Steglitz (Der) Spiegel Lichterfelde

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Foto 2004
Foto 1955
Foto 1952
Der Saal bei der Eröffnung

Vom Kino zur Eventlocation: „Der Spiegel“ wurde 1952 gebaut. Der Glaserker in der Mitte und der ausladend überdachte Eingangbereich mit den schräg gestellten Stützen, die das Vordach tragen sind in ihrer schlichten Schönheit kraftvolle Elemente der Architektur der Wirtschaftswunderzeit. Die Architekten Völker und Grosse bauten nur zwei Jahre zuvor auch das Schillertheater. Ältere Lichterfelder erinnern sich daran, hier alle Filme mit Maria Schell gesehen zu haben. Fachleute halten das Gebäude für eines der besten Beispiele für die Kinoarchitektur der fünfziger Jahre. Mitte der siebziger Jahre wurde das Kino geschlossen und das Gebäude entging nur knapp dem beim Bauamt schon beantragten Abriss. Stattdessen wurden der wunderschöne Leinwandbogen und die alte Zuschauertribüne hinter Decken und Wänden versteckt, um das Gebäude die weiteren 25 Jahre als Lebensmitteldiscounter zu nutzen.

Anfang 2004 widmen sich im Auftrag von Frank Lüske die Berliner Architekten Kleyer und Koblitz dem heruntergekommenen Gebäude. Nach dem Vorabriss aller Wände und Decken aus den Siebzigern erschloss sich das enorme Potential des gesamten Bauwerks. Mit großer Sensibilität für die reduzierte Ästhetik der 50er-Jahre wurde mit Biolüske von Kleyer und Koblitz ein Biosupermarkt von einzigartiger Ausstrahlung entworfen. Auf der gesamten Erdgeschoßfläche wurde auf 500 qm ein Biosupermarkt geplant. Auf der alten Zuschauertribüne entstand eine vielfach nutzbare Eventlocation. Mit den Partnern Gaggenau und Poggenpohl wurde hier das bundesweit erste Kochstudio in einem Biosupermarkt geplant. Aus einem alten Kino ist erneut ein Gebäude von einzigartiger Ausstrahlung geworden. Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten lassen einiges erwarten.

8-Grundriss-Querschnitt.jpg 2-000034-(Medium).jpg 7-Biol%C3%BCske-Raum.jpg 3-PICT2474.jpg

Blick von der Empore, vor und nach dem Umbau. (Text und Fotos © Lüske Handels GmbH)

Das Kino diente bis 1961 auch als Grenzkino. Aus dem Kino wurde nach der Schließung 1973 zunächst ein Discounter und im Jahr 2004 ein Biomarkt. Bemerkenswert ist, dass hier die Geschichte des Gebäudes nicht negiert wurde und das Kino erkennbar erhalten blieb, bzw. wieder zum Vorschein kam.


In Berlin-Lichterfelde-West, Drakestraße 50, eröffnete Kurt Rilk, Inhaber der Zehlendorfer Filmtheater „Zeli" und „Rathaus", ein nach modernsten, künstlerischen und technischen Gesichtspunkten ausgestattetes Lichtspielhaus mit dem seltenen Namen „Der Spiegel". Das Haus — es ist das 204. Filmtheater West-Berlins — faßt 625 Plätze. Voelker und Grosse, die bekannten Erbauer des Berliner Schiller-Theaters, waren die Architekten. Vom September 1951 an wurde — auch den ganzen Winter über — gebaut. An besonderer Ausstattung fallen auf: die rotgepolsterten Wände des mit Vitrinen versehenen Foyers (zwei Kassen) rund die Leistenwände im Zuschauerraum (10 000 Meter Leisten wurden verwendet); sie garantieren eine hervorragende Akustik. Technische Ausrüstung (durch Ufa-Handel) u.a.: zwei Ernemann-X-Projektoren und eine Schwerhörigenanlage. Das Haus fand schon in den ersten Tagen seines Bestehens vor allem durch die Lichterfelder Bevölkerung regen Zuspruch. Der neue Film 38-39/1952

Heinz Völker und Rolf Grosse, die Erbauer des Berliner Schiller-Theaters, erstellten für Herrn Kurt Rilk in Lichterfelde das Lichtspieltheater „Der Spiegel". Modern, mit einer nicht alltäglichen Linienführung, heißt das Theater die Bewohner dieser Vorstadt im Süden Berlins willkommen. Reizvolle Perspektiven ergibt die leichte Neigung der Längswände und der seitlichen Stuckeinfassung des Bühnenportals. Eine Holzleistenverkleidung tragen die Wände und die Rangbrüstung des 600-Platz-Theaters. Projiziert wird aus 24 m Entfernung auf eine Bildwand von etwa 3,75 X 5,0 Metern. Ufa-Handelsgesellschaft lieferte die zwei Ernemann-VIIB-Maschinen mit angebauter Dia-Einrichtung mit Überblendung. Die Elektroakustik besorgt eine Klangfilm-Europa-Tonapparatur. Auch „Der Spiegel" ist, als modernes Haus, mit einer Schwerhörigenanlage ausgerüstet. Der neue Film 60/1952

Kinodaten

  • 1953 „Der Spiegel" -Lichterfelde-West, Drakestraße 50, Tel. 734238, Inh: Kurt Rilk, Pl. 625, 7 Tg., 15 V., tön. Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Klangfilm-Klarton
  • 1955 „Der Spiegel" (A)-Lichterfelde-West, Drakestraße 50, Tel. 734238, Inh: Kurt Rilk, PI. 625, 7 Tg., 15 V., tön. Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Klangfilm-Klarton
  • 1956 "Der Spiegel" (A)-Lichterfelde-West, Drakestraße 50, Tel. 734238, Inh: Kurt Rilk, PL. 625, 7 Tg., 15 V., tön. Dia, App. Ernemann VIIB, Vst. Klangfilm-Klarton
  • 1956N Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50 - Änd.: Gf. Kurt Wronna
  • 1957 Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50, Tel: 734238, Inh: Kurt Rilk Lichtspieltheater-Betriebe, Gf: Kurt Wronna, PI: 627, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 15 V., 1 Mat.-Vorst., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1958 Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50, Tel: 734238, Inh: Kurt Rilk Lichtspieltheater-Betriebe, Gf: Kurt Wronna, PI: 627, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 15 V., 1 Mat.-Vorst., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1959 Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50, Tel: 734238, Inh: Frau Herta Rilk, Pl: 627, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 15 V., 2 Spätvorst, wöchentlich, 1 Mat.-Vorst. monatlich, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr,-Verh: 1:2,55, Th., O.
  • 1960 Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50, Tel: 734238, Inh: Frau Herta Rilk, PI: 627, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 16 V., 1 Spätvorst, wöchentl., 2 Mat.- Vorst. monatlich, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O.
  • 1961 Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50, Tel: 734238, Inh: Kurt Rilk, Lichtspieltheater-Betriebe Frau Herta Rilk, PI: 627, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 16 V., 1 Spätvorst, wöchentl., 2 Mat.-Vorst. monatlich, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Xenon,, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O., Schwerhörigenanlage
  • 1962 Der Spiegel (A)-Lichterfelde, Drakestr. 50, Tel: 734238, Inh: Kurt Rilk, Lichtspieltheater-Betriebe Frau Herta Rilk, Pl: 627, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg., 16 V., 1 Spätvorst, wöchentl., 2 Mat.-Vorst. monatlich, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Xenon,, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O., Schwerhörigenanlage
  • 1966 Der Spiegel, B 45, Drakestr. 50, Tel. 73 42 38
  • 1969 Der Spiegel, B 45, Drakestr. 50, Tel. 73 42 38
  • 1973 Der Spiegel Filmtheater, 45, Drakestr. 50, Tel. 8 33 42 38
  • 1974 Real-Discount Cohn & Berndt, 45, Drakestr. 50, Tel. 8 33 42 38

Weblinks