Tiergarten Kammerlichtspiele im Haus Vaterland

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Geschichte

Postkarte 1930, Kammerlichtspiele im Haus Vaterland
Postkarte 1951, Kammerlichtspiele im Haus Vaterland
Postkarte Nacht, Kammerlichtspiele im Haus Vaterland
Eintrittskarte 40er Jahre
Grundrisse (1928)
Grundrisse (1912)
Kinosaal (1912)
Namen

1912 »Lichtspieltheater im Piccadillyhaus«, später »Lichtspieltheater im Haus Potsdam«

Adresse

Mitte (seit 1972 Tiergarten), Köthener Straße 1-4 Ecke Königgrätzer Straße 15-16 (heute Stresemannstraße o. Nr.) Ecke »Bahnstraße« (Privatstraße)

Geschichte
  • 1911-12 Erbauung des Geschäftshauses »Haus Potsdam« (später »Haus Vaterland«) von Franz Schwechten mit einem Kinematographentheater; 1198 Plätze (886 Parkett, 312 Rang), Bauherr »Bank für Grundbesitz und Handel«
  • 1922-23 kleinerer Umbau durch Johann Emil Schaudt
  • 1928-29 Umbau durch Carl Stahl-Urach; 1415 Plätze (1000 Parkett, 415 Rang)
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude ab 1943 zerstört und die Ruine 1976 abgebrochen. aus: Peter Boeger Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lag das Gebäude bis 1972 im sowjetisch besetzten Sektor Berlins und wurde dann nach Gebietstausch mit der DDR dem Bezirk Tiergarten zugeschlagen.

Der Kinosaal wurde 1912 im hinteren Teil des neu erbauten Gebäudes eingerichtet, er erstreckte sich über das 1. und 2. Obergeschoss.

Das Erdgeschoß, das 1. Obergeschoß und die Hälfte des II. Obergeschosses werden von einem Cafe und einem Kino-Theater eingenommen, welche beide ihre gesonderten Eingänge haben. Die Zugänge zum Kino-Theater liegen getrennt von allen sonstigen Eingängen in der Köthener-Straße und in dem an dem Potsdamer-Platz gelegenen Hof; sie führen im Erdgeschoß in eine geräumige, mit Garderoben versehene Halle, an die sich ein vornehmes Foyer mit Restaurationsbetrieb anschließt. Der über der Halle und dem Foyer im 1. Ober-Geschoß sich ergebende Raum nimmt das Parkett des Kino-Theaters auf, dessen Fußboden in seinem vorderen Teil bis auf 17 m von der Bildwand ab wagrecht liegt und dann bis zur Rückwand um 0,82 m ansteigt. Das Kino faßt im Parkett 886 und auf dem Rang 312, zusammen also 1198 Besucher. Durch die Anordnung von 5 genieteten Bügelträgern, welche von der Frontwand in der Köthener­ Straße bis zur Frontwand des Hofes reichen, ist für das Kino ein stützenfreier Raum geschaffen worden. Die Unterkante der Wandfläche für die Aufnahme des Bildes liegt 3 m über dem Fußboden und gestattet die Anordnung des verlangten kleinen Orchesters. Für die Darstellung des Bildes ist eine Fläche von 6m Breite und 5,55 m Höhe verfügbar. Zur Steigerung der Wirkung ist die Bildfläche etwas vertieft und mit einer breiten schwarzen Sammet-Umrahmung versehen worden. (Deutsche Bauzeitung, 12. Juni 1912)

1922 gab es erste kleine Umbauten am Gebäude, die aber noch nicht die Kammerlichtspiele betrafen. Erst 1927/1928 erfuhr der Kinosaal einen großen Umbau, als auch das Haus Vaterland zur Großgaststätte umgebaut wurde. Dabei wurde der Kinosaal vom 1./2. Obergeschoss in die 3 Etagen vom 1. Obergeschoss bis ins Kellergeschoss verlegt. (Die Stahlbauweise machte es möglich, neue Decken einzuziehen) Die Sitzplatzanzahl erhöhte sich dabei von 1200 auf 1400.

Der Theaterraum mit 1000 Parkett- und 400 Rangplätzen ist gegen die Bühne halbkreisförmig abgerundet. Über die Wände und die Brüstung des Ranges erstrecken sich kastenförmige Bänder. In diesen sind 5000 Lampen in vierfarbigem Wechsel installiert, die auf der Wandbespannung eine buntfarbige Stimmung erzeugen. Der Zuschauerraum ist in seiner architektonischen Innenausstattung und in der Farbgebung gut abgestimmt. Auf der Bühne, vor der sich ein Orchester befindet, können auch Aufführungen stattfinden. Die elektrisch betriebenen Vorhänge und die nach oben zu ziehende Bildwand können von der Bühne und vom Vorführerraum bedient werden. Im Vorführerraum selbst sind zwei Projektionsapparate und die Lichtorgel für die Zuschauerraumbeleuchtung eingebaut. Fußboden siegellackroter Velours. Wände hellgelber Tizianplüsch. Decke Silber plattiert, Lichtbänder, Orgel- und Lüftungsgitter vernickeltes Messingblech. Gestühl vergoldetes Holz mit roten Ripsbezügen. (Deutsche Bauzeitung, 11. Mai 1929)

Weblinks

Kinodaten

  • 1912-1914 Kammerlicht-Spiele am Potsdamerplatz mbH, W 9, Königgrätzer Str. 16
  • 1916-1917 Neue Kammer-Lichtspiele GmbH, W 9, Köthener Str. 1-4 (Potsdamer Platz) Betrieb der Kammer-Lichtspiele, T. Nldf 2095 u. 2096
  • 1917 Kammer-Licht-Spiele, Potsdamerplatz, F: Nollendorf 2095, 2096, Inh: Neue Kammer-Licht-Spiele GmbH, P: Prok. Otto Hammerstein, Pl.:: 1250, E.-Pr.: 0,75-3,65. W.: erste Woche, PW: Freitags, Sp. T.: t
  • 1918 Kammerlichtspiele, W 9, Potsdamer Platz, Königgrätzerstr. 16, F: Nollendorf 2095, 1250 Plätze, Inh: Neue Kammerlichspiele GmbH, Direktor Otto Hammerstein
  • 1920 Kammer-Lichtspiele, W 9, Köthenerstr. 1-4, F: Nollendorf 2096, Gegr. 1912, täglich, 1200 Plätze, Inh: Ufa-Konzern GmbH, Gf: Otto Hammerstein
  • 1921 Kammer-Lichtspiele, W 9, Köthener Str. 1/4, F: Nolld. 2096, Gr: 1912, täglich, 1200 Plätze, Inh: Ufa-Konzern GmbH
  • 1924 Ufa-Theater Kammerlichtspiele, Berlin W 9, Königgrätzer Str 16, F: Nollendorf 2095, Inh: Universum Film AG, Berlin, PI: 1200
  • 1925 Ufa-Theater „Kammerlichtspiele", W 9, Köthener Straße 1/4, F: Nollendorf 2096, Inh: Universum-Film AG, Berlin, PI.: 1200
  • 1927 Ufa-Theater Kammerlichtspiele, W 9, Köthener Str. 1-4, F: Nollendorf 2096, Inh: Universum-Film AG, Berlin, 2000 Plätze
  • 1928 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Str. 1/4, F: Nollendorf 2096, täglich, 1198 Plätze, Inh: „Ufa"-Theater-Betriebs-GmbH
  • 1929 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: Nollendorf 2095/96, Gr: 1912, täglich, 1414 Plätze
  • 1930 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: Nollendorf 2095/96, Gr: 1912, täglich, 1414 Plätze
  • 1931 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: B2 Lützow 2595/96, Gr: 1912, täglich, T-F: Klangfilm, 1414 Plätze
  • 1932 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: B2 Lützow 2595/96, Gr: 1912, täglich, T-F: Klangfilm, 1414 Plätze
  • 1933 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: B2 Lützow 2595/96, Gr: 1912, täglich, T-F: Klangfilm, 1414 Plätze
  • 1934 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: B2 Lützow 2595, Gr: 1912, täglich, T-F: Klangfilm, 1414 Plätze
  • 1937 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: 192595, Gr: 1912, täglich, 1414 Plätze
  • 1938 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: 192595, Gr: 1912, täglich, 1414 Plätze
  • 1939 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: 192595, Gr: 1912, 1414 Plätze, täglich, Inh: „Ufa"-Theater-Betriebs-GmbH
  • 1940 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/5, F: 192595, Gr: 1912, 1414 Plätze, täglich, Inh: „Ufa"-Theater-Betriebs-GmbH
  • 1941 Ufa-Theater Kammer-Lichtspiele, Berlin W 9, Köthener Straße 1/4, F: 192595/96, Gr: 1912, Bühne: 8x9x12m, 1413 Plätze, täglich, Inh: „Ufa"-Theater-Betriebs-GmbH, Gf: Felix Daniel