Schöneberg Scala-Palast (Eispalast-Kino)

Aus Kinowiki
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Geschichte

Der Eispalast 1910

1908 wurde der Eispalast in der Lutherstraße 22-24 eröffnet.

Die Scala wurde im September 1920 von neun meist jüdischen Geschäftsleuten – darunter der Inhaber des Verlages Lichtbild-Bühne, Karl Wolffsohn, und der Flugzeugindustrielle Fokker – im Eispalast als Variete neu eröffnet. Führende Hand der im Rahmen einer GmbH betriebenen Unterhaltungsstätte war der gelernte Bankkaufmann Jules Marx, der bis Ende der 1920er Jahre an zahlreichen Vergnügungsbetrieben in Deutschland beteiligt war. Die Scala war in den Goldenen Zwanzigern sehr erfolgreich und wurde zu einem international bekannten Varieté. Das Gebäude wurde in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 weitgehend zerstört. Teile wurden ab 1960 zeitweise als provisorische Spielstätte des Kabaretts Die Wühlmäuse benutzt. Das Gebäude wurde später abgetragen.

In den 1970er Jahren wurde die Straßenfront mit einem sachlichen Zweckbau geschlossen. Der Bereich des früheren Zuschauer- und Bühnenraums ist heute ein nicht-öffentlicher Parkplatz.

1963 wurde die Lutherstraße in die Martin-Luther-Straße mit einbezogen. [1] Die Adresse lautet heute Martin-Luther-Str. 14-18.


Berlin. Der Eispalast-Kino ist am 10. ds. eröffnet worden, ein vornehmes Lichtbild-Theater, das in der ersten Etage des Berliner Eispalastes seinen Sitz aufgeschlagen hat, in demselben Prachtsaal, in dem nachts das Cabaret seine Gäste unterhält. Damit ist schon angedeutet, dass der Theaterraum sich als ein elegant und modern ausgestatteter Aufenthaltsort präsentiert. Auch das Eingangportal, Kassenraum, Aufgang und Vestibül sind in vornehmem Stil gehalten, so dass der verwöhnteste Besucher seinen Geschmack und seine Anforderungen befriedigt findet. Eine sehr dankenswerte Einrichtung ist es, dass im Hintergrund des Zuschauerraumes, von wo aus die Lichtbilder am effektvollsten zu sehen sind, ein Cercle an Tischen eingerichtet ist, in dem Erfrischungen serviert werden. Für die Besucher des Eispalastes sind ermässigte Preise angesetzt. Die Lichtbilder bringen vorzügliche Aufnahmen, das Programm, das zweimal in der Woche wechselt, ist gewählt und reichhaltig. Der Kinematograph 190/1910

Kinodaten

  • 1917 Kinotheater, W, Lutherstr. 22
  • 1920 Scala-Palast, W 62, Lutherstr. 22-24, F: Kurf. 6455-56, Gegr. 1919, täglich, 227 Plätze, Inh: Scala-Palast GmbH
  • 1921 Scala-Palast, W 62, Lutherstraße 22/24, F: Kurfürst 6455/56, Gr: 1919, täglich, 3000 Plätze, Inh: Scala-Palast GmbH
  • 1923 Scala-Palast, W 62, Lutherstraße 22/24, F: Kurfürst 6455/56, Gr: 1919, täglich, 3000 Plätze, Inh: Scala-Palast GmbH

Weblinks