Steglitz Titania-Palast

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Postkarte 1928
Postkarte 1936
Foto 1945 als American Theatre
Foto: ca. 1984
Foto: 2004
  • 1908 gab es auf dem Gelände, das als Rummelplatz genutzt wurde, ein ambulantes Kino.
  • 1927 erwirbt die GRUTEB GmbH (Grundstücks-Theater-Betriebsgenossenschaft) das Eckgrundstück. In 30-wöchiger Bauzeit wird das Kino von den Architekten Schöffler, Schloenbach und Jacobi erstellt. "Geplant und erbaut als ein modernes und luxuriöses Uraufführungskino der Filmgesellschaft National.Film-Verleih- und Vertriebs AG, erregt er durch seinen eigenwilligen, für die damalige Zeit ausgesprochen kühlen Baustil Aufsehen". Besonders wurde die Lichtarchitektur gestaltet. "Der markante Blickfang ist der Lichtturm. Es ist mit 27 Leuchtringen umgeben und strahlt mit einer Höhe von 30 Metern weithin sichtbar in die Nacht. Der Turm selbst erhebt sich aus langen Lichtstreifen, die den Sockel des Turmmassivs mit den Freiflächen für die Werbeplakate quer umgeben. Die Fensterschlitze an den Seiten des Turmklotzes und auch alle übrigen Fenster, einschließlich die der Nebengebäude, sind nachts hell erleuchtet. Von den langgestreckten Dachtraufen der beiden Gebäudeflügel strahlt indirektes Licht nach unten ab. Die beiden Neon-Schriftzüge erstrahlen violett.
  • 1928 am 26. Januar wird das Kino mit 1924 Sitzplätzen eröffnet, neben dem Kinoprogramm wird auch regelmäßig Theater und Konzerte im Saal aufgeführt.
  • 1929 Umstellung auf Tonfilm, dadurch wird das 50-60 Mann starke Kino-Orchester überflüssig. Am 29.10.29 erster Film: The Singing Fool.
  • 1933 "Die Leitung des Titania-Palastes schwenkt (..) schon früh auf die neue, nationalsozialistische Linie ein (..) Am Volkstrauertag 1933, dem 12. März, findet im Titania-Palast eine große, vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge veranstaltete Gefallene-Gedenkfeier statt, die in ihrem an einen Toten-Kult erinnernden Stil ganz im Sinne des Nazi-Ideologie entspricht."
  • Das Grundstück wird an die Tolirag (Ton-Lichtbild-Reklame AG) verkauft, die wiederum die Hälfte an Hugo Lemke weitergibt.
  • 1944 wird der Titania-Palast zusammen mit einer Reihe anderer Kinos zugunsten der UfA, die seit 1937 ganz unter Kontrolle der Nazis steht, enteignet.
  • 26. Mai 1945 spielen die Berliner Philharmoniker im unzerstören Titania-Palast, der nun deren ständige Spielstätte wurde.
  • August 1948 übergeben die Amerikaner das beschlagnamte Haus wieder deutscher Nutzung.
  • 1949 erste durchgreifende Umbauten, die den Saal an die neue Nutzung anpassen, Verbesserung der Akustik. Dadurch wird aber auch das Gesamtkunstwerk Titania-Palast maßgeblich zerstört. Der rote Velourboden und die kunstvoll bemalte Samtbespannung der Wände werden im ganzen Haus entfernt und durch Presskorkplatten und helle Hohlvertäfelung ersetzt. Die Bühne wird vergrößert, die charakteristischen Orgelpfeifen demontiert. "So wird aus dem relativ dunklen Gewölbe, in dem indirekte Beleuchtung vorherrschte, dem Zeitgeist entsprechend ein helles, <freundliches Gebäude>".
  • 2. September 1949 Der Tinania-Palast wird als Konzertsaal wiedereröffnet.
  • 1951 Die ersten Berliner Filmfestspiele finden im Titania-Palast statt.
  • Die Amerikaner geben das Gebäude seinem "ursprünglichen" Besitzer Hugo Lemke zurück. Der verpachtet es 1951/52 an den Senat.
  • 1953 findet ein zweiter, größerer Umbau statt. Auf dem Nachbargrundstück wird ein Bühnenhaus errichtet, die Bühne wird vergrößert und die alte Kuppel an der Decke des Zuschauerraumes entfernt.
  • 1954 Nachdem die Pacht mit dem Senat abgelaufen ist, kommt das Haus in finanzielle Schwierigkeiten. Der Besitzer bietet das Haus dem Senat zum Kauf an, der hat aber bereits beschlossen das Opernhaus wieder aufzubauen und benötigt daher den Konzertsaal nicht mehr.
  • 1953 wird das Haus mit Cinemascope ausgestattet. Bis in die 60er Jahre hinein ist der Titania-Palast ein beliebter Veranstaltungsort von Konzerten, Theater und Filmprogrammen.
  • Anfang der 60er Jahre verschlechtert sich die Situation wieder. Die neugebaute Oper und Philharmonie erhöhen die Konkurrenz und der Mauerbau und das Fernsehen vermindert die Besucherzahl.
  • 1963 wird versucht das Haus als Berliner Operetten Theater zu etablieren. Dadurch wiederum ein Umbau, der Saal wird um 400 Plätze verkleinert, die Bühne abermals vergrößert. Auch das Foyer wird verändert: Das alte Foyer und die zweite Kassenhalle wird abgetrennt und an die BEWAG vermietet, die hier eine Geschäftsstelle eröffnet.
  • 1965 Nachdem sich das Operettenprogramm als Flop erwies wird das Gebäude am 6.6.65 an Karl-Heinz Krüger-Quiring verkauft, der gerade sein anderes Kino, die Flora, an den Karstadt-Konzern verkaufte, wo ein neues Warenhaus errichtet wurde. Bereits am 21.6.65 verkauft er es an den Otto-Versand weiter, der es abreißen will, um ein Warenhaus zu errichten.
  • 13.12.1965 Letzter Film im Titania-Palast: "Das gab's nur einmal" von 1958, der teilweise im Titania-Palast gedreht wurde.
  • Verhinderung des Abrisses durch die Berliner Verwaltung. Man hatte übersehen, daß die BEWAG einen Mietvertrag über 20 Jahre hatte. Ein für die 60er Jahre erstaunlicher Vorgang, aber auf politischer Seite erkannte mal wohl, welche Beliebtheit dieses Traditionshaus in der Bevölkerung noch hatte. Auch ein Umbau durch den Otto-Versand wurde verhindert, da die BEWAG nicht bereit war, auf ihren Laden zu verzichten.
  • 1967 wird das Gebäude an die Aktiengesellschaft für Haus- und Grundbesitz verkauft. Weiterer Umbau, das Haus wird in Geschosse aufgeteilt, das Innere wird vollständig entkernt, und mehrere Läden eingerichtet. Außen wird es ocker-gelb gestrichen und Leuchtreklame angebracht. Im zweiten Obergeschoss bleiben anfangs noch einige Sitzreihen vom ehemaligen Rang für ein zukünftiges Kino erhalten. Diese Pläne ließen sich aber nicht realisieren, 1972 errichteten die städtischen Bühnen hier eine Probebühne.
  • 1984 wird die Fassade mit Ausnahme der Läden im Erdgeschoss und er Leuchtwerbung unter Denkmalschutz gestellt. (Quelle: Rolf Grünewald: Der Titania Palast)

1995 eröffnete ein Multiplex in dem Gebäude. Das heute "Cineplex - Titania" genannte Kino wird von der "To the movies Filmverleih- und Filmtheaterbetriebs GmbH" aus Kleinmachnow mit den Geschäftsführern Günther Mertins und Peter Sundarp betrieben.

Adresse

CINEPLEX - Titania
Schloßstraße 5-6
12163 Berlin Steglitz
Tel: 01805-050520

Ausstattung

Kino Sitze Projektion Leinwand Ton
1 396 Digital 3D 102 m² Dolby Digital 7.1
2 209 Digital 3D HFR 48 m² Dolby Digital 7.1
3 210 Digital 3D 48 m² Dolby Digital 7.1
4 85 Digital 22 m² Dolby Digital 7.1
5 103 Digital 30 m² Dolby Digital 7.1
6 105 Digital 3D 22 m² Dolby Digital 7.1
7 114 Digital 3D 25 m² Dolby Digital 7.1

Kinodaten

Das Kino war 1962 mit einer Philips 70mm-Anlage ausgestattet.

Erster Film in 70mm: Kubricks "SPARTACUS" in Super Technirama

  • 1927 Großkino der National-Film-AG, Berlin-Steglitz, Schloßstraße, Ecke Gutsmutstraße. Etwa 2000 Plätze, Eröffnung September 1927.
  • 1927 National-Film-Theater, Berlin-Steglitz, Schloßstraße. Im Bau.
  • 1928 Titania Palast, Bln.-Steglitz, Schloßstraße, Ecke Guthsmuthsstr, im Bau, 2000 Plätze, Inh: National Film Theater GmbH, Berlin
  • 1929 Titania Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstr. 5, F: Steglitz 8145, Gr: 1928, täglich, 1900 Plätze, Inh: National Film Theater GmbH
  • 1930 Titania Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstr. 5, F: Steglitz 8145, Gr: 1928, täglich, 1900 Plätze, Inh: National Film Theater GmbH
  • 1931 Titania Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, F: G2 Steglitz 8145, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, Inh: National Film Theater GmbH
  • 1932 Titania Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, F: G2 Steglitz 8145, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, 1900 Plätze, Inh: National Film Theater GmbH
  • 1933 Titania Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, F: G2 Steglitz 8145, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, 1900 Plätze, Inh: National Film Theater GmbH
  • 1934 Titania Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, F: G2 Steglitz 8145, Gr: 1928, täglich, T-F: Klangfilm, 1900 Plätze, Inh: National Film Theater GmbH
  • 1937 Titania-Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, Gr: 1928, täglich, 1915 Plätze, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke
  • 1938 Titania-Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, Gr: 1928, täglich, 1915 Plätze, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke
  • 1939 Titania-Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, F: 728145, Gr: 1928, 1915 Plätze, täglich, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke
  • 1940 Titania-Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 5, F: 728145, Gr: 1928, 1915 Plätze, täglich, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke
  • 1941 Titania-Palast, Berlin-Steglitz, Schloßstraße 4/5, F: 728145, Gr: 1928, Bühne: 123 qm, 1911 Plätze, täglich, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke
  • 1949-1950 kein Eintrag
  • 1952 Titania-Palast -Steglitz, Schloßstr. 10, Tel. 723738, Inh: Hugo Lemke, Titania-Palast Gesellschaft, Pächter bis 30.6.52 Stadt Berlin.
  • 1953 kein Eintrag
  • 1955 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 4-5, Tel. 723672, 723673 u. 723738, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, PL 1850, 7 Tg., 16 V., tön. Dia, App. Bauer B 12, Vst. Eurodyn 4 Kanal, Bühne 11x14,5x20, Th., O., CinemaScope, Breitwand MMS 5,85 x13,85
  • 1956 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 4-5, Tel. 723672, 723673 u. 723738, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Pl. 1850, 7 Tg., 16 V., tön. Dia, App. Bauer B 12, Vst. Eurodyn 4 Kanal, Bühne 11x14,5x20, Th., 0., CinemaScope, Breitwand MMS 5,85 x13,85
  • 1956N Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5 - Änd.: Gf. Erich Hoffmann, -Tegel, Bahnhofstr. 1
  • 1957 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5, Tel: 723672, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Gf: Erich Hoffmann, PI: 1888, Best: Otto & Zimmermann, Polstersitze, 7 Tg., 15 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1958 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5, Tel: 723672, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Gf: Erich Hoffmann, PI: 1888, Best: Otto & Zimmermann, Polstersitze, 7 Tg., 15 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM u. 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1959 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5, Tel: 723672, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Gf: Hans Heinrich, Pl: 1888, Best: Otto & Zimmermann, Polstersitze, 7 Tg., 15 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1960 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5, Tel: 723672, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Gf: Erich Hoffmann, PI: 1888, Best: Otto & Zimmermann, Polstersitze, 7 Tg., 15 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 12, Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, 1 KM, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55, Th., O.
  • 1961 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5, Tel: 723672, Inh: Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Gf: Erich Hoffmann, PI: 1888, Best: Otto & Zimmermann, Polstersitze, 7 Tg., 15 V., 1 Spätvorst., tön. Dia-alle Formate, App: Philips DP 70, Bauer B 12, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Bild-u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Todd-AO, 1 KM, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O., Var., Schwerhörigenanlage
  • 1962 Titania-Palast (A)-Steglitz, Schloßstr. 5, Tel: 723672, Inh: Film- u. Bühnentheater Titania-Palast-Ges. Hugo Lemke, Gf: Heinz Päzold, Pl: 1791, Best: Otto & Zimmermann, Polstersitze, 7 Tg., 15 V., 1 Spätvorst., tön. Dia-alle Formate, App: Bauer B 12, Philips 70 mm, Lichtquelle: Becklicht: Verst: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, Cinerama, Cinemiracle, u. Todd-AO, 1 KM, 4 KM, Gr.-Verh: 1:2,55, Th., O, Var., Schwerhörigenanlage
  • 1993-1995 kein Eintrag
  • 1997 Titania Palast, Kino 1 DO SRD/DTS 104m²/393 Plätze, Kino 2 DO SRD/DTS 48 m²/209 Plätze, Kino 3 DO SRD/DTS 48 m²/212 Plätze, Kino 4 DO SR 30 m²/85 Plätze, Kino 5 DO SR 30m²/103 Plätze, 12163 Berlin, Gutsmuthsstr. 27-28, Tel: 030/79090666, Inh: Titania Filmpalast GmbH, 12163 Berlin, Schloßstr. 26

Weblinks