Bernburg Linden-Lichtspiele (Cinephon)

Aus Kinowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Fassade 2011
Saalbau 2011
  • 1908, 20. August: Ottomar Tschakert eröffnet an der Steinstraße 6/Ecke Lindenstraße (später Firma Trupke) das erste Kino. [1]
  • Bernburg. O. Tschakert eröffnete Ecke Stein- und Lindenstrasse ein ständiges Cinephon-Theater. — Der Kinematograph 88/1908
  • Die Eröffnung am 20. August 1908 wird am "Anhalter Kurier" vom 18. August mit vielverheißenden Worten angekündigt: "Ein ständiges Kinophonotheater wird in Bernburg, Ecke Linden- und Steinstraße, eröffnete werden." Nach einem kurzen Bericht über die Fertigstellung der bereits im Frühjahr erwähnten Bauarbeiten heißt es: "Das Theater ist aufs modernste und feinste eingerichtet. Terrassenartig erhöht, ist es mit genügenden Ein- und Ausgängen versehen. Es kommt nur ein erstklassiges, höchst dezentes Programm für Wissenschaft, Belehrung und Unterhaltung zur Vorführung. Anstößiges und unschickliche Bilder werden nicht gezeigt." In einer späteren Nummer des "Anhalter Kurier" wird nochmals eigens beteuert, daß Tschakerts "Cinephon-Theater" nichts "Pikantes" zeige.
  • Im Dezember erwirbt die Firma Tschakert zur klanglichen Ergänzung des "prächtigen Cinephon" noch ein Pianino, eine andere Art elektrisches Klavier, und ein Harmonium, das seine Töne bewegt und leidenschaftlich schwellen lassen kann. Das Programm wechselt jeden Donnerstag. Es gibt einen "Reservierten Platz" für 40 Pfennig, einen Ersten für 30 und einen zweiten Platz für 20 Pfennig. Kinder, Schüler und Militärpersonen zahlen wochentags auf allen Plätzen die Hälfte. Sonntag kosten alle Plätze hingegen zehn Pfennig mehr. "Eintritt jeder Zeit! Kein Warten!"
  • 1911 wurde das von Ottomar Tschakert nach eigenen Plänen erbaute "Cinephon“ Kino Karlsplatz 28 / Lindenstraße eröffnet. Dieses Kino wurde auch später Lindenlichtspiele genannt. Es fasste damals schon 600 Personen und war im Jugendstil eingerichtet. Die technische Einrichtung des "Cinephons" war für die damalige Zeit auf dem neuesten Stand. aus: Historie Capitol Bernburg
  • Die Kinogeschichte Bernburg blieb bis in die fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts in den Händen der Familie Tschakert. aus: mz 25.11.1998
  • Die Bernburger "Linden-Lichtspiele" wurden 1953 als erstes Zeitkino umprogrammiert. Von 10 bis 17.30 Uhr konnte man ohne Unterbrechung für 50 Pfennige ein Stundenprogramm genießen. mz 17.06.2003
  • Die Jahresbilanz 1956 der drei Bernburger Kinos konnte sich sehen lassen. Im Capitol gab es 885 Vorstellungen mit 403551 Besuchern; im Zeitkino 824 Vorstellungen mit 243649 Besuchern und im Zentralkino 640 Vorstellungen mit 51970 Besuchern. mz 13.02.2007
  • Das bekannte Kino "Lindenlichtspiele - Lili", welches in den zwanziger Jahren von einem Bernburger Arzt errichtet wurde, war in der letzten DDR Epoche, seit ca.1970, dem Verfall preisgegeben. 1991 eröffnete dort das City-Hotel Bernburg. [2]

locr.com Beschreibung dort: Hotel- und Gastgewerbe sowie Fitnesscenter in der Lindenstraße 1c (Boulevard). Zu DDR-Zeiten befand sich in diesem Objekt das Kino "Lindenlichtspiele" (kurz Lili genannt)

Bilder

overus01.jpg
Bildquelle: Cityhotel Bernburg. Hier wird der Eingangsbereich des ehemaligen Kinos gezeigt.

Kinodaten

  • 1917 Kinephontheater, O. Tschakert
  • 1918 Cinephon-Theater, Karlsplatz 28, 400 Plätze, Inh: O. Tschakert, Kaiserstr. 16
  • 1920 Kinephon-Theater, Karlsplatz 28 (Sp. täglich) 350 Plätze, Inhaber: Otto Tschakert, Kaiserstr. 16
  • 1921 Kinephon-Theater, Karlsplatz 28 (täglich) 350 Plätze, Inh: Otto Tschakerts, Kaiser-Straße 16
  • 1924 Cinephon-Theater, Lindenstraße, Inh: O. Tschakert, 400 Plätze
  • 1925 Cinephon-Theater, Lindenstr. Gründung 1908, täglich, 350 Plätze, Inhaber: Ottomar Tschakert, Kaiserstraße 16
  • 1927 Cinephon-Theater, Kaiserstr. 16, Inh: Ottomar Tschakert. Sptg: Täglich, Pr: Zweimal wöchentlich. 400 Plätze
  • 1928 Linden-Lichtspiele, Karlplatz 28, Gr: 1910, täglich, 344 Plätze, Inh: W. Hinz und H. Komoll
  • 1929 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gr: 1927, täglich, 340 Plätze, Inh: Hinz und Komoll
  • 1930 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gr: 1912, täglich, Kap: 4 M, 340 Plätze, Inh: Hinz und Dr. H. Siebert, Büro: Karlsplatz 28
  • 1931 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gr: 1912, täglich, Kap: 4 M, T-F: Nadelton, 340 Plätze, Inh: Hinz und Dr. H. Siebert, Büro: ebenda
  • 1932 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Nadelton, 343 Plätze, Inhaber: Hintz & Co., Büro: ebenda
  • 1933 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, Kap: Mech, Musik, T-F: Licht- und Nadelton, 343 Plätze, Inhaber: Hinte & Co., Büro: ebenda
  • 1934 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, Kap: Mech. Musik, T-F: Licht- und Nadelton, 343 Plätze, Inhaber: Dr. Siebert, ebenda
  • 1937 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, 336 Plätze, Inhaber: Friedrich Haberland, Lessingstraße 7
  • 1938 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, 560 Plätze, Inhaber: Friedrich Haberland, Lessingstraße 7
  • 1939 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gr: 1912, Inh: Friedrich Haberland, Lessingstraße 93, 560 Plätze, täglich
  • 1940 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, 560 Plätze, Inhaber: Friedrich Haberland, Lessingstraße 7
  • 1941 Linden-Lichtspiele, Karlsplatz 28, F: 3050, Gründung 1912, täglich, 582 Plätze, Inhaber: Friedrich Haberland, Lessingstraße 7
  • 1949 Linden-Lichtspiele, 582 Plätze
  • 1950 Linden-Lichtspiele, 582 Plätze

Weblinks