Wilhelmshaven Apollo

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Das „Apollo-Theater“ mit 300 Plätzen befand sich an der Bismarckstraße. Es existierte bereits zum Kriegsende 1945. Es wird vermutet, dass das Apollo als Ausweichkino für das zerstörte Capitol im Saal eines ehemaligen Varieté-Theaters errichtet wurde. Im Dezember 1945 war es nach dem Krieg bereits in Betrieb. Das „Apollo-Theater“ mit 300 Plätzen wurde 1948 von Günther Krüger betrieben, dem auch das 1944 komplett zerstörte „Capitol“ gehörte. Günther Krüger betrieb das „Apollo-Theater“ bis etwa 1956, dann verkaufte er es an Gustav und Frieda Lübbers, die 1957 eine breitere Leinwand für die Vorführung von kaschierten Breitwand-Filmen einbauen ließen; zwei Jahre später übernahm Willi Lübbers dieses Lichtspielhaus. In den 60er-Jahren leitete er mit seinem Geschäftsführer Rolf Franzen das „Apollo-Theater“. Hier liefen vor allem Western- und Actionfilme, ab den späten 60ern auch Erotikfilme. Von vielen Wilhelmshavenern wurde das „Apollo“ als „Kino zum Mitschießen“ bezeichnet – die ersten Reihen waren so nah an der Leinwand aufgestellt, dass die Zuschauer quasi in die Filmhandlung integriert wurden. Noch Jahre später galt in der Stadt der Spruch: „Jedes Jahr zu Silvester, im Apollo ein Wildwester.“ Diese beiden Anekdoten verdeutlichen das häufige Abspielen von Westernfilmen in diesem Kino. Zum Teil kann es auch als Nachspieler des „Capitol“ genutzt worden sein. Willi Lübbers und sein Geschäftsführer Rolf Franzen verfügten mit den beiden Kinos „Apollo-Theater“ (287 Plätze) und „Capitol“ (1.000 Plätze) mit insgesamt 1.287 Plätzen über etwas mehr als die Hälfte der damals in Wilhelmshaven vorhandenen Kinoplätze.

Im „Apollo“ wurde im Laufe der 70er-Jahre die Platzzahl auf 140 Sitze reduziert. Zu dieser Zeit diente es teilweise als Nachspieler für das „Capitol“ und zeigte neben den „Schulmädchenreporten“ auch anspruchsvolle Filme, die in dem größeren Kino keine ausreichenden Besucherzahlen erreicht hätten. Etwa 1980 übernahm die Capitol Kinobetriebe GmbH, Geschäftsführer Klaus Weber, das „Apollo“ und das „Gloria“. Seit der ersten Gründung 1912 des damals noch „Apollo“ genannten und im Krieg zweimal zerstörten Kinos befand sich das „Capitol“ im Besitz der Familie Lübbers / Weber. Am Donnerstag, dem 7. Januar 1982, fanden die letzten Vorstellungen im „Capitol“ und „Gloria“ statt, das „Apollo“ lief aus vertragsrechtlichen Gründen noch ein paar Monate weiter. Im Sommer 1982 bemühten sich die beiden Braunschweiger Johanna Albrecht und Klaus Brencher um die Wiedereröffnung des „Apollo“ als Programmkino in Verbindung mit einem Kommunalen Kino, die am 2. September 1982 erfolgte. Das allgemeine Programm sollte aus bunt gemischten, sowie anspruchsvollen als auch unterhaltsamen Filmen bestehen; im Rahmen des Kommunalen Kinos, das von der Stadt Wilhelmshaven bezuschusst wurde, konnten auch künstlerisch wertvolle Filme gezeigt werden, die nicht mit einem finanziellen Erfolg verbunden sein mussten.

Am ersten Januar 1986 übernahm Frank Wieder, der das Kino für 20.000 DM gekauft hatte, die Leitung. Durch Unregelmäßigkeiten im Programmablauf stellte die Stadt ihre Zuschüsse für das Kommunale Kino ein, der Ruf des Kinos wurde zusehends schlechter. Mitte 1987 wagten die Wilhelmshavener Michael Kundy und Diethelm Bosold einen Neuanfang: Sie kauften Wieder das Kino ab und starteten einen Neuanfang mit anspruchsvollen und wertvollen Filmen. Um den Betrieb finanziell abzusichern, waren sie gezwungen, auch Kassenschlager zu zeigen. Da der ehemalige Besitzer bei den Verleihern Schulden hinterlassen hatte, weigerten sich anfangs viele Verleiher, ihre Filme in das „Apollo“ zu geben, so dass Vorauszahlungen zu leisten waren. Durch den regen Zuspruch der Wilhelmshavener Bevölkerung war die weitere Existenz dieses Kinos vorerst gesichert. Michael Kundy wagte 1997 trotz der Konkurrenz eine Investition und renovierte den Saal, zudem baute er eine neue „Dolby-Digitalton-Anlage“ ein. Ermöglicht wurden die Neuerungen durch seine gute Programmgestaltung, die mit vielen Bundesfilmprogrammpreisen sowie dem Niedersächsischen Filmprogrammpreis honoriert wurde. Die befürchtete Verdrängung durch das „Kinopolis“ fand auch nicht statt, stattdessen gingen die Geschäftsleitung der Multiplex-Gruppe und Kundy nun gemeinsame Wege: Er übernahm die Theaterleitung des „Kinopolis“ und verlegte das Programmkino zum 13. September 2001 in einen Saal des Multiplex. Danach hatte sich noch keine neue Nutzung für die Räumlichkeiten des alten „Apollo“ gefunden. Foyer, Saalbau und Bühne sind noch erhalten, die Bestuhlung und Technik wurden nach der Schließung ausgebaut. aus: Stephan Bents (2004)


Bilder

WILHELMSHAVENApollo-Theater%2001.jpg
Foto: allekinos.com

Weblinks

Kinodaten

  • 1949 Apollo-Theater, Bismarckstraße, Tel. 3233, Inh: Günther Krüger, Wilhelmshaven, Mit Dia, 7 Tage, Pl. 300
  • 1950 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel. 3233, Inh: Günther Krüger, Parkstr. 2, 300 Pl. 7 Tg., 3, So. 4, Dia;
  • 1952 Apollo-Theater, Bismarckstraße 206, Tel. 2007, Inh. u. Gf: Günther Krüger, PI. 300, 7 Tg., 21 V., tön. Dia., App. Ernemann VII B, Vst. Europa-Klarton, Bühne 4,5x5x1,5.
  • 1953 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel. 2007, Inh. u. Gf: Günther Krüger, Pl: 300, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Ernemann VIIB, Vst. Europa-Klarton, Bühne 4,5x5x1,5
  • 1955 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel. 2007, Inh. u. Gf: Günther Krüger, PI. 300, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Ernemann VIIB, Vst. Europa-Klarton, Bühne 4,5x5x1,5
  • 1956 Apollo-Theater, Bismorckstr. 206, Tel: 2007, Inh: Günther Krüger, Pl: 300, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bühne: 4,5x5x1,5
  • 1956N Apollo-Theater, Bismarckstr. 206 - Erg: Gf. Dipl.-Ing. Willi Lübbers - Erg: Bildsyst. Breitwand - Erg: Bildw.-Abm. 4,6
  • 1957 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel: 3233, Inh: Gustav u. Frieda Lübbers, Gf: Willi Lübbers, PI: 287, Best: Klappstühle, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Sennheisser, Lautspr: Philips, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1958 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel: 3233, Inh: F. Lübbers Erben, Gf: Willi Lübbers, Pl: 287, Best: Kamphöner, teilw. Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Sennheiser, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1959 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel: 21300, Inh: Willi Lübbers, Gf: Rolf Franzen, PI: 287, Best: Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Sennheiser, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1960 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel: 21300, Inh: Willi Lübbers, PI: 287, Best: Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg., 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VIIB, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Sennheiser, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel: 21300, Inh: Willi Lübbers, PI: 269, Best: Kamphöner, Flach-u. Hochpolsteur, 7 Tg, 21 V, tön. Dia-N, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Sennheiser, Lautspr: Klangfilm, Bild-u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 Apollo-Theater, Bismarckstr. 206, Tel: 21300, Inh: Willi Lübbers, PI: 269, Best: Kamphöner, Flach- u. Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia-N, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Sennheiser, Lautspr: Klangfilm, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1971 Apollo-Theater, Bismarckstr 206, Inh: Willi Lübbers, 140 Plätze, Post: Parkstr. 2 T: 21021, Gf: Rolf Franzen, T: 32497
  • 1975 2940 Wilhelmshaven, Apollo, 200 Plätze
  • 1986 2940 Wilhelmshaven, Apollo, 140 Plätze
  • 1991 2940 Wilhelmshaven, Apollo, 138 Plätze
  • 1993 Apollo, 138 Plätze, 26382 Wilhelmshaven, Bismarckstr. 206, Tel. 04421/21905, Inh: Apollo Programmkino GbR, M. Kundy u. D. Bosold, 26382 Wilhelmshaven, Adalbertstr. 9
  • 1995 Apollo (PRK), DO, 128 Pl. 26382 Wilhelmshaven, Bismarckstr. 206, Tel: 04421/21905, Inh: Apollo Programmkino GbR, 26382 Wilhelmshaven, Adalbertstr. 9
  • 1997 Apollo (PRK) DO 20 m2/125 PI. 26382 Wilhelmshaven, Bismarckstr. 206, Tel: 04421/21905, Inh: Apollo Programmkino, 26382 Wilhelmshaven, Mozartstr. 41