Zittau Schauburg

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Postkarte 1910
Postkarte 1930
Postkarte 1966
Foto 2008
Foto 2008
Foto 2008
Foto 2008
  • Zittau, Schauburg
  • Standort: Ottokarplatz 17, ehem. Kaiser-Wilhelm-Platz
  • Eröffnung: 1927
  • Bauherr: 1927 Max Klinger
  • Architekt: 1828 K. Ch. Eschke, Stadtbaumeister, 1863 E. Trummler, Stadtbaumeister, 1927 Eugen Pönisch, Coswig (Entwurf), Richard Brosche, Hamborn a.Rh. (Ausführung)
  • Nutzung: Kinoeinbau in ein zu einem Zirkus umgebautes Speichergebäude, Aufgabe der Kinonutzung 1990, heute leer stehend (Stand 2004)
  • Platzzahl: 800 (davon 200 auf dem Rang, 1928), 850 (1945), 662 (davon 220 auf dem Rang, 1966), 261 (davon 83 Rang, 45 Bar, 1979)

1828 wurde das Gebäude als Mehlmagazin mit drei Speicherböden an Stelle der abgebrochenen Stadtmauer errichtet. Nach Aufgabe dieser Nutzung fanden 1863 Umbauten und Erweiterungen zu einer Reithalle/ Zirkus mit Ställen und Gastwirtschaft sowie zwei Wohnungen statt, wobei die innere Struktur grundlegend verändert wurde. Verschiedene Anträge für eine veränderte Nutzung oder einen Kinoeinbau existieren ab 1919, wurden jedoch erst 1927 umgesetzt. Ursprünglich sollte das Filmtheater Zirkuslichtspiele heißen, aber der Name Schauburg erscheint schon ab 1928. Der Zuschauersaal wies einen „eleganten Fraise-Ton" auf, besaß einen roten Sockel aus Bastrohrgeflecht und einen auffallenden Kronleuchter in der Saalmitte, während die Bühnenseite indirekt beleuchtet wurde. Während der Jahre des 2. Weltkriegs fanden im Kino Umbauten sowohl im Saal zur Erhöhung der Sitzplatzzahl, aber auch im Bereich der Kasse statt. 1951 musste der große Kronleuchter wegen statischer Probleme entfernt werden. Eine umfassende Renovierung des Lichtspieltheaters erfolgte Mitte der 1950er Jahre. Dabei entstand im Saal ein völlig neuer Charakter, vorrangig durch die Art der Wandbespannung. 1959 erhielt das Kino CinemaScopetechnik und Vierkanal-Magnetton. Das heutige Aussehen des Kinos wird wesentlich durch die Maßnahmen von 1977-79 bestimmt, bei denen im Bereich unter dem Rang eine Visionsbar mit 45 Plätzen eingerichtet, eine neue Vorbühne gebaut und die Empfangsbereiche verändert wurden. Die gesamte Inneneinrichtung wurde erneuert: Erschließungsflur und Barbereich erhielten eine Mahagonivertäfelung, die Wände wurden mit neuem Stoff bespannt, die Decke mit furnierten Holzelementen versehen. Rang und Visionsbar erhielten eine bequeme Bestuhlung aus Sesseln. Zusätzlich wurde ein Studiokino mit 30 variabel anzuordnenden Plätzen eingerichtet. Ab 1990 wurde das Kino, nach einer kurzzeitigen privaten Bespielung, geschlossen und steht seit diesem Zeitpunkt leer. Fehlende Nutzung, zahlreiche Vandalismusaktionen und Brandanschläge haben den schlechten Zustand des Gebäudes, vor allem der Innenräume, zur Folge. (Stand 2004) Carola Zeh

Nach Jahren des Verfalls tat sich was in der Schauburg. Leider sollte es wohl wieder nur ein Bürogebäude werden, immerhin sollte ein Saal im Dachgeschoss entstehen... Auf der Seite gab es auch schöne Fotos aus den 30er Jahren. (So war der Stand vor dem Jahr 2008) So ganz schien die Zukunft noch nicht geklärt zu sein: Ich wurde 2008 beim Fotografieren von der betreuenden Immobilienverwatungsgesellschaft angesprochen, ob ich Interesse an dem Objekt hätte.

  • Schauburg am Ottokarplatz – erbaut 1828 als städtisches Mehlmagazin, 1863–1928 Reithalle, 1928–1991 Lichtspieltheater, 1977–1979 Umgestaltung und Einrichtung einer Visionsbar (Wikipedia)

Im November 2012 fand ein Versteigerungstermin der Immobilie statt, Mindestgebot 10000 Euro. Ausgang unbekannt. [1]

Nun tut sich wirklich was in der Schauburg. Im Februar 2013 wurde das Gebäude an eine GbR verkauft, die das Gebäude sanieren und wieder betreiben will. Initiator der nun begonnenen Rettung der Schauburg ist das Stadtforum Zittau. Zittauer Anzeiger, 13.02.2013 Erste Aufräumaktionen fanden schon statt, es wird aber ein langer Weg werden.

Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2013 wurde erstmals wieder ein Film in der Schauburg gezeigt, es lief der Film „Die Legende von Paul und Paula“.

Volker Kretschmer, Thomas Göttsberger und Christoph Rosploch hatten das völlig marode Haus 2013 von einer Vermögensgesellschaft, um dem dramatischen Verfall ein Ende zu setzen. Im August 2015 wurde die Schauburg an Elke Schäfer und Thomas Schmid erkauft, die das Haus zu einem Kulturzentrum machen wollen. Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2015 soll es mit einem Konzert der Öffentlichkeit vorgestellt werden. [2] Zahlreiche Einrichtungsgegenstände wurden behutsam gereinigt und aufgearbeitet, die Visionsbar soll erhalten bleiben.

Kinodaten

  • 1929 Schauburg-Lichtspiele, Kaiser-Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, 800 Plätze, Inh: Max Klinger & Co., Aeuß. Weberstraße 17
  • 1930 Schauburg-Lichtspiele, Kaiser-Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 36 qm, 750 Plätze, Inh: Max Klinger
  • 1931 Schauburg-Lichtspiele, Kaiser-Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, Kap: 4 M, T-F: Melorob, 800 Plätze, Inh: Max Klinger, Juststraße 2 c, F: 2987
  • 1932 Schauburg-Lichtspiele, Kaiser-Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, Kap: 4 M, T-F: Melorob, 800 Plätze, Inh: Max Klinger, Juststraße 2 c, F: 2987
  • 1933 Schauburg-Lichtspiele, Kaiser-Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, T-F: Klangfilm, 800 Plätze, Inh: Gebr. Marx, Am Park 6
  • 1934 Schauburg-Lichtspiele, Kaiser-Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, T-F: Klangfilm, 800 Plätze, Inh: Gebr. Marx, Hindenburgring 6
  • 1937 Schauburg-Lichtspiele, Wilhelm-Platz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, 830 Plätze, Inh: Frau Anna verw. Marx, Hindenburgring 6
  • 1938 Schauburg-Lichtspiele, Wilhelmplatz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, 830 Plätze, Inh: Frau Anna verw. Marx, Hindenburgring 6
  • 1939 Schauburg-Lichtspiele, Wilhelmplatz 17, F: 2987, Gr: 1928, Bühne: 9x6m, Inh: Frau Anna verw. Marx, Hindenburgring 6, 840 Plätze, täglich
  • 1940 Schauburg-Lichtspiele, Wilhelmplalz 17, F: 2987, Gr: Okt. 1928, Bühne: 9x6m, 830 Plätze, täglich, Inh: Frau Anna verw. Marx, Hindenburgring 6
  • 1941 Schauburg-Lichtspiele, Wilhelmplatz 17, F: 2987, Gr: Okt. 1928, Bühne: 9x6m, 830 Plätze, täglich, Inh: Frau Anna Mars, Hindenburgring 6, F: 2987
  • 1950 Schauburg, Wilhelmsplatz 17, 830 Plätze
  • 1976 Zittau, Schauburg, K.-Marx-Platz 17, Tel: 2987 (Kreisfilmstelle ebenda)
  • 1991 Clubkino, 28 Plätze, Zittau, Karl-Marx-Platz 17, Inh. Dresdener Kino GmbH
  • 1992 Visionsbar Klubkino, 28 Plätze, Zittau, Karl-Marx-Platz 17, Inh. Müller & Schwert, Baugem. Freizeitcenter, 4100 Duisburg
  • 1992 Schauburg Zittau, 466 Plätze, Inh. Kieft & Politt Filmtheater GmbH in Sachsen, Breite Straße 16, 4350 Recklinghausen (hier kann es sich auch um einen Fehler im Adressbuch handeln)

Weblinks