Schleiden Eifel-Lichtspiele

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Geschichte

01.07.11 Der 68-jährige Herbert Renck ist seit 1977 Betreiber, Filmvorführer und Kassierer der Eifel-Lichtspiele in Personalunion. Doch im Herbst soll mit dem altehrwürdigen Kino Schluss sein, es kommen schlichtweg nicht genügend Besucher. (..)

Der 68-jährige Herbert Renck ist seit 1977 Betreiber, Filmvorführer und Kassierer in Personalunion. Neben dem Gemünder Kino führte er einst zusammen mit seinem mittlerweile verstorbenen Geschäftspartner Wilhelm Straß das „Burgtheater“ in Zülpich und das „Rex-Theater“ in Kall.Die Liebe für das Kino entstand schon früh bei Herbert Renck. Im Alter von zwölf Jahren transportierte er mit dem Fahrrad die „Wochenschauen“ zwischen zwei Kinos in Essen hin und her. So kam erin Kontakt mit der Welt der Filmbühnen, aus der sich eine große Kino-Leidenschaft entwickelte.

Viele der Gemünder Zuschauer kennt Renck seit Jahren persönlich und hat beim Kauf der Eintrittskarten immer einige warme Worte für die Besucher parat. Er hockt hinter einer Plexiglasscheibe in einem Kassenhäuschen, umgeben von allerlei Süßigkeiten. Nummerierte Platzkarten gibt es nicht. Einst bot der Kinosaal 250 Besuchern Platz. Heute sind nur noch 200 Sessel vorhanden.

Beim Betreten des Saales knarren die alten Holzbohlen unter den Füßen, und sobald man sich in einen der roten oder orangefarbenen Sessel fallen lässt, spürt man unweigerlich, dass viele teils arg durchgesessen sind. Wenn der Vorhang sich öffnet, fällt der Blick auf eine 28 Quadratmeter große Leinwand. Früher gab es vor dem Hauptfilm immer Werbespots lokaler Geschäfte oder Restaurants. Heute schaltet niemand mehr Werbung in den Eifel-Lichtspielen.

Könnten die mit blauem Tuch bespannten Wände sprechen, würden sie von zahllosen Komödien, Streifen voller Herzschmerz und Sehnsucht sowierasanten Actionspektakeln berichten, die über die Leinwand der im Jahre 1937 erbauten Filmbühne flimmerten. Doch mit all dem soll im Herbst Schluss sein. Herbert Renck fehlen die Besucher. „Ich hoffe noch immer, dass es besser wird, sehe aber nicht mehr viele Chancen für den Erhalt des Kinos“, sagt er und schaut dabei traurig durch die Gläser seiner Brille.

Die Gründe für die geringen Besucherzahlen seien vielfältig, erläutert der Filmvorführer. Zum einen setze den Kinos das weit verbreitete illegale Herunterladen der neuesten Filme im Internet zu. Zum anderemgehe der Trend immer stärker zu 3-D-Kinos und digitalen Filmen, was vor allem die alten Kinos zu spüren bekämen. Der Projektor der Gemünder Lichtspiele, ein Askania 12, Baujahr 1954, spiele jedoch nur analoge Filme ab, erklärt Renck. Für die Anschaffung eines digitalen Projektors fehlt ihm schlicht das Geld. Das mangelnde Besucherinteresse schlage sich nicht nur in entsprechend mageren Einnahmen nieder, von denen die Leihgebühren für die Filme und die Nebenkosten beglichen werden müssten. [1]

Über die Geschichte der „Eifel Lichtspiele“ weiß Ingrid Kliem gut Bescheid. Ihr Großvater Johann Pilger baute das Kino im Jahr 1937. Er betrieb in der Dreiborner Straße ein Hotel und eine Bäckerei. Schon vor dem Bau des Kinos bot er im Saal des Hotels gut besuchte Kino-Vorführungen an. Der pfiffige Unternehmer baute schließlich ein „richtiges“ Kino. Im Krieg wurde es stark zerstört und 1948 von Pilger wieder aufgebaut. Nach seinem Tod Ende 1948 übernahmen sein Sohn Albertund dessen Frau Bettydas Kino.

„Meine Eltern betrieben das Kino bis 1977“, erzählt Ingrid Kliem. Dann übernahmen Herbert Renck und sein Partner das Filmtheater. Als der Partner starb, machte Renck alleine weiter – bis zum November 2011, als mit der letzten Vorführung die Kino-Ära in Gemünd zu Ende ging. Finanziell habe sich das Unternehmen nicht mehr gerechnet, so Kliem. Alleine die notwendige Umstellung auf digitale und 3D-Technik hätte, so Kliem, 150 000 Euro gekostet. „Die kleinen Kinos haben es überall schwer. Sie haben sich halt überlebt. Im Grunde schade.“

Froh ist sie aber, dass ein Teil des altehrwürdigen Kinos für die Nachwelt erhalten bleibt und einen Platz im Freilichtmuseum findet. Museums-Chef Mangold hatte von der Schließung des Kinos erfahren und sich an Kliem gewandt. Ein Kino soll schließlich in der Baugruppe „Marktplatz Rheinland“, die die Besucher in die Zeit von 1945 bis 1980 entführen wird, Platz finden. Genauso wie Gasthaus, Frisier-Salon,Tante-Emma-Laden, Eisdiele und Tankstelle. [2]

Kinodaten

  • 1950 Elfel-Lichtspiele Dreibornerstr. 6a, I. u. Gf.: Albert Pilger, Gemünd-Eifel, Dreibornerstr. 6a 301 Pl. 3—5 Tg., 1—2 V., Dia; App.: Hahn-Goerz, Vst.: Koerting, Str.: W. 220 Volt» 30 Amp.; Bühne 8x6x7, Th. ja
  • 1952
  • 1953 Eifellichtspiele Dreibömer Str. 6a, Tel. 215, I. u. Gf. Albert Pilger PL 334, 5—7 Tg., 6—10 V., tön. Dia, App. Hahn-Goerz, Vst. Körting, Str. W. 220/ 380 Volt, 30 Amp., Bühne 8x6x7, Th. ja
  • 1955 Eifellichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel. 215, I. u. Gf. Albert Pilger Pl. 334, 5—7 Tg, 6—10 V, tön. Dia, App. Hahn-Goerz, Vst. Körting, Str. W. 220/ 380 Volt, 30 Amp, Bühne 8x6x7, Th.
  • 1956 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, Postanschr: desgl., I: Albert Pilger Pl: 334, Best: Stüssel, Holzklappsitze, 7 Tg, 8 V, tön. Dia, App: Bauer B 8, Verst: Hase, Str: D. 380 Volt, 25 Amp. Tonsyst: Lichtton
  • 1956N Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36 -Änd: PI. 385
  • 1957 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, I: Albert Pilger PI: 385, Best: Stüssel, teilw. Hochpolster, 7 Tg., 8 V., 2 Mat./Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 5 u. B 8, Verst: Hase, Bildsyst: Br., Gr.-Verh: 1:1,85
  • 1958 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, Postanschr: Dreibömer Str. 38, I: Albert Pilger PI: 385, Best: Stüssel, teilw. Polster, 7 Tg, V, 2 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 5 u. B 8, Verst: Hase, Bildsyst: Br, Gr.-Verh: 1:1,85
  • 1959 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, Postanschr: Dreibömer Str. 38, I: Albert Pilger PI: 385, Best: Stüssel, teilw. Polster, 7 Tg, 8 V, 2 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 5 u. B 8, Verst: Hase, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2, 35
  • 1960 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, Postanschr: Dreibömer Str. 38, I: Albert Pilger Pl: 385, Best: Stüssel, teilw. Polster, 7 Tg, 8 V, 2 Mat.-/Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 5 u. B 8, Verst: Hase, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, Postanschr: Dreibömer Str. 38, I: Albert Pilger PI: 385, Best: Stüssel, teilw. Polster, 7 Tg., 8 V., 2 Mat.-/Spätvorst., FKTg: Dienstag, tön. Dia-N, App: Bauer B 5 u. B 8, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Hase, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 Eifel-Lichtspiele Dreibömer Str. 36, Tel: 215, Postanschr: Dreibömer Str. 38, I: Albert Pilger PI: 385, Best: Stüssel, teilw. Polster, 7 Tg, 8 V, 2 Mat.-/Spätst, FKTg: Dienstag, vierzehntägig, tön. Dia-N, App: Bauer B 5 u. B 8, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Hase, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1971
  • 1991 Eifel Lichtspiele, DO, 289 Plätze, Schleiden-Gemünd, Dreiborner Str. 36, Tel. 02444/2894, Inh. Stass, Willi & Herbert Renck FTB, Martinstr. 3, 5352 Zülpich, Tel. 02252/6842
  • 1992 Eifel Lichtspiele, DO, 289 Plätze, Schleiden-Gemünd, Dreiborner Str. 36, Tel. 02444/2894, Inh. Stass, Willi & Herbert Renck - FTB, Martinstr. 3, 5352 Zülpich, Tel. 02252/6842
  • 1993 Eifel Lichtspiele, DO, 289 Plätze, 53937 Schleiden-Gemünd, Dreiborner Str. 36, Tel. 02444/2894, Inh: Stass, Willi & Herbert Renck-FTB, 53909 Zülpich, Martinstr. 3, Tel. 02252/3455
  • 1995 Eitel Lichtspiele, DO, 240 Pl. 53937 Schleiden-Gemünd, Dreiborner Str. 36 Tel.: 02444/2894 Inh.: Willi Stass & Herbert Renck-FTB, 53909 Zülpich, Martinstr. 3