Reichselsheim Löwen-Lichtspiele (Reichelsheimer Lichtspiele)

Aus Kinowiki
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Geschichte

Die Kino-Geschichte begann in Reichelsheim im Jahr 1927. Der Vater des jetzigen Besitzers Friedrich Tritsch - fasziniert von der neuen Technik - führte im Tanzsaal des Gasthauses "Zum Löwen' erste Stummfilme mit einem neu erworbenem Projektor vor. Professionell begleitet, "wie in der Stadt", auf dem Klavier von dem Reichelsbeimer Fritz Wemer ("Weißbinder Wemer"). Der Eintrittspreis betrug 25 Pfennige.

FritzTritsch von Anfang dabei

Die "Reichelsheimer Lichtspiele' waren geboren. Fritz Tritsch war "als kleiner Bub von Anfang an dabei". 1930 begann dann die Tonfilm-Ära und bereits 1937 als Dreizehnjähriger hatte er sein Debüt als Filmvorführer. Seinerzeit ging das nur mit Lehrgang und einer Prüfung auf der Ingenieurschule in Frankfurt, denn die damaligen Zelluloid-Filme waren leicht entflammbar und brannten explosionsartig ab. Der Saal erhielt schon in den dreißiger Jahren eine Schräge und eine feste Bestuhlung..Es folgte der Krieg, wo die Männer alle eingezogen wurden, sodass die Mutter Marie Trietsch den Betrieb aufrecht erhalten musste. "Noch während des Krieges,, aber besonders in den Jahren nach Kriegsende, hatten die Besucher in der kalten Jahreszeit neben ihrem Eintritt ein Stück Holz oder Brikett mitzubringen, damit die Dampfheizung betrieben werden konnte", heißt es in der neuen Chronik der Gemeinde. In den fünfziger Jahren boomte das Unternehmen. 1955 wurde nochmals umfassend renoviert und in "Löwen-Lichtspiele' umbenannt. Der Saal wurde erneuert, wie er noch heute existiert, und vor allem gab es eine neue Technik mit den Bauer-Projektoren, die immer noch ihren Dienst leisten. "Solide gebaut, so etwas gibt es heute gar nicht mehr", merkte Fritz Tritsch beim Gespräch in dieser Woche an. Es war die , Hochzeit des Kintopp in Deutschland, bis mit dem Aufkommen des Fernsehens die Besucherzahlen zurückgingen und viele der Kinos nach und nach schließen mussten. Totzdem investierte die Farnilie Tritsch weiter, um das Kino zu erhalten. 1993 kam noch einmal mit einer Dolby-Surround-Anlage moderne Tontechnik in das Lichtspieltheater, zwei Jahre vorher waren die Töchter Heidi und Rosemarie eingestiegen. Die beiden ebenfalls vom Filmvirus befallenen Töchter wollen nun versuchen, mit speziellen Filmabenden einmal im Monat die Tradition zu wahren, zumal mit der 14-jährigen Thea, der Todhter von Heidi Tritsch, die Urenkelin des Gründers, in die Fußstapfen der Familie getreten ist Seit dem Vorjahr fährt sie selbstständig Filme vor. Ihr 80-jähriger Großvater ist immer noch aktiv und soll es bleiben. Wie die Kinder erzählen, klebt er und bereitet die Filme für die Kinoabende vor. aus: Darmstädter Echo vom 18.03.2004

Die Löwen Lichtspiele hatten am 22.06.2013 ihren Letzten Spieltag und sind seither geschlossen. Auf ihrer Webseite bieten sie das Kino Inventar zum Kauf an.

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