Welzheim Filmcasino, Lichtspiele

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Mitte der fünfziger Jahre (wohl schon früher lt. Adressbücher) begann die Familie Thäter in der heutigen „alten“ Kantine mit Abendvorstellungen und einer flexiblem Leinwand mit Filmvorführungen. Alteingesessene Welzheimer erinnern sich noch heute gerne an Filme wie „Tarzan“ mit Johnny Weißmüller oder „Der Förster vom Silberwald“. Mit den damaligen Einnahmen wurde dann ein baufälliges Haus in der Burgstraße gekauft und komplett zu einem Kino mit großen Foyer und einem Filmvorführsaal, der sogar Logen beinhaltete, umgebaut. Der Saal konnte damals wohl über 200 Besuchern einen Sitzplatz anbieten. Für die damaligen Welzheimer Verhältnisse sicher nicht wenig.

Der Bedarf am Kino war zur damaligen Zeit enorm. Vorstellungen konnten meist nur durch vorbestellte Platzkarten besucht werden. Es wird zeitweise sogar ein Busverkehr eingerichtet, um Bürger aus dem „Sandland“ und anderen umliegenden Dörfer den Besuch des Kinos zu ermöglichen.

In den Achtzigern Jahren übernimmt dann Heinz Lochmann das Welzheimer Kino als sein zweites Kino nach Rudersberg. Er baut aus dem großen Vorführsaal entsprechend dem damaligen Trend zwei kleine Säle. Das Aufkommen von Video, DVD und immer mehr Fernsehprogrammen machen dem kleinen Kino das Leben schwer und eigentlich unrentabel. Nur Langfristige Pachtverträge halten das Welzheimer Kino am Laufen.

Im Frühsommer 2006 wird bekannt, dass Heinz Lochmann das Welzheimer Kino aufgeben will.

Der damalige Geschäftsführer wollte sich aber nicht damit abfinden, dass in Welzheim nun kein Kino mehr existieren sollte. Es wurde trotz der schlechten Ausgangslage angefangen die Kinotechnik zu verbessern. Ein deutlich verbesserte Ton- und Bildqualität waren der Lohn der Arbeit.

Über die Welzheimer Zeitung trat man dann an die Öffentlichkeit und suchte auf diesem Weg Menschen, denen das Kino in Welzheim ebenfalls etwas bedeutet. Nach den ersten Treffen wurde schnell klar, dass nur ein Verein die umfangreichen Arbeiten rund um ein Kino bewältigen kann. Bestärkt durch viel Zuspruch auch seitens der Stadt Welzheim wurde dann am 10.12.2006 der Verein "Film-Casino Welzheim e.V." auf einer Gründungsversammlung im Nebenraum des Gasthauses "Lamm" in Welzheim ins Leben gerufen.

Der Ausschuss unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Andreas Ziegler begann sofort mit der Arbeit. Es wurden Verträge geschlossen, Filmvorführer ausgebildet, Kontakte mit den örtlichen Vereinen, Schulen, Kirchen sowie sonstigen Organisationen geknüpft, um das Kino wiederzubeleben.

Die Information der Welzheimer Bevölkerung über das Kinoprogramm erfolgt nunmehr standardmäßig über Plakate, die im Stadtgebiet ausgehängt werden und Veröffentlichungen in der Tagespresse. Weiter kann jeder das Filmprogramm per Email über einen automatisierten Versand direkt auf seinen PC erhalten. Die An- bzw. Abmeldung ist kostenlos. Selbst auf der Internetseite der Stadt Welzheim ist das Programm mittlerweile zu finden.

Mitglieder genießen Vergünstigungen und werden zusätzlich durch einen Newsletter mit Email über die aktuellen Entwicklungen unterrichtet. Nur durch die Mitarbeit vieler Ehrenamtlicher ist ein dauerhafter Kinobetrieb gewährleistet.

Dank einer großzügigen Spende der Bürgerstiftung Welzheim wurde 2008 ein hochwertiger Beamer angeschafft. Dieser Beamer macht Sondervorstellungen sehr einfach, da herkömmliche DVDs abgespielt werden können. Die Bildqualität ist verblüffend und meist besser als von 36mm Bildrolle, was die Kino Enthusiasten aber nicht gerne hören.

Nun ist es seitdem möglich das jedermann (oder Frau) das Kino komplett für eine private Vorstellung mieten kann. Kindergeburtstage sind ebenfalls sehr beliebt und werden verbilligt angeboten. Flexible Spielzeiten sind durch motivierte ehrenamtliche Vorführer möglich.

Ein weiterer Vorteil des Beamer ist ein sehr flexibles System zur Kinowerbung. Mit DVD Technik kann sehr einfach eine Bildershow vor jedem Film gezeigt werden. Die Kinowerbung ist verhältnismäßig günstig und spricht auch kleine Firmen und Institutionen an. (Selbstdarstellung)


Das Kino wurde Mitte 2014 geschlossen. [1]

Weblinks

Kinodaten

  • 1949 Lichtspiele Murrhardter Straße. Inh.: Frau v. Fraunberg u. Frau Thäter, Alfdorf, Tel. 235 Lorch. Mit Dia 3 Tage Pl. 327
  • 1950 Lichtspiele Tel. 112, I: Frau Regina v. Fraunberg u. Frau Maria Thäter, Gf.: Fr. R. v. Fraunberg, Alfdorf, Kr. Schw. Gmünd. Tel. 235 Lorch. 400 Pl. 4 Tg., 1—2 V., Dia; App.: AEG. M 2 Bauer M 5, Vst.: TV 40 Anders & Co. u. Lorenz 15 Watt, Str. G. 50 Volt. 30—35 Amp. Mitspielstelle: Alfdorf.
  • 1953-1955 Lichtspiele Murrhardter Str. 13, Tel. 112, I. u. Gf. Frau Maria Thäter Pl. 320, 5 Tg , 8—10 V., tön. Dia, App. AEG u. Bauer, Vst. Eurodyn, Str. G. 65 Volt, 22 Amp., Bühne 6x4x4,5
  • 1956 Lichtspiele Murrhardter Str. 13, Tel: 112, Postanschr: desgl., I: Maria Thäter Pl. - 320, Best: Kamphöner, teilw. Hochpolster, 5-7 Tg., 8-10 V., tön. Dia, App: 2 Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Str: D. -G. 60/380 Volt, 30 Amp., Tonsyst: Lichtton, Bühne: 8x2, 5x5
  • 1957 Lichtspiele Murrhardter Str. 13, Tel: 112, I: Maria Thäter Pl: 314, Best: Kamphöner, teilw. Hochpolster, 5-7 Tg, 8-10 V, 1 Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Bildsyst: Br., Gr.-Verh: 1:1,35
  • 1958-1959 Lichtspiele Murrhardter Str. 13, Tel: 112, I: Maria Thäter, Gf: Richard Thäter PI: 314, Best: Kamphöner, teilw. Hochpolster, 5-7 Tg., 8-12 V., 1 Spätvorst., tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bildsyst: Br., Gr.- Verh: 1 :1,85
  • 1960 Lichtspiele Murrhardter Str. 13, Postfach 28, Tel: 112, I: Maria Thäter, Gf: Richard Thäter PI: 314, Best: Kamphöner, teilw. Hochpolster, 5-7 Tg, 8-12 V, 1 Spätvorst, tön. Dia, App: Bauer B 8 A, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961-1962 Lichtspiele Murrhardter Str. 13, Postfach 28, Tel-: 312, I: Maria Thäter PI: 314, Best: Kamphöner, teilw. Hochpolster, 5-7 Tg, 8-12 V, 1 Spätvorst, FKTg: donnerstags im Winterhalbj, tön. Dia-N, App: Bauer B 8 A, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL