Oberhausener Kollegen überbrachte Lichtburg-Chef Robert Pesch. Für die Stadt Oberhausen sprach Oberstadtdirektor Schmitz. Er begrüßte den Neubau „nicht nur, weil Oberhausens Filmtheater 1954 etwa 800 000 DM V-Steuer eingebracht haben". Das neue Haus hat 1186 hochgepolsterte Sitzplätze (Bestuhlung von Kamphöner, Bielefeld). Die Farbzusammenstellung des Zuschauerraums (Architekten: Schwippert und Scholl gen, Düsseldorf) verleihen dem großen Raum eine intime Note. Das Foyer des Theaters, das sich durch drei Etagen hinzieht (Parketteingänge unter Straßenhöhe, Logeneingänge in der ersten Etage), ist in der Farbgebung in hellen Grautönen gehalten, die durch zierliche französische Eisenmöbel aufgelockert werden. In der Halle beherrschen vier goldfarbene Säulen das Bild. Erwähnenswert außerdem der neuartige Infrarot-Wärmevorhang hinter den Pendeltüren des Eingangs. Die technische Einrichtung (Kinotechnik West, Düsseldorf) ist modern und erstklassig: zwei Ernemanin X-Maschinen .und ein Zeiss Ikon-Diagerät, dazu eine Klangfilm-Verstärkeranlage für vierkanaligen Stereoton. Hinter der 12,5 mal 5 Meter großen, versenkbaren Leinwand sind drei Biolor-Lautsprecher angebracht, dazu sieben weitere Effektlautsprecher im Saal. Die elektrische Installation besorgte die Firma Ernst Düllmann, Dortmund. Nach der Eröffnungsvorstellung gaben die beiden „Majestäten" des neuen Hauses, die Herren Rex und Kaiser, im Gildenhaus einen gelungenen Empfang, an dem zahlreiche Vertreter der Filmwirtschaft und der Behörden teilnahmen. Der neue Film 94/1955
  • 1958 In den Oberhausener Kinos liefen Anfang April 1958 u.a. folgende Filme: 'Endstation Liebe' im Apollo, 'Stadt der verlorenen Frauen' mit John Wayne und Sophia Loren in der Lichtburg, 'Jägerblut' im Gloria. Das Palast-Theater zeigte 'Die schwarze Sklavin' und der Europa-Palast präsentierte bereits in der 3. Woche 'Die Brücke am Kwai'
  • 1985 Nach 30 Jahren schließt der Europa-Palast! Schade! aus: Stadt Oberhausen
  • An der Elsässer Straße, hinter dem Café Transatlantik, schlummert eines der letzten alten Filmtheater. Europa-Palast war einst das Vorzeigekino.
    Noch bevor Thomas Friedhoff das Licht anschaltet, dringt ein Gefühl von Feierlichkeit aus der Dunkelheit dieses Raumes. Der Lichtkegel seiner Taschenlampe tanzt über goldig glänzendes Geländer und schwarz gestrichenes Holz, während der Hausmeister des Europa-Haus-Komplexes an der Elsässer Straße immer tiefer ins Dunkle läuft. Wo dieser Raum genau endet, kann das Auge zwar nur erahnen, doch auch wenn keiner von Friedhoffs Schritten hallt, ist die Größe eines Saals zu spüren. Es ist kühl, bis Friedhoff den richtigen Schalter betätigt und ein gelbliches warmes Licht auf einen der letzten, verborgenen Kinosäle dieser Stadt fällt.
    Wem Oberhausen nur mit seiner heutigen Kulisse von gerade einmal drei Kinos vertraut ist, den wird wundern, welch cineastische Vielfalt einst in dieser Stadt blühte. Knapp ein Jahr nach Ende des Zweite Weltkriegs hatte das erste Kino in einer umgebauten Gaststätte in Alt-Oberhausen eröffnet; bis zum Ende des Wirtschaftswunders gab es bis zu 24 Lichtspielhäuser im Stadtgebiet. Nur noch eines von ihnen wird heute betrieben: die 1952 wiedereröffnete Lichtburg.
    Der Europa-Palast ist leer
    Erhalten geblieben ist aber ein weiterer Saal schräg gegenüber - versteckt hinter dem emsigen Café-Betrieb des Transatlantik und der schweren Tür, für die Friedhoff einen der wenigen Schlüssel hat: der ehemalige Europa-Palast. Dort hat Friedhoff gerade das Licht angemacht. Er steht an dem Balkon, der sich über die gesamte Raumlänge schwungvoll bis zu den Treppen am anderen Ende des Saals zieht. Die dunkel gestrichenen Ränge sind leer, die Bestuhlung ist längst abgebaut und auch unterhalb des Balkons erstreckt sich zwischen Metallstützen eine schmucklose Holzbühne. Eine Leinwand gibt es zwar ebenfalls nicht mehr, doch reichen Friedhoffs Erzählungen allemal für ein Kopfkino.
    1955 eröffnete das Filmtheater in dem neuen Europa-Haus-Komplex, der nach den Entwürfen des Architekten Hans Schwippert als eines der größten privaten Bauvorhaben im Nachkriegs-Deutschland errichtet wurde. Vom "Vorzeigekino" unter Leitung von Karl Kaiser und Bernhard Rex soll die Lokalpresse angesichts des weiten Raums mit großem, einarmigem Balkon, einem stattlichen Foyer über drei Etagen, 1189 gepolsterten Sitzen und modernster Vorführtechnik geschrieben haben. Filme liefen auf der 12,5 Meter breiten Cinemascope-Leinwand. "Und von der Decke strahlten 600 Glühbirnen hinter Milchglas. Wenn es dunkel wurde, ging der Film los", erinnert sich Friedhoff. Sonntags sei er oft mit Freunden hergekommen. "1,30 Mark für die Jugendvorstellung um 14 Uhr."
    Star Club eröffnete Ende der 1980er
    1985 schloss das Kino, das sich wie viele Häuser nicht mehr im Wettstreit mit anderen Freizeitangeboten und dem Fernsehprogramm behaupten konnte. Dem Europa-Palast kam zugute, dass er eine Bühne hatte: Hier eröffnete Ende der 80er Jahre der legendäre Star Club. Von den gefeierten Live-Auftritten zeugen noch immer Poster, Setlists und Gekritzel an den Wänden in den Backstage-Räumen.
    Der Star Club zog bald an die Mülheimer Straße und im Europa-Palast setzten sich die Kreativen des Music Circus Ruhr (MCR) zusammen, die aus dem Kino-Foyer etwas machen wollten. Dort entstand die heutige Café-Bar Transatlantik. Thomas Friedhoff war als Techniker beim MCR involviert - dem Europa-Haus, heute in Besitz eines Frankfurter Unternehmens, blieb er treu.
    Der Kinosaal dient heute gelegentlich Kulturschaffenden als Probebühne. Immer mal wieder soll es Interessenten geben, die den Saal nutzen wollten. Doch die Sicherheitsauflagen gelten als hoch.
    Wirklich aufgelebt ist der Ort ein bisher letztes Mal im Jahr 2013. Das Theater feierte dort eine Premiere. Für Friedhoff war das ein besonderer Abend: "Da hat man gesehen, was in dem Haus steckt." [1]

Kinodaten

  • 1956 Europa-Palast Europahaus, Tel: 22666, Postanschr: desgl, Vers.-Bf: -Hbf, P: Europa-Palast GmbH, Gf. der Gesellschaft: Karl Kaiser, Bielefeld u. Bernhard Rex, Gelsenkirchen, Th.-Ltr: Bernhard Rex Pl: 1200, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, App: Ernemann X, Verst: Klangfilm-Eurodyn, Str: W, Bild- u. Tonsyst: Normal, Breitwand, CinemaScope, Stereophonie, 4-Kanal-Magnetton u. Lichtton, Bildw.-Abm: 12,5x5, Bühne: 90 qm, Th, O.
  • 1957 Europa-Palast Europahaus, Tel: 22666, Vers.-Bf: -Hbf., P: Europa-Palast GmbH., Geschäftsführer der Gesellschaft: Karl Kaiser, Bielefeld, u. Bernhard Rex, Gelsenkirchen, Th.-Ltr: Bernhard Rex PI: 1200, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 21 V., App: Ernemann X, Verst: Klangfilm-Eurodyn, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1958 Europa-Palast Elsässerstr. 25, Europahaus, Tel: 22666, Postanschr: Schließfach 341, Vers.-Bf: -Hbf, P: Europa-Palast GmbH, Gf: Heinz Kaiser u. August Henke Pl: 1010, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, 1 Mat.-Vorst, 2 Spätvorst, tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Klang- film-Eurodyn, Lautspr: Klangfilm Komb, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th, O.
  • 1959 Europa-Palast Elsässerstr. 25, Tel: 22666, Postanschr: Schließfach 341, Vers.-Bf:-Hbf, P: Europa- Palast GmbH, Gf: Heinz Kaiser u. August Henke Pl: 1010, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, 1 Mat.-Vorst, 2 Spätvorst, tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Klang- Film-Eurodyn, Lautspr: Klang Film Komb, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr.- Verh: 1 :2, 55, Th, O.
  • 1960 Europa-Palast Elsässerstr. 25, Tel: 22666, Postanschr: Schließfach 341, Vers.-Bf:-Hbf, P: EuropaPalast GmbH, Gf: Heinz Kaiser u. August Henke Pl: 1010, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, 1 Mat.-Vorst, 2 Spätvorst, tön. Dia, App: Ernemann X, Verst: Klangfilm-Eurodyn, Lautspr: Klangfilm Komb, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr.-Verh: 1 :2,55, Th, Var, O, Höranlage
  • 1961 Europa-Palast Elsässerstr. 25, Tel: 22666, Vers.-Bf: -Hbf., I: Aug. Henke u. Wilhelm Pesch PI: 1010, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 21 V., 1 Mat.-Vorst., 2 Spätvorst., tön. Dia-N, Br, App: Ernemann X, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm-Euro- dyn, Lautspr: Klangfilm-Komb., Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., Var., O., Höranlage
  • 1962 Europa-Palast Elsässerstr. 25, Tel: 22666, Vers,-Bf: -Hbf, I: Aug. Henke u. Wilhelm Pesch PI: 1010, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, 1 Mat.-Vorst, 2 Spätvorst, tön. Dia^N, Br, App: Ernemann X, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm-Eurodyn, Lautspr: Klangfilm-Komb, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th, Var, 0, Höranlage