Rendsburg Schauburg

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Lichtspiele Schleifmühlenstraße (~1915)
2006 © Kai-Erik Ballak
2006 © Kai-Erik Ballak
2006 © Kai-Erik Ballak

Im Haus in der Schleifmühlenstraße 8 befand sich ursprünglich das Hotel ‚Stadt Hamburg und Lübeck‘. Nach der Umwandlung in ein Ladengeschäft entstand bereits 1911 im linken Gebäudeteil das erste kleine Kino; Amandus Arbs betrieb es zehn Jahre lang. Ein paar Jahre später plante sein Sohn Carl ein größeres Kino, die noch heute bestehende „Schauburg“, dess Bau Ende 1927 vollendet war. Der eigentliche Kinosaal wurde auf dem Hof errichtet. Der Saal verfügte anfangs über 494 Plätze, 350 im Parkett, 144 auf dem Balkon. In der rechten Wand des Parketts befand sich eine größere Nische, in der die Musiker Platz nahmen. Diese Nische gibt es im Großen Saal noch heute, dort befinden sich Getränkeausgabe und -lager.

Die Schauburg wurde am 23. Dezember 1927 mit dem Film „Dagfin“ eröffnet. Am 24. Dezember 1927 berichtete die Landeszeitung: „Wenn man mit einem solchen Theater unsere Stadthalle vergleicht, so kann man sich eines Gefühls des Bedauerns nicht erwehren und möchte nur wünschen, dass auch sie möglichst bald so ausgestattet wird, dass sie hinter den Lichtspieltheatern nicht mehr zurücksteht.“ Den ersten Tonfilm zeigte die Schauburg am 12. Juli 1930: „Das lockende Ziel“ mit Richard Tauber, angekündigt mit „Vorführung auf Lichtton-Klangfilm Apparatur, der vollkommensten Apparatur der Welt!“ Am 14. Juli schrieb die Lokalzeitung über diese Aufführung: „Dass es auf jeden Fall lohnend ist, hat schon die erste Vorstellung am Sonnabend dargetan, auch wenn die Lichtton-Klangfilm-Apparatur an diesem Abend noch gelegentlich Mucken zeigte, die bei einer so bedeutungsvollen Neueinrichtung kaum vermeidlich sind.“

1932 gelangte die Schauburg in den Besitz der Familie von Fehrn. Emmi und Peter von Fehrn betrieben das Kino mit Unterstützung der Familie Stender, die schon für Carl Arbs arbeitete. Im September 1945 durften die Rendsburger Kinos ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Gerhard Stender pachtete ab 2.9.1952 die Schauburg, als Peter und Emmi von Fehrn sich zurückzogen. Und da deren einziger Sohn Gert 1951 gestorben war, adoptierten sie Gerhard Stender im Jahre 1955, so blieb das Kino bis heute in Familienbesitz.

1956 wurde der Saal renoviert und auf Cinemascope umgerüstet. Im Parkett und auf dem Balkon gab es jetzt insgesamt 550 Plätze. Weihnachten 1961 wurde abermals eine größere Leinwand eingebaut, diesmal eigens für den Erfolgsfilm „Ben Hur“, da der Film-Verleih Metro-Goldwyn-Mayer diese neue Leinwand forderte. Da keine Vorstellung ausfallen durfte, wurde die neue Leinwand in der Nacht vom 22. zum 23. Dezember 1961 eingebaut.

Von August bis November 1977 erfolgte ein großer Umbau, für dessen Planungen Klaus v. Fehrn-Stender, der zweite Sohn der Familie, verantwortlich war. Durch eine bis zur Decke reichende Mauer war der große Kinosaal geteilt worden und ein oberes Kino mit 84 Plätzen entstanden, das untere Kino behielt 200 Plätze. Gleichzeitig waren beide Kinosäle mit Lämpchen und Tischen eingerichtet worden, auf denen Getränke serviert werden konnten. Damit war das ‚Service-Kino‘ entstanden, sogar das Rauchen war jetzt gestattet. Zum 1. Januar 1980 trat Hans von Fehrn-Stender offiziell in die Leitung der Schauburg ein.

1981 kam ein dritter Kino-Saal mit 109 Plätzen hinzu: das „Studio in der Schauburg“. Der Kinosaal liegt dort, wo seit 1911 bereits ein Kino bestanden hatte. Neu war am 7. November 1987 die Eröffnung eines „Filmladens“ neben dem Foyer. Von August bis September 1992 wurden Foyer und ‚Kleines Haus‘ renoviert und erhielten ihr heutiges Aussehen. Im Mai 1994 wurde das ‚Studio‘ renoviert, die Sitze neu bezogen und die Wandbespannung erneuert. Dazu erhielt es eine neue Tonanlage und eine neue Leinwand. In einer weiteren Renovierung bald darauf wurde die Leinwand um vergrößert, die Tonanlage auf Dolby-Digital-Ton erweitert. Von Juli bis August wurde dann das ‚Große Haus‘ so umgestaltet, wie es sich heute darbietet. Die hinteren sechs Reihen wurden aufgestuft, um eine noch bessere Sicht zu ermöglichen. Die Leinwand wurde auf 60 qm vergrößert. Aus 19 Lautsprechern kommt der Filmton in Mono, Dolby A, Dolby SR, Dolby-Digital oder DTS Digital.

1994 kam noch ein vierter Kinosaal hinzu: das Atelier. Es hat 50 Plätze in sechs aufsteigenden Sitzreihen. Vorbild für das ‚Atelier‘ war das 1992 geschlossene Broadway Kino in Hamburg in der Gerhofstraße. Im Atelier wurde ein anspruchsvolles Programm angeboten, das dafür viermal mit dem Schleswig-Holsteinischen Kinopreis ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 2006 wurde nach mehrmonatiger Bauzeit in einem angegliederten Nebengebäude der fünfte Kinosaal „No. 5“ eröffnet, welcher über 95 Plätze verfügte. Im Juli 2010 wurde schließlich die „No. 5“ als erster Saal überhaupt in Rendsburg mit einem Digital-3D Projektor ausgestattet.

Gerhard Stender gründete schon Anfang der 1950er Jahre den ‚Filmclub Rendsburg‘, der mehrere Jahre lang einmal im Monat am Sonntagmorgen einen anspruchsvollen Film zeigte. In den 1960er Jahren gab es in Zusammenarbeit mit dem Filmverleih „Neue Filmkunst Walter Kirchner“ aus Göttingen eine erste Reihe „Der besondere Film“. Seit Oktober 1972 zeigt die Schauburg auf Anregung des Rendsburger Clubs „Round Table 68“ zweimal im Monat einen besonderen Film. Seit August 1980 führt das „Kommunale Kino“ seine Veranstaltungen in der Schauburg durch. Ein Kino mit langer Tradition: Die Schauburg in Rendsburg

Das Kommunale Kino Rendsburg ging aus den „Filmforum"-Kinoaktivitäten in den Räumen der Volkshochschule hervor und besteht seit 1979, seit 1980 arbeitet es mit dem Schauburg-Kino zusammen und bringt regelmäßig besondere Filme zur Aufführung.

Kinodaten

  • 1917 Lichtspiele, Schleifmühlenstrasse 8, Inh: C. Arbs
  • 1918 Lichtspiele, Schleifmühlenstr. 8, Fernspr.: 391, 140 Plätze, Inh: C Arbs, Schleifmühlenstr. 8
  • 1920 Lichtspiele, Schleifmühlenstr. 8 (Sp. halbe Woche) 140 Plätze, Inh: C. Arbs, Schleifmühlenstr. 8
  • 1921 Lichtspiele, Schleifmühlenstr. 8, F: 391, Gr: 1910, 120 Plätze, Inh: C. Arbs.
  • 1925-1927 kein Eintrag
  • 1928 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, F: 2685, Gr: 1928, täglich, 450 Plätze, Inh: C. Arbs (Eröffnung Anfang Januar)
  • 1929 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, F: 2685, Gr: 1927, täglich, 450 Plätze, Inh: C. Arbs
  • 1930 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, F: 2685, Gr: 1927, täglich, 450 Plätze, Inh: G. Arbs
  • 1931 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, F: 2685, Gr: 1927, täglich, T-F: Klangfilm, 450 Plätze, Inh: A. Arbs
  • 1932 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, F: 2685, Gr: 1927, täglich, T-F: Klangfilm, 450 Plätze, Inh: A. Arbs
  • 1933 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, F: 2685, Gr: 1927, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Klangfilm, 450 Plätze, Inh: Fritz Jenßen, ebenda
  • 1934 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, Gr: 1927, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Klangfilm, 472 Plätze, Inh: Fritz Jenßen, Kiel, Gf: Peter von Fehrn
  • 1937 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, Gr: 1927, täglich, 450 Plätze, Inh: Fritz Jenssen, Kiel, Schillerstraße 2
  • 1938 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, Gr: 1927, täglich, 450 Plätze, Inh: Fritz Jenssen, Kiel, Schillerstraße 2
  • 1940 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, Gr: 1927, 450 Plätze, täglich, Inh: Fritz Jenssen, Kiel, Schillerstraße 2
  • 1941 Schauburg, Schleifmühlenstraße 8, Gr: 1927, 450 Plätze, täglich, Inh: Fritz Jenssen, ebenda
  • 1949 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Inh: Peter v. Fehrn, Mit Dia, 7 Tage, Pl. 600
  • 1950 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Inh: Peter von Fehrn, 589 Pl. 7 Tg., 2-3 V., Dia; App.: Bauer B8, Vst.: Klangfilm
  • 1952 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Inh. u. Gf: Peter von Fehrn, PI. 589, 7 Tg., 14-15 V., tön. Dia., App. Bauer B 8, Vst. Klangfilm Europa Junior
  • 1953 Schauburg, Wallstr. 30, Tel. 3777, P: Gerhard Stender, Pl: 589, 7 Tg., 16-18 V., tön. Dia, App. Bauer B 8, Vst. Klangfilm-Eurodyn u. Elac, Bühne 7x5x1,5
  • 1955 Schauburg, Wallstr. 30, Tel. 3777, P: Gerhard Stender, PI. 589, 7 Tg., 16-18 V., tön. Dia, App. Bauer B 8, Vst. Klangfilm-Eurodyn u. Elac, Bühne 7x5x1,5
  • 1956 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, P: Gerhard Stender, Pl: 589, Best: Klappsitze, 7 Tg, ca. 20 V, 1 Matinee-Vorst, tön. Dia, App: Bauer B 8, Verst: Elac, Klangfilm, Tonsyst: Lichtton
  • 1956N Schauburg, Schleifmühlenstr. 8 - Erg: Bild- u. Tonsyst. CinemaScope, 1-Kanal
  • 1957 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, Inh: Gerhard v. Fehrn-Stender, PI: 550, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 19-20 V., 1 Mat.-, 3 Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 8, Verst: Elac, Klangfilm, Lautspr: Elac, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1958 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, P: Gerhard v. Fehrn-Stender, Pl: 550, Best: Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg., 19-20 V., 3 Spät-, 1 Mat.- Vorst., tön. Dia, App: Bauer B 8, Verst: Elac, Klangfilm, Lautspr: Elac, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1959 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, P: Gerhard v. Fehrn-Stender, PI: 550, Best: Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg, 19-20 V, 3 Spät-, 1 Mat.-Vorst, tön. Dia, App: Bauer B 8, Verst: Elac, Klangfilm, Lautspr: Elac, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1960 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, P: Gerhard v. Fehrn-Stender, PI: 550, Best: Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg., 19-20 V., 3 Spät-, 1 Mat. Vorst., tön. Dia, App: Bauer B 8, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Elac, Klangfilm, Lautspr: Elac, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, P: Gerhard v. Fehrn-Stender, PI: 550, Best: Kamphöner, Flach-u. Hochpolster, 7 Tg, 19-20 V, 3 Spät-, 1 Mat.- Vorst, tön. Dia-N, Br, App: Bauer B 8, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Elac, Klangfilm, Lautspr: Elac, Bild-u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 Schauburg Schleifmühlenstr. 8, Tel: 3777, P: Gerhard v. Fehrn-Stender PI: 550, Best; Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg, 19-20 V, 3 Spät-, 1 Mat.-Vorst, tön. Dia-N, Br, App: Bauer B 8, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Elac, Klangfilm, Lautspr: Elac, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1971 Schauburg, Schleifmühlenstr. 8, T:25777, Inh: Gerhard v. Fehrn-Stender, 555 Plätze
  • 1973 2370 Rendsburg, Schauburg, 550 Plätze
  • 1975 2370 Rendsburg, Schauburg, 550 Plätze
  • 1985 2370 Rendsburg, Schauburg 1-3, 199/82/118 Plätze
  • 1991 2370 Rendsburg, Schauburg Gr. Hs. 199, Kl. Hs. 82 Plätze
  • 1993 Schauburg Großes Haus, DO, 198 Plätze, Schauburg Kleines Haus, 82 Plätze, Studio, 107 Plätze, 24768 Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel. 04331/23777, Inh: v. Fehm-Stender, Karin, 24768 Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8
  • 1995 Schauburg, Atelier (PRK), DO SR, 50 Pl. Großes Haus, DO SRD, 200 Pl. Kleines Haus, 84 Pl. Studio, DO SR, 109 Pl. 24768 Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 04331/23777, Inh: Karin von Fehrn-Stender, 24768 Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8
  • 1997 Schauburg, Atelier (PRK) DO SR 15 m2/50 PI. Großes Haus (VZK) DO SRD/DTS 60 m2/200 Pl. Kleines Haus (VZK) DO SR 23 m2/84 PI. Studio (VZK) DO SR 22 m2/109 PI. 24768 Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8, Tel: 04331/23777, Inh: Karin von Fehrn-Stender, 24768 Rendsburg, Schleifmühlenstr. 8

Weblinks