Zerbst Roter Garten, Kammer-Lichtspiele

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Postkarte Lichtspiele Roter Garten
Postkarte 1956

Geschichte

"Nach vorübergehender Existenz mehrerer kleiner Kinos im „Goldenen Anker" in der Breiten Straße, dann in zwei Ladenräumen auf der Alten Brücke sowie im Hause Ecke Breite-Alte Brücke (Metropol-Theater) war ein modernes Kino im ehemaligen Stadttheatersaal auf der Breite als "Stadttheater-Lichtspiele" von Finzelberg errichtet worden. Am 26.11.1927 wurde das neue Lichtspieltheater "Kammerlichtspiele" auf der Breite im Garten der Gaststätte Germania eröffnet." Geschichte der Stadt Zerbst, 1998

Die Kammer-Lichtspiele in den Kinodaten zwischen 1917 und 1925 waren wohl eines der im Zitat genannten Ladenkinos. Heute erinnert nur noch der Name der Bushaltestelle an den "Roten Garten". Der Platz am Denkmal wurde eine Zeit lang auch als Moltkeplatz bezeichnet.

1967: Bei Abrissarbeiten in der Färberstraße, in der Töpfergasse und an den Lichtspielen Roter Garten in Zerbst wurden rund 17000 Mauersteine für den Wohnungsneubau gesichert aus:Andreas Mangiras

Im Haus Breite Nr. 12 befand sich eine Fleischerei. Auf einem Bild bei alt-zerbst.de kann man noch den Schaukasten des Hauses Nr. 10 sehen, der wohl zum Kino gehört. [1]

1998: "Dieser bis kurz vor der Wende als Turnhalle genutzte Fachwerkbau auf der Breite 10 in Zerbst wird zur Zeit abgerissen. Das 1616 erstmals als Gasthof "Weißer Schwan" erwähnte Gebäude beherbergte in jener Zeit Gäste des fürstlichen Hofes. Es gehört zum denkmalgeschützten Ensemble der historischen Breite und stand noch 1995 auf der Denkmal-Liste des Landes Sachsen-Anhalt. Der Zerbster Hofkapellmeister und Komponist Johann Friedrich Fasch (1688-1756) soll mit seinem Orchester mehrmals im "Weißen Schwan" aufgetreten sein. Um 1900 wurde in dem Haus das "Cafe Germania" eröffnet, nach dem 2. Weltkrieg war hier das "Schmale Handtuch", eine Milchbar, eingerichtet. Bis Ende der 60er Jahre diente der Saal als Kino." MZ, 05.08.1998

Im Gebäude Breite 10 befand sich vor 1945 die Gaststätte "Germania". Wegen seines schmalen Mittelganges wurde das Gebäude im Zerbster Volksmund auch "Das schmale Handtuch" genannt. Der Gang teilte das Gebäude und viele Zerbster können sich an das frühere Kino erinnern, an dem der Gang endete. Auch die einstige Milchbar ist vielen ein Begriff, die hier am Platz der vormaligen Gaststätte wohl eingerichtet war und bis in die 1970er Jahre hinein betrieben wurde. Ruth Barth aus Zerbst erinnert sich an das Haus Breite 10: "Hinter dem Fenster oben in der Ecke war mein Büro. Ich war damals die Hauptbuchhalterin des Kreislichtspielbetriebes Zerbst. Wir hatten zwei Kinos zu bespielen." 1965 sei der Lichtspielbetrieb aufgelöst worden, der Betrieb der Kinos erfolgte über einen für den gesamten Bezirk zuständigen Betrieb. Vor der Bombardierung von Zerbst waren in der Breite 10 vor 1945 die Kali, die Kammerlichtspiele, und die bereits genannte Gaststätte "Germania" zu finden. Entlang der heutigen Straße "Zur Nuthe" lag das Stali - das Stadttheater - und ein Café. "Dort trafen sich die Offiziere und die höhere Gesellschaft vom Flugplatz. Im Germania fand sich eher das Fußvolk aus den Kasernen ein." Volksstimme 7.7.12

Kinodaten

  • 1917 Kammer-Lichtspiele
  • 1918 Kammer-Lichtspiele, 221 Plätze
  • 1920 Kammer-Lichtspiele, Altebrücke 12 (Sp. täglich) 200 Plätze, Inhaber: Gust. Kurth, Altebrücke 12
  • 1921 Kammer-Lichtspiele, Alte Brücke 12, F: 403, Gr: 1916 (täglich) 200 Plätze, Inh: Gustav Kurth, Alte Brücke 12, F: 403
  • 1924 Kammerlichtspiele, Altebrücke 12, Inh: Gustav Kurth, 150 Plätze
  • 1925 Kammer-Lichtspiele, Alte Brücke 12, Gründung 1916, täglich, 200 Plätze, Inhaber: Gustav Kurth, Alte Brücke 12
  • 1927 Kammerlichtspiele, Alte Brücke 12, Inh: Gustav Kurth, Sptg: Täglich. Pr: Montag und Donnerstag. 150 Plätze
  • 1928 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, Gr: 1914, täglich, 600 Plätze, Inh: Gustav Kurth, Breite 10
  • 1929 Kammer-Lichtspiele. Breite 10, F: 157, Gr: 1927, täglich, 650 Plätze, Inh: Gustav Kurth, ebenda
  • 1930 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, F: 157, Gr: 1927, täglich, 600 Plätze, Inh: Gustav Kurth, ebenda
  • 1931 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, F: 656, Gr: 1914, täglich, T-F: Tobis, 700 Plätze, Inh: Vereinigte Lichtspiele Max Finzelberg
  • 1932 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, F: 656, Gründung 1914, täglich, T-F: Klangfilm, 700 Plätze, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Max Finzelberg, Breite Straße 11
  • 1933 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, F: 656, Gründung 1914, täglich, T-F: Klangfilm, 700 Plätze, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Max Finzelberg. Breite Straße 11
  • 1934 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, F: 656, Gründung 1914, täglich, T-F: Klangfilm, 700 Plätze, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Sta-Li u. Ka-Li, Max Finzelberg, Breite Straße 11
  • 1937 Kammer-Lichtspiele, Breite 10, F: 656, Gründung 1914, täglich, 681 Plätze, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Sta-Li u. Ka-Li, Max Finzelberg, Breite Straße 11
  • 1938 Kammer-Lichtspiele, Breite Str. 10, F: 656, Gründung 1914, täglich, 633 Plätze, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Sta-Li u. Ka-Li, Max Finzelberg, Breite Straße 11
  • 1939 Kammer-Lichtspiele, Breite Straße 10, F: 656, Gr: 1914, Inh: Vereinigte Lichtspiele Sta-Li u. Ka-Li, Max Finzelberg, 633 Plätze, 3-4 Tage
  • 1940 Kammer-Lichtspiele, Breite Str. 10, F: 656, Gründung 1914, 633 Plätze, täglich, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Sta-Li u. Ka-Li, Max Finzelberg, Breite Straße 11
  • 1941 Kammer-Lichtspiele, Breite Str. 10, F: 666, Gründung 1914, 633 Plätze, täglich, Inhaber: Vereinigte Lichtspiele Sta-Li u. Ka-Li, Max Finzelberg, Breite Straße 11
  • 1949 Kammer-Lichtspiele, 446 Plätze
  • 1950 Kammer-Lichtspiele, 446 Plätze
  • 1951 Zerbst, Kammer-Lichtspiele, 446 Plätze