Stuttgart Panorama-Palast

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Geschichte

  • Stuttgart ist tum ein neues, technisch vollendetes Lichtspieltheater reicher geworden. Mit dem Panorama-Palast hat Walter Behringer sein drittes Stuttgarter Theater errichtet (ein viertes steht noch nahe bei Stuttgart im Bau). Der moderne Neubau liegt an der Hauptausfallstraße in einem immer stärker besiedelten Geschäfts- und Wohnteil von Stuttgart-Bad Cannstatt. Ene breite Passage, über der eine Bildfront mit der Ankündigung des jeweiligen Films ziu sehen ist — der Filmtitel wird als Leuchtschrift daneben gezeigt— führt zum eigentlichen Theater, das abgesondert, eingeben von reichlichen Parkplätzen, dahinter steht. Ein großes Foyer mit Sitzecke, breiter Kasse und geräumigem Erfrischungskiosk nimmt zunächst die Besucher in Empfang. Auf gleicher Höhe liegt der „Panorama-Palast"; eine Treppe führt zu dem noch im Entstehen begriffenen Studio hinab. Der Theaterraum ist rechteckig, mit einer parabolisch gekrümmten Bildwand. Die 500 Plätze haben eine hochgepolsterte Bestuhlung in fraise Cordsamt mit elfenbeinfarbener Rückwand. Fraise, Grau und Graublau sind die Farben, die Decke undWände — diese in einer ruhigen Musterung der Bespannung — tragen. Der riesige zartgraue Vorhang und diie dahinterliegenden verschiedenen Masken für die Leinwand bedürfen 32 verschiedener Knopfbedienungen, die dm Vorführraum ausgeführt werden. Die Leinwand selbst eine der lichthellen Harkness-Wände — ist 6 mal 15 Meter groß. Die Beleuchtung, an den Seitenwänden angebrachte Leuchtscheiben, wurden nach einem Entwurf von Walter Behringer gefertigt. Die Innendekoration nebst Vorhang lieferte die Firma Kentner KG. in Stuttgart, die Bestuhlung diie Firma Löffler in Zuffenhausen. Die technische Einrichtung umfaßt Bauer U 2 - Maschinen und eine Telefunken-Tonanlage für 6- und 4-Kanal-Magnetton. Alle Systeme — von Normalfilm bis Todd-AO — können gespielt werden. Der neue Film 101/1959
  • Der neuerbaute PANORAMA-PALAST in Stuttgart-Bad Cannstatt, Waiblinger Straße 90 und Freiligrathstraße 25, hat in seiner bisherigen Spielzeit eindeutig bewiesen, was es auf sich hat, wenn heute ein neues Filmtheater von Grund auf nach den Erfordernissen modernster Bildprojektion angelegt wird. Nach den maßgebenden fachlichen Erkenntnissen des Bauherrn: Ing. Walter Behringer (Theaterbesitzer in Stuttgart-Sillenbuch-Ruit) wurde hier in zehnmonatiger Bauzeit durch den Stuttgarter Architekten Ernst Pils ein Theater mit 500 Sitzplätzen erstellt, in dem die Relationen von Raum und Bild so harmonisch zusammenklingen, daß alle visuellen und akustischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden können. Ing. Behringer ist von der fundamentalen Tatsache ausgegangen, daß das richtige Verhältnis von Bildwandgröße zur Saallänge entscheidend ist. Denn dadurch kommt erst der rechte Blickwinkel zustande, aus dem sich dann für die Zuschauer auf allen Plätzen die gewaltige Wirkung der Todd AO-Vorführung ergibt. Die Bildwandbreite sollte mindestens die Hälfte der Saallänge betragen. So wird im PANORAMA-PALAST bei einer Höhe von ca. 6 m (die fast die gesamte Raumhöhe ausmacht), auf der parabolisch stark gekrümmten Harkness-Wand ein Bild von mehr als 15 m Breite (die gesamte Raumbreite) geboten. Das sind fast 100 qm Bildfläche, eine Größe, wie sie sonst nur in doppelt so großen Theatern gezeigt wird. Da der 70 mm breite Film eine drei- bis viermal größere Nutzfläche als das 35 mm-Format hat, kann er auch auf eine drei-bis viermal größere Wand projiziert werden, an die man die Zuschauer jetzt sogar viel näher als seither heransetzen kann, ohne daß diese eine Bildqualitätsminderung hinnehmen müssen. Der relative Bildeindruck — ins Monumentale gesteigert — wird bestehenbleiben. Diese anspruchsvolle Großprojektion — wie sie das Todd AO (6 Kanal-Magnet-ton)-Verfahren und der CinemaScope-Film (4 Kanalmagnetton) verlangt, — wird von den rasch als sehr zuverlässig bekannt gewordenen Universal-Projektoren BAUER U 2 (für 35 mm-Filme nach den verschiedenen Verfahren wie Normalbild, Breitbild, SuperScope und CinemaScope und für 70 mm-Filme) hervorragend bewältigt. Durch Verwendung der BAUER BL9X-Xenonlampen 2000 W wird ein durch seine Helligkeit und seine Farbbrillanz hervorragendes Bild erzielt, das von allen Plätzen des mit einer, in beachtlicher Reihendistanz aufgestellten Spezial-Polsterbestuhlung der Fa. G. Löffler, Stuttgart-Zuffenhausen ausgestatteten Theaters bestens wahrzunehmen ist. Ing. Walter Behringer ist in seiner fortschrittlichen Art aber noch weitergegangen und hat die unterhaltende Pausenmusik — unter voller Nutzung seiner TELEFUNKEN-Magnetton-Anlage — auf Stereophonie umgestellt und plant für die Zukunft — nach Klärung der urheberrechtlichen Fragen — sogar Fernseh-Direktübertragungen mit einer Bildgröße, wie sie sich beim Normalfilm-Abspiel in diesem (Fernseh-)Theater ergibt. Jedenfalls hat sich W. Behringers fachtechnisches Prinzip: beim Bau seines Schauhauses von der maximalen Bildwandgröße auszugehen — durchaus bewährt. Er läßt sich vom Krisen-Lamento nicht ankränkeln. Nach seiner Meinung reicht ein „Gebrauchsmedium" — wie das Fernsehen — längst nicht aus, um dem Wunsch nach künstlerischer Unterhaltung voll gerecht zu werden. Sein unerschütterlicher Optimismus, daß das Filmtheater nicht am Ende, sondern erst am Anfang einer überraschungsvollen Entwicklung der Kino-Technik steht, läßt ihn mit Eifer daran gehen, im Untergeschoß des ersten Stuttgarter Todd AO-Theaters, das außerdem über ein großzügiges Parkplatzangebot verfügt, noch ein „Filmstudio" (mit ca. 250 Pl) einzurichten. Das Filmtheater 1-2/1960

Kinodaten

  • 1959 Panorama Bad Cannstatt Waiblinger Str. 90, Tel: 52151/52/53, l: Ing. Walter Behringer
  • 1960 Panorama-Palast -Bad Cannstatt, Waiblinger Str. 90, Tel: 52151/52/53, Vers.-Bf: -Hbf., Postanschr: Zentralbüro Stgt.-Ost, Hackstr. 1, (Tel: 40826), I: Walter Behringer PI: 500, Best: Löffler, Hochpolster, 7 Tg°., 35 V. (davon 7 Spät- u. 7 Jug.-Vorst.), App: X Bauer M 2 u. 1 X B 12, Lichtquelle: Xenon (3 X 2000 W), Verst: Telefunken, Lautspr: 6x8 + 6 + 6+ 2 = 62 Systeme, tön. Dia, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, T KM, 4 KM, 6 KM, Todd-AO (parab. gekrümmte Perlux-Leinwand), Gr.-Verh: 1:2,35, 1:2,55
  • 1961 Panorama-Palast -Bad Cannstatt, Waiblinger Str. 90, Tel: 52151/52/53, Vers.-Bf: Stuttgart-Hbf, Postanschr: Zentralbüro Stgt.-Ost, Hackstr. V, (Tel: 40826), I: Walter Behringer PI: 500, Best: Löffler, Hochpolster, 7 Tg, 35 V. (davon 2 Spät- u. 7 Jugendvorst.), tön. Dia-N, Br, Sc, App: 2 x Bauer U 2 u. 1 x B 12, Lichtquelle: Xenon, Verst: Telefunken, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 1 KM, 4 KM, 6 KM, ToddAO (parab. gekrümmte Perlux-Leinwand), Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1962 Panorama-Palast -Bad Cannstatt, Waiblinger Str. 90, Tel: 52151/52/53, Vers.-Bf: Stuttgart-Hbf., Postanschr: Zentralbüro Stgt.-Ost, Hackstr. 1, (Tel: 40826), I: Walter Behringer PI: 470, Best: Löffler, Hochpolster, 7 Tg., 35 V. (davon 2 Spät- u. 7 Jugendvorst.), Sonntag: Mat.-Vorst., tön. Dia-N, Br, Sc, App: 2 Bauer U 2 für 70 mm u. 35 mm u. 1 x B 12, Lichtquelle: Xenon, Verst: Telefunken, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL, 1 KM, 4 KM, 6 KM, ToddAO (parab. gekrümmte Perlux-Leinwand), Gr.-Verh: 1:2,55
  • 1971

Das Kino war 1962 mit einer (Bauer U 2) 70 mm-Anlage ausgestattet.