Zossen Scala-Filmtheater

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Geschichte

Postkarte von 1963 Kino Scala

Mitte des 19. Jahrhunderts ließ der Gastwirt Neidholdt ein Hotel und Gasthaus errichten, das den Namen „Zum Weißen Schwan“ erhielt. Es bot einen Tanzsaal, Ausspannungsmöglichkeiten und ein Gartenrestaurant. Um 1925 wurde das alte Fachwerkgasthaus abgerissen und an gleicher Stelle ein neues Gasthaus errichtet, welches weiter den Namen „Zum Weißen Schwan“ trug. Richard Rüffer, Betreiber und Eigentümer des Gasthofs, musste jedoch bald Konkurs anmelden. Der Gasthof wurde versteigert.

Erwerber war der Kinobesitzer Hans Heller, der bereits seit den frühen 1920er Jahren mit seiner mobilen Kinoapparatur durchs Land reiste. Auch im Rüfferschen Saal führte Heller die von einem Vertrieb ausgeliehenen Stummfilme mit Klavier- und Grammophonbegleitung vor. Während der Sommermonate fanden seine gut besuchten Lichtspielveranstaltungen in unregelmäßigen Abständen im Konzertgarten zur Zeit der einsetzenden Dämmerung statt.

Als das gesamte Anwesen zum Verkauf angeboten wurde, nutzte Hans Heller die Gunst der Stunde und besaß nunmehr Räumlichkeiten für sein längst geplantes Lichtspieltheater. Es sollte seine Stiege zum Glück werden. So nannte er das Zossener Lichtspielhaus „Skala“. Die Räumlichkeiten des Hotels und Restaurants verpachtete Hans Heller an den Gastwirt Albert Hübner, später an Ziehbart und zuletzt an Tiebeke. Er selbst nutzte nur den Saal, baute ihn zu einem komfortablen Filmtheater mit rot gepolsterten Logen- und Parkettsitzen um.

Das Ende des zweiten Weltkrieges zerstörte das Kino und wurde bald danach auf Anweisung und mit Unterstützung der sowjetischen Kommandanten wieder aufgebaut. Als Hans Heller mit seiner Familie im März 1953 nach Westberlin floh, ging das Kino in eine staatliche Verwaltung über. Nach der Wende kümmerte sich der Sohn Hans Georg um das Erbe. Das Kino rentabel zu betreiben, war nicht mehr möglich.

Das Haus war während der Nutzung durch HO als Kantine für die Beschäftigten der Zossener Kreisverwaltung und einiger staatlicher Betriebe in einem äußerst desolaten Zustand geraten. Hans Georg Heller verkaufte die gesamte Immobilie an einen italienischen Investor, der den Kinoraum zum Restaurant umgestaltete und den Hotel- und Restaurantbetrieb selbst übernahm.

Quellen- und Literaturverzeichnis: Unser Zossen von Klaus Voeckler (Heimatverein „Alter Krug“ Zossen e.V.) Wartberg Verlag

aus: Historie Hotel Weißer Schean

Kinodaten

  • 1917 Kinotheater, Inh.: A. Juhl.
  • 1920 Kammerlichtspiele, Bahnhofstr. 12, Fernsprecher: Zossen 120, Gegr. 1919 (Sp. täglich) 250 Plätze, Inh: Hans Götzmann, Lichtenrade, Prinz-Heinrichstr. 4
  • 1924 KammerlichtspieIe, Inh: Petnik, Finsterwalde N. L., Pächter: Löffler, Lichtenrade, 250 Plätze
  • 1925 Kammer-Lichtpiele, Bahnhofstr. 12, Gr: 1912, 2 Tage, 220 Plätze, Inh: Hans Löffler, Bln.-Wilmersdorf
  • 1928 Kammer-Lichtspiele Weißer Schwan, Bahnhofstraße 12 (Saalkino), Gr: 1920, 200 Plätze, Inh: Fritz Hubeck, Mittenwalder Straße 23
  • 1937 „Skala"-Filmtheater, Koenneckestraße 12, F: 461, Gründung: 1935, täglich, Bühne: 2x5m, 300 Plätze, Inhaber: Hans Heller
  • 1938 „Skala"-Filmtheater, Koenneckestraße 12, F: 461, Gr: 7.11.1935, täglich, Bühne: 2x5m, 320 Plätze, Inh: Hans und Lucia Heller, ebenda
  • 1940 "Skala"-Filmtheater, Koenneckestraße 12, F: 461, Gründung: 7.11.1935, Bühne: 2x5m, 300 Plätze, täglich, Inhaber: Hans und Lucia Heller
  • 1941 „Skala"-Filmtheater, Koenneckestraße 12, F: 461, Gründung: 7.11.1935, Bühne: 7x3m, 320 Plätze, täglich, Inhaber: Hans und Lucia Heller
  • 1950 Scala-Filmtheater, Bahnhofstr. 12, Tel. 361, 310 Plätze

Weblinks