Treuenbrietzen Kammerspiele

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Geschichte

Foto 2007
Foto 2007
Postkarte von 1971
Postkarte 1942

1938 wurde das Lichtspieltheater mit 500 Sitzplätzen errichtet. Das privat geführte Kino wurde nach Kriegsende an die VEB Lichtspiele verkauft und der Spielbetrieb bis 1992 aufrechterhalten. Nach 1989 wurde das Kino von der Treuhandgesellschaft verwaltet. Nachdem eine Vermarktung nicht möglich war, übernahm die Vermögensverwaltung des Bundes die weitere Betreuung. Von nun an stand das Haus ungenutzt und wurde teilweise als Spielplatz aber auch willkürlich zum abreagieren überschüssiger Kräfte missbraucht.

Im Jahre 2002 fanden sich Bürgerinnen und Bürger aus Treuenbrietzen und Umgebung zusammen, die sich das Ziel gesetzt haben, diesem Verfall ein Ende zu bereiten: das Kino, als eingetragenes Einzeldenkmal, wieder zu beleben. Die „KAMMERSPIELE“ sollten für die Bürger kulturelle Aufführungs-, Versammlungs- und Begegnungsstätte werden und Kino bleiben. Text: Kinoförderverein Treuenbrietzen e.V.

Hertha Feiler und Hans Söhnker flimmerten als erste über die Leinwand der Treuenbrietzener „Kammerspiele“. Das war am 8. April 1939 – einem Sonnabend – in dem Streifen „Männer müssen so sein“. Seitdem hat das betagte Lichtspielhaus viel durchgemacht und drei politische Epochen – fast unbeschadet – überlebt. Dass dort am Mittwoch erneut der Premierenfilm von einst gezeigt werden kann, ist dem Enthusiasmus des Kinofördervereines zu verdanken. Denn nach der Schließung des Kinos im Jahr 1992 sah es zehn Jahre lang so aus, als wäre das Gebäude für immer verloren. Im September des Jahres 2002 fand sich – zusammengetrommelt von Rainer Pfau aus Brachwitz – eine Gruppe von 18 Personen zu einem Förderverein zusammen. Sie hatten sich die Wiederbelebung des historischen Gebäudes auf die Fahnen geschrieben und sie bis heute erfolgreich umgesetzt. In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden weckten sie das Kino aus seinem Dornröschenschlaf, entrümpelten und sanierten es. Bald flimmerten wieder Filme über die Leinwand, Konzerte und Lesungen finden statt.

Heute verfügt das Kino mit 199 Plätzen wieder über moderne Projektionstechnik, ohne den Charme vergangener Zeiten verloren zu haben. Dach, Fassade, Bühne, Zuschauerraum und Sanitäranlagen sind mit Hilfe von Sponsoren, spendablen Unternehmen und mit Fördergeld überarbeitet worden. Größeren Aufwand bedeutet die Sanierung der Decke im Foyer. Immer geht es darum, den alten Charme des Hauses zu erhalten. „Die Kammerspiele werden kein ultramodernes, vollklimatisiertes Kino“, so Böttcher. Ziel des Vereines bleibt es aber, irgendwann auch Premierenfilme zeigen zu dürfen. Dafür ist das Haus bislang nicht gelistet. Quelle: Märkische Allgemeine, Fläming Echo, 07.04.2009

Das Gebäude ist in der Denkmalliste des Landes Brandenburg verzeichnet.

Bauherr und Inhaber war der Treuenbrietzener Hans Fischer, der bereits ein Kino in der Großstraße führte. [1]

Derzeit (08/2011) ist das Kino nicht in Betrieb, es finden aber Veranstaltungen statt und zeitweise Vermietungen laut Veranstaltungsplan.

Kinodaten

  • 1940 Kammerspiele, Dietrich-Eckard-Straße 42, Gründung 13.4.1939, 486 Plätze, täglich, Inhaber: Hans Fischer, Ringstraße 11
  • 1941 Kammerspiele, Dietrich-Eckard-Straße 42, Gründung 13.4.1939, 476 Plätze, täglich, Inhaber: Hans Fischer, Ringstraße 11
  • 1949 Kammer-Lichtspiele, Ernst-Thälmann-Straße 42, 468 Plätze
  • 1950 Kammerspiele, Ernst-Thälmannstr. 42, 468 Plätze
  • 1991 Kammerspiele, Ernst-Thälmann-Str. 42, 297 Plätze
  • 1991 Kammerspiele, 297 Plätze, Treuenbrietzen, Ernst-Thälmann-Str. 42, Inh. Märkische Kino-Union GmbH i.A.
  • heute Leipziger Str. 214

Weblinks