Osnabrück Filmtheater Hasetor

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Geschichte

Früher befand sich dieser Stelle das „Hotel Hasetor“ von August Steinhage. Bereits um 1900 soll es an dort Biophon-Darbietungen gegeben haben. (Ein Biophon, auch Chronophon, war ein Gerät, um Stummfilme mit dem Ton vom Grammophon zu synchronisieren.) So hatte sich Karl Conrady für ein traditionsreiches Grundstück entschieden, als er 1959/60 an hinter dem Hotel an der Hase ein Filmtheater bauen ließ. Im Mai 1960 wurde das „Theater am Hasetor“ mit 300 Sitzplätzen eröffnet. „Karl Conrady hatte für sein Haus ein Programm. Es sollte zwar kein reines Studio sein, aber doch Niveau halten. Die Eröffnungsvorstellung mit der monumentalen französischen Verfilmung von Victor Hugos ‚Miserablen’ war ein verheißungsvoller Beginn“, war in der Neuen Tagespost vom 21. Mai 1960 zu lesen. Diesem Grundsatz ist das Hasetor-Kino bis heute verpflichtet. Seit nunmehr 25 Jahren führen H.-Christian Saßnick und Hermann Thieken das „Filmtheater Hasetor“, wie es offiziell heißt, als Filmkunst- und Programmkino. Seit vielen Jahren erhält das Kino den Filmprogrammpreis des Bundesministeriums des Innern und auch den des Landes Niedersachsen. [1]

Im Februar 1981 ließ Conrady sein Filmtheater zum Service-Kino mit jetzt 220 Plätzen und moderner Projektionstechnik umbauen. Nach dem Tod Karl Conradys 1984 übernahm „Cinema“-Besitzer Rolf Schrader den Spielbetrieb und versuchte dem „Hasetor“ unter anderem mit einem speziellen „Mitternachtskino“ und langen Filmnächten ein neues Profil zu verleihen. Dieses Vorhaben gelang allerdings erst seinen beiden ambitionierten Programmmachern Hans-Christian Saßnick und Hermann Thieken, die das traditionsreiche Filmtheater ab Februar 1986 als mittlerweile vielfach ausgezeichnetes „Filmkunst- und Programmkino“ etablierten.

Im Frühjahr 1992 sorgte das Kino für Schlagzeilen in der lokalen Presse, als Rolf Schrader, Osnabrücks damals letzter privater Kinobesitzer, die Immobilie an Deutschlands damaligen Kinokönig Heinz Riech und dessen „Ufa“-Kette verkaufte. Die beiden „Hasetor“-Geschäftsführer Saßnick und Thieken konnten jedoch einen zufriedenstellenden Pachtvertrag aushandeln und ihr erfolgreiches Kinokonzept eigenständig fortführen. Inzwischen sind die beiden Osnabrücker Kinomacher selbst Besitzer des Gebäudes und planen deshalb umfangreiche Renovierungsmaßnahmen. Im Kino wird neben der traditionellen 35-mm-Filmvorführung auch eine digitale Projektionsanlage installiert. Osnabrücker Kinogeschichte(n), Teil 10: Filmtheater Hasetor

Bilder

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Foto © S & T Kinokunst GmbH

Weblinks

zum Kino

Kinodaten

  • 1960 Theater am Hasetor, Hasestr. 71, Tel: 23777, Inh: Karl Conrady, Gf: Karl Conrady, PI: 300, Best: Hochpolster, 7 Tg., 28 V., 2 Mat.-/Spätvorst., tön. Dia, App: E VIII B, Verst: Zeiss Ikon, Lautspr: Zeiss Ikon, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL u. 1 KM, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 Theater am Hasetor, Hasestr. 71, Tel: 23777, Inh: Karl Conrady, Gf: Karl Conrady, PI: 300, Best: Hochpolster, 7 Tg., 28 V., 2 Mat.-/Spätvorst., FKV: monatl., tön. Dia- N, Br, App: E VIII B, Lichtquelle: Xenon, Verst: Zeiss Ikon, Lautspr: Zeiss Ikon, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 1 KM
  • 1962 Theater am Hasetor, Hasestr. 71, Tel: 23777, Inh: Karl Conrady, Gf: Karl Conrady, PI: 300, Best: Hochpolster, 7 Tg, 28 V, 2 Mat.-/Spätvorst, FKTg: donnerstags, tön. Dia-N, Br, App: E VIII B, Lichtquelle: Xenon, Verst: Zeiss Ikon, Lautspr: Zeiss Ikon, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 1 KM
  • 1971 Theater am Hasetor, Hasestr 71, T: 25777, Inh: Karl Conrady, 284 Plätze
  • 1993 Theater am Hasetor, DOSR, 222 Plätze, 49074 Osnabrück, Hasestr. 71, Tel. 0541/23777, Inh: S&T Kinokunst GmbH, Sassnick Chr., 49074 Osnabrück, Hasestr. 71
  • 1995 Filmtheater Hasetor, DO SR, 223 Plätze, 49074 Osnabrück, Hasestr. 71, Tel.: 0541/23777, Inh: S&T Kinokunst GmbH, Sassnick u. Thieken, 49074 Osnabrück, Hasestr. 71
  • 1997 Filmtheater Hasetor, DO SRD 40 m2/223 Plätze, 49074 Osnabrück, Hasestr. 71, Inh: S&T Kinokunst GmbH Sassnick & Thieken, 49074 Osnabrück, Hasestr. 71