Schöneberg Metropol, Neue Scala, Nollendorf-Palast, Lichtspiele Mozartsaal

Aus Kinowiki
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Geschichte

Neues Schauspielhaus als Goya (2008)
Neues Schauspielhaus als Metropol (2004)
links Lichtspiele Mozartsaal, rechts Ufa Nollendorfplatz (1927)
Neues Schauspielhaus und Mozartsaal (1908)
Saalplan Mozartsaal (1910)

Das Neue Schauspielhaus, auch als Theater am Nollendorfplatz, Metropol und Goya bekannte ehemalige Theater, ist neben dem Hochbahnhof der U-Bahn das markanteste Gebäude am Nollendorfplatz 5 im Berliner Ortsteil Schöneberg. Das Theater entstand in den Jahren 1905/1906. Zunächst trug der unter Federführung von Albert Froelich im Büro Boswau & Knauer entworfene Theaterneubau den Namen Neues Schauspielhaus. Es entstanden ein Theater mit 1108 Plätzen und im selben Gebäude der vollständig mit Mahagoniholz verkleidete „Mozartsaal“, der als Konzertsaal gedacht war.

Schon 1911 wurde der Mozartsaal umgebaut, um auch Filme zeigen zu können. Bis 1921 wurde das Kino von der Union Theater GmbH unter dem Namen "Mozart-Saal-Lichtspiele" betrieben. Als 1921 die Ufa die Gesellschaft übernahm, wurden die Mozartsaal-Lichtspiele bis 1923 zum Ufa-Theater. Große Beliebtheit erlangte das Kino unter der Direktion von Hanns Brodnitz, der das Kino kurzzeitig für die Eigentümer betrieb. Das Publikum wurde durch dessen Ideenreichtum immer wieder überrascht: So waren beispielsweise die Platzanweiserinnen immer in Kostümen gekleidet, die zum jeweiligen Filmthema passten. Im Jahr 1925 gab es die Premiere des ersten UFA-Tonfilms Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, der aber wegen technischer Mängel ein Misserfolg war. 1925 übernahm die UFA unter dem Namen "Ufa-Theater Mozartsaal" das Kino wieder und verringerte die Kapazität auf 996 Sitze. 1930 wurde es unter dem Architekten Georg Leschnitzer modernisiert.

Am 4. Dezember 1930 fand vor geladenem Publikum die deutsche Erstaufführung des Films Im Westen nichts Neues statt. Da dieser Film den Nationalsozialisten ideologisch nicht passte, wurden Proteste gegen den Anti-Kriegsfilm organisiert: Als dieser dann tags darauf anlief, setzten SA-Leute weiße Mäuse aus und legten Stinkbomben, pöbelnde Reichstagsabgeordnete der NSDAP nutzten ihre parlamentarische Immunität aus, um das Publikum aus dem Haus zu ekeln. An den folgenden Tagen konnten die Vorführungen im Mozartsaal nur unter massivem Polizeischutz stattfinden. Die Kampagne hatte Erfolg: Bereits am 11. Dezember 1930 verbot die Oberste Filmprüfstelle die Vorführung des Films.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Theater durch Luftangriffe schwer beschädigt. Die Fassade, Foyer und der Mozartsaal blieben jedoch weitestgehend erhalten. Zeitweilig diente der Mozartsaal nach dem Krieg unter dem Namen Neue Skala als Allzweckraum, in dem außer Filmvorführungen auch weniger erfolgreiche Varieté- und Revuevorstellungen gegeben wurden. Ab 1952 war er wieder ausschließlich Filmtheater und erlangte seinen bis heute bekannten Namen Metropol. In den 1970er Jahren liefen auch pornographische Filme.

Der Spielbetrieb wurde 1977 eingestellt und eine Diskothek hielt für lange Zeit Einzug, in der auch Konzerte bekannter Bands stattfanden. Das Metropol wurde 2005 unter großem Medieninteresse in den noblen Speise- und Tanzklub Goya umgewandelt, welcher im März 2006 pleite ging. Am 16. Juni 2007 wurde er wiedereröffnet. Ab März 2010 wurde das Haus vorwiegend als exklusiver Veranstaltungsort mit regelmäßigem Clubbetrieb genutzt. Im Mai 2014 wurde das Goya erneut geschlossen.

Das Bauwerk, das zur Zeit seiner Entstehung wegen seiner uneinheitlichen und pompösen Fassadendekoration kritisiert wurde, steht seit 1997 unter Denkmalschutz. (Wikipedia)


  • Berlin. Der Mozartsaal als Kinotheater. Die Berliner Kinematographen-TheatergeseIlschaft hat von der Saalbau-Aktiengesellschaft, der sowohl das Neue Schauspielhaus wie der Mozartsaal gehören, den Saal zunächst für fünf Jahre gepachtet, um hier unter dem Namen Lichtspielpalast vom 1. September ab kinematographische Vorstellungen zu veranstalten, die in ihrer Aufmachung und Inszenierung dem Rahmen des Mozartsaales angepasst werden sollen. Die Gesellschaft hat sich ausserdem den Saal für weitere fünfzehn Jahre gesichert. Der Kinematograph 168/1910
  • Die Lichtspiele im Mozartsaal am Nollendorfplatz, die das erste elegante Kinotheater Gross-Berlins waren und vor Einführung der Schöneberger Lustbarkeitssteuer (1912) auch sehr gut florierten, sind jetzt ein Opfer dieser Lustbarkeitssteuer und wohl auch der ungünstigen Lage der Kinotheater überhaupt geworden. Infolge der ausserordentlich hohen Sätze der Schöneberger Kinematographensteuer war das Theater gezwungen, beim Magistrat Schöneberg die Stundung der Steuern zu beantragen, was auch genehmigt wurde. Trotzdem ist es dem Theater nicht gelungen, seinen Betrieb wieder gewinnbringend zu gestalten. Über das Vermögen der der Lichtspiele G. m. b. H. Mozartsaal wurde am 15. d. M. die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragt, wegen Mangels an Masse ist jedoch die Eröffnung des Konkurses abgelehnt worden. (Germania, 21.07.1914) [1]
  • 1951: Eröffnung Die Metropol-Film-Bühne am Nollendorfplatz (früher: Neue Scala; ganz früher: Mozartsaal) ist nach einigen geglückten und einem mißglückten Theaterexperiment wieder zum Film-Uraufführungstheater geworden. Unter der Direktion von Herrn Heger begann sie mit der Nachaufführung von „Das Haus in Montevideo" und wird in Kürze den Fox-Film „Vierzehn Stunden" zur Erstaufführung bringen. Während der Theaterfestwochen sollen in diesem Hause allerdings wieder Theaterstücke aufgeführt werden. (aus: Die Filmwoche 10/1952)
  • 1952: Das Filmtheater Neue Scala am Nollendorfplatz in Berlin heißt jetzt „Metropol". Der neue Film 24/1952
Kurzchronik
  • 1906 Erbauung des »Neuen Schauspielhauses« (darin der Mozartsaal als Konzertsaal) von Albert Fröhlich; 1438 Plätze
  • 1911 Einrichtung eines Kinematographentheaters;
  • 1930 Umbau durch Georg Leschnitzer. 1068 Plätze (711 Parkett, 357 Rang)
Pächter
  • 1911 »Lichtspiele G.m.b.H.«,
  • um 1925 »Ufa-Theater-Betriebs-G.m.b.H.«,
  • 1928 »Terra-Film-A.G«, 1930 »Mozartsaal Lichtspiele G.m.b.H.«,
  • 1931 »Tonfilm im Mozartsaal G.m.b.H.«.
  • 1932 »Mozartsaal Theaterbetriebe G.m.b.H.«.
  • Das »Neue Schauspielhaus« heute »Metropoltheater«. aus: Peter Boeger

Kinodaten

  • 1911 Lichtspiele GmbH, W, Nollendorfplatz 5
  • 1912-1915 Lichtspiele Mozartsaal W 30, Nollendorfplatz 5
  • 1913-1920 Nollendorfplatz 5, Theater am Nollendorfplatz, Direktor Guttsmann, J. (geh. zu Motzstr. 80-82) [2] [3] [4] [5] [6] [7]
  • 1917 Mozartsaal GmbH, W 30, Nollendorfplatz 5
  • 1921 Nollendorfplatz 5, Ufa-Mozartsaallichtspiele & Theater am Nollendorfplatz, Eig: Theater & Saalbau AG [8]
  • 1922 Nollendorfplatz 5, Mozartsaallichtspiele (Ufa Köthener Str. 1-4) & Theater am Nollendorfplatz [9]
  • 1923-1925 Nollendorfplatz 5, Mozart Lichtspiele & Theater am Nollendorfplatz [10] [11]
  • 1926 Nollendorfplatz 5, Ufa-Theater Mozartsaal & Theater am Nollendorfplatz [12]
  • 1917 Mozartsaal-Lichtspiele am Nollendorfplatz, W, Nollendorfplatz 5
  • 1918 Lichtspiele Mozartsaal, W 30, Nollendorf Platz 5, 924 Plätze, Inh: Universum-Film-AG, Betriebsleiter: Fr. Frick
  • 1921 Mozartsaal-Lichtspiele, Charlottenburg, Am Nollendorfpl., F: Lützow 7996, täglich, 925 Plätze, Inh: Meßter-Film GmbH
  • 1924 Mozartsaal-Lichtspiele, W 30, Nollendorfplatz 5, F: Lützow 7995, Inh: Meinhard-Bernauer, Direktor: Brodnitz, PI: 924.
  • 1925 Lichtspieltheater am Nollendorfplatz, Schöneberg, Nollendorfplatz 5
  • 1925 Mozartsaal-Lichtspiele, W 30, Nollendorfplatz 5, F: Lützow 7995, Direktion: Brodnitz, Pl.: 924
  • 1927 Ufa-Theater Mozartsaal-Lichtspiele, W 30, Nollendorfplatz 5, F: Kurfürst 2094, Inh: Universum-Film AG, 924 Pl.
  • 1928 Ufa Theater Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfpl. 5, F: Kurfürst 2094, täglich, 935 Plätze, Inh: "Ufa"-Theater-Betriebs-GmbH
  • 1929 Terra-Lichtspiele Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: Kurfürst 2018/19, Gr: 1928, täglich, 996 Plätze, Inh: Terra Film-Akt.-Ges., Gf: Alex Graumann
  • 1930 Terra-Lichtspiele Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: Kurfürst 2018/19, Gr: 1928, täglich, Kap: 20 M, T-F: Western Electric. 1000 Plätze, Inh: Terra Film-Akt.-Ges., Gf: Alex Graumann
  • 1931 Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, Gr: 1928, täglich, T-F: Western Electric, 1100 Plätze, Inh: Mozartsaal-Lichtspiele GmbH, Gf: Hans Brodnitz
  • 1932 Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfplate 5, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, 1100 Plätze, Inh: Vereinigte Lichtspiele Spandau GmbH, Gf: Arthur Rupp
  • 1933 Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, 1100 Plätze, Inh: Vereinigte Lichtspiele Spandau GmbH, Gf: Arthur Rupp
  • 1934 Mozartsaal, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: B7 Pallas 0679, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, 1200 Plätze, Inh: Mozartsaal Theaterbetriebs-GmbH, Gf: Auguste Barth
  • 1937 Nollendorf-Palast, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: 318036, Gr: 1918, täglich, 1036 Plätze, Inh: Willy Hein
  • 1938 Nollendorf-Palast, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: 318036, Gr: 1918, täglich, 1036 Plätze, Inh: Willy Hein
  • 1939 Nollendorf-Palast, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: 318036, Gr: 1918, 1036 Plätze, täglich, Inh: Willy Hein
  • 1940 Nollendorf-Palast, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: 318036, Gr: 1918, 1036 Plätze, täglich, Inh: Willy Hein
  • 1941 Nollendorf-Palast, Berlin W 30, Nollendorfplatz 5, F: 318036, Gr: 1918, Bühne: 65 qm, 1045 Plätze, täglich, Inh: Willy Hein
  • 1949 Neue Scala, Berlin W 62, Nollendorfplatz 5, Tel. 242482/83, Inh: Wilk & Nerking, Pl. 1076
  • 1950 Neue Scala, W 62, Nollendorfplatz 5, Tel. 242482, Inh: Internationale Variete GmbH, Treuhänder: Carl Oskar Liebmann, 1076 Pl.
  • 1952 Metropol-Film-Bühne a. Nollendorfplatz -W 30, Nollendorfplatz 5, P: Filmtheater im Sportplatz GmbH, Gf: Karl Heger, PI: 1080, 7 Tg., 21 V., tön. Dia., App. Ernemann VII B, Bühne 10x10, Th. ja, O. ja.
  • 1953 Metropol-Film-Bühne -W 30, Nollendorfplatz 5, Tel. 248822, Inh. u. Gf: Karl Heger, Pl. 998, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Klangfilm, Vst. Klangfilm 34 706, Bühne 10x9, Th. ja, O. ja
  • 1955 Metropol-Film-Bühne (A)-W 30, Nollendorfplatz 5, Tel. 248822, Inh. u. Gf: Heger & Co. oHG, PL 998, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Klangfilm, Vst. Klangfilm, Bühne 10x9, Th., O.
  • 1956 Metropol-Film-Bühne (A)-W 30, Nollendorfplatz 5, Tel. 248822, Inh. u. Gf: Heger & Co. oHG, PL. 998, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Klangfilm, Vst. Klangfilm, Bühne 10x9, Th., O.
  • 1957 Metropol Film-Bühne (A)-W 30, Am Nollendorfplatz 5, Tel: 248822, Inh: Rolf Budde & Paul Grosse, Gf: P. Grosse, Th.-Ltr: E. Michaelis, PI: 998, Best: Polstersitze, 7 Tg., 23 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Dominar M2, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KM, 4 KM u. Perspecta, Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1958 Metropol Film-Bühne (A)-W 30, Am Nollendorfplatz 5, Tel: 248822, Inh: Rolf Budde & Paul Grosse, Gf: P. Grosse, Th.-Ltr: E. Michaelis, PI: 998, Best: Polstersitze, 7 Tg., 23 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Dominar M2, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KM, 4 KM u. Perspecta, Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1959 Metropol Filmbühne (A)-W 30, Am Nollendorfplatz 5, Tel: 248822, Inh: Rolf Budde & Paul Grosse, Gf: Paul Grosse, Pl: 998, Hochpolster, 7 Tg., 23 V., Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55
  • 1960 Metropol Filmbühne (A)-W 30, Am Nollendorfplatz 5, Tel: 248822, Inh: Rolf Budde & Paul Grosse, Gf: Paul Grosse, PI: 998, Hochpolster, 7 Tg., 23 V., Spätvorst., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55
  • 1961 Metropol Filmbühne (A)-W 30, Am Nollendorfplatz 5, Tel: 248822, Inh: Rolf Budde & Paul Grosse, Gf: Paul Grosse, PI: 998, Hochpolster, 7 Tg., 23 V., Spätvorst., tön. Dia-N, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 1 KM, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1962 Metropol Filmbühne (A)-W 30, Am Nollendorfplatz 5, Tel: 248822, Inh: Rolf Budde & Paul Grosse, Gf: Paul Grosse, Pl: 998, Hochpolster, 7 Tg., 23 V., Spätvorst., tön. Dia-N, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 1 KM, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1969 Metropol, B 30, Nollendorfplatz 5, Tel. 264122 (2164122)
  • 1975 Metropol, 30, Nollendorfplatz 5, Tel. 2164122
Theater am Nollendorfplatz
  • 1924 Theater am Nollendorfplatz, Berlin W 30, Nollendorfplatz 11-12, Inh: Meinhardt-Bernauer-Bühnen, Dir: Brodnitz, Zeitweise Film- zeitweise Bühnentheater.
  • 1925 Theater am Nollendorfplatz, W 30, Nollendorfplatz 11/12, Inh: Meinhardt-Bernauer-Bühnen, Dir. Brodnitz, Zeitweise Film- zeitweise Bühnentheater.
  • 1927 Theater am Nollendorfplatz, W 30, Nollendorfplatz 11-12, F: Kurfürst 2091 bis 2093, Inh: Meinhardt-Bernauer-Bühnen, Zeitweise Film, zeitweise Bühnentheater. 937 Plätze

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