Hamburg Kammer-Lichtspiele

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Geschichte

Die Kammer-Lichtspiele wurden 1912 neben dem Wilhelm-Gymnasium eingerichtet und durch Martin Heilbuth eröffnet, 1913 übernahm James Henschel das Kino nach kurzzeitiger Schließung. "Sehr groß und sehr hübsch, in hellgelb und grau gehalten", nur der Name sei unpassend, titelte Der Kinematograph 1917. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kinosaal durch eine Sprengbombe zerstört. Nach Ausweich auf ein Notkino konnten die Kammer-Lichtspiele 1949 wieder eröffnen. 1968 wurde das Kino geschlossen und für den Bau der Staats- und Universitäts-Bibliothek abgerissen.


  • Kammerlichtspiele. Ein Mangel an Kinematographentheatern, die eine Neugründung rechtfertigen könnte, besteht zwar in Hamburg nicht, aber immerhin kann man eine solche freudig begrüssen, wenn sie von dem Bestreben ausgeht, die starken anschaulichen Werte des Kinos auszunützen, wenn sie uns die landschaftlichen Reize ferner Gegenden erschliessen, uns Einblicke in das Volkstreiben anderer Länder gewähren, uns Erfindungen vermitteln, uns Sitten fremder Volksstämme offenbaren soll. Dann bedeutet sie eine Annäherung an die vielen Möglichkeiten, die in den lebenden Photographien verborgen und begründet sind. Mit einem derartigen Programm trat nun die Direktion der Kammerlichtspiele, die neben dem Wilhelm-Gymnasium, Grindelallee 6-8, ein schönes Heim gefunden haben, am Freitag abend zum ersten Mal vor die Öffentlichkeit. Sie hatte Herrn Alex Otto als wirkungsvollen Dolmetscher gewählt, der in seinem Prolog auf die Antike zurückgriff und nach einer kurzen Skizzierung der Kunst aller Zeiten und aller Länder die Errungenschaften des Kinematographen pries. Wenn nun auch die vorgeführten Bilder nicht ganz hielten, was der Prolog versprach, so lösten sie doch das Versprechen ein, soweit es die Unterhaltung und die Belehrung betraf. Für die Unterhaltung hatte man allerdings geglaubt, ein Kinodrama mit Rücksicht auf den Geschmack des Publikums nicht entbehren zu können. Dagegen bot ein amerikanischer Film "Amerikanischer Jahrmarkt" etwas von dem, was diese Vorstellungen weit über die der blossen Unterhaltung gewidmeten hinausheben. Das war ein Blick in das pulsende, vom Gewinntrieb erfüllte amerikanische Volksleben, wie es uns in dieser Lebendigkeit, in dieser starken Anschaulichkeit kein Bild und keine noch so fesselnde Erzählung zu bieten vermag. Das Publikum war denn auch für das Gesehene sehr dankbar. (Hamburger Fremden-Blatt, 14.04.1912 [1])
  • Das Kinderbesuchverbot ist für viele Kinoinhaber verhängnisvoll geworden, denn in allen Stadtteilen werden Kinos geschlossen, weil sie nicht mehr existenzfähig sind. In der Grindelallee gehen sogar zwei Theater ein, darunter die vor Jahresfrist eröffneten, modern eingerichteten Kammer-Lichtspiele. (Hamburger Fremden-Blatt, 11.04.1913 [2])
  • Hamburg. Nachdem Arthur Graf die Kammerlichtspiele an der Grindelallee übernommen hat, ist aus dem bekannten Hamburger Kino so etwas wie ein Schmuckkästchen geworden. Dem Innenarchitekten wird der auf Rot abgestimmte Raum mit seiner glänzenden Lösung des Flächenproblems und den kunstvollen Beleuchtungskörpern eine Freude sein. Ob es allerdings sehr geschmackvoll ist, auf den Reklamen zu betonen ,,Neuer Geist! Neue Apparate!", wie es Herr Graf tut, ist eine Frage, über die man streiten kann. Der Kinematograph Nr. 785 5. März 1922

Kinodaten

  • 1917 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6-8.
  • 1918 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindelallee 6-8, F: VIII, 2244, 850 Plätze, Inh: Friedr. Linskens
  • 1920 Kammer-Lichtspiele, 15, Grindelallee 6-8, F: Vulkan 2244, Gegr. 1911, Bk.: Deutsche Bk. F. (Sp. täglich) 712 Plätze, Inh: Willy Minde, Gf: Friedrich Linskens
  • 1921 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6/8, F: Vulkan 2244, Gr: 1911, täglich, 700 Plätze, Inh: Willy Minde
  • 1925 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6/8, F: Vulkan 2244, Luxus-Kino, 700 Plätze, Inh: Arthur Graf
  • 1927 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6-8, F: Nordsee 8626, Inh: Lichtspiel-Theater GmbH, Gf: Hans Struckmeyer, W. von Härder, Sptg: Täglich, Pr: Freitag, 700 Plätze
  • 1928 Kammer-Lichtspiele, Grindel-Allee 6/8, F: Nordsee 8626, Gr: 1914, täglich, 704 Plätze, Inh: Lichtspiel-Theater GmbH (Emelka-Konzern)
  • 1929 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6/8, F: Nordsee 8626, Gr: 1914, täglich, 704 Plätze, Inh: Lichtspiel-Theater GmbH im Emelka-Konzern
  • 1930 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6/8, F: Nordsee 8626, Gr: 1914, täglich, Kap: 7 M, 700 Plätze, Inh: Lichtspiel-Theater GmbH im Emelka-Konzern, Gf: C. Holskin
  • 1931 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6/8, F: Nordsee 8626, Gr: 1914, täglich, Kap: 7 M, T-F: Kinoton, 700 Plätze, Inh: Lichtspiel-Theater GmbH im Emelka-Konzern, Gf: C. Holskin
  • 1932 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindelallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, täglich, T-F: Kinoton, 700 Plätze, P: Lichtspiel-Theater GmbH im Emelka-Konzern, Gf: Walter Inden
  • 1933 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindelallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, täglich, T-F: Kinoton, 700 Plätze, P: Lichtspiel-Theater GmbH, Gf: Kurt Beuleke
  • 1934 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindelallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, täglich, T-F: Kinoton, 700 Plätze, P: Lichtspiel-Theater GmbH, Gf: Kurt Beuleke
  • 1937 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindelallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, täglich, 700 Plätze, Inh: Filmtheater-Ges. Hans Struckmeyer & Behncke
  • 1938 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindelallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, täglich, 704 Plätze, Inh: Filmtheater-Ges. Hans Struckmeyer & Behncke
  • 1940 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindeallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, 704 Plätze, täglich, Inh: Filmtheater-Ges. Hans Struckmeyer & Behncke
  • 1941 Kammer-Lichtspiele, 13, Grindeallee 6/8, F: 446026, Gr: 1914, 704 Plätze, täglich, Inh: Filmtheater-Ges. Hans Struckmeyer & Behnke, Gf: Kurt Behncke
  • 1949 Kammer-Lichtspiele, Hbg. 13, Grindelalle 6-8, Tel. 446026, Inh: Struckmeyer & Behnke, Mit Dia, 7 Tage, Pl. 719
  • 1950 Kammerlichtspiele, Grindelallee 6-8, Tel. 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft Hans Struckmeyer & Behncke, 711 Pl. 7 Tg., 4 V., Dia; App.: Ernemann VII B, Vst.: Klarton, Bühne 6x1,5x4,3
  • 1952 Kammerlichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel. 446026, P. u. Gf: Filmtheatergesellschaft Hans Struckmeyer & Behncke, PL 718, 7 Tg, 28 V, Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Klangfilm, Bühne 6x1,5x4,3.
  • 1953 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel. 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft H. Struckmeyer & Behncke, Gf: Carl Wichelmann, Pl: 719, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Ernemann VIIB, Vst. Klangfilm, Th. ja
  • 1955 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel. 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft H. Struckmeyer & Behncke, Gf: Carl Wichelmann, Pl. 719, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App. Ernemann VII B, Vst. Klangfilm, Th.
  • 1956 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft Hans Struckmeyer & Behncke, Gf: Carl Wichelmann, Pl: 718, Best: Schröder & Henzelmann, Klappsitze u. Polstersessel, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Bühne: 7x5x2
  • 1956N Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8 - Erg: Bild- u. Tonsyst. Breitwand, CinemaScope, 1-Kanal-Lichtton - Erg: Bildw.-Abm. 9,2x4
  • 1957 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft Hans Struckmeyer & Behncke, Gf: Carl Wichelmann, Pl: 718, Best: Schröder & Henzelmann, teilw. Hochpolster, 7 Tg., 21 V., tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Lautspr: Komb., Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1958 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft, Hans Struckmeyer & Behncke, Gf: Carl Wichelmann, Pl: 718, Best: Schröder & Henzelmann, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Lautspr: Komb. Telefunken, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1959 Kammer-Lichtspiele, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft, Hans Struckmeyer & Behncke, Gf: Helmut Goroncy, PI: 692, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Verst: Klangfilm, Lautspr: Komb. Telefunken, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1960 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft, Hans Struckmeyer & Behnke, Gf: Helmut Goroncy, PI: 692, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Becklicht, Verst: Klangfilm, Lautspr: Komb. Telefunken, Bild- u. Tonsyst: CS 1 KL, Gr.-Verh: 1:2,35
  • 1961 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft, Hans Struckmeyer & Behnke, Gf: Helmut Goroncy, PI: 692, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia-Br, App: Ernemann VII B, Lichtquelle: Xenon, Verst: Klangfilm, Lautspr: Komb. Telefunken, Bild-u. Tonsyst: Sc, 1 KL
  • 1962 Kammer-Lichtspiele -13, Grindelallee 6-8, Tel: 446026, P: Filmtheater-Gesellschaft, Hans Struckmeyer & Behnke KG, Gf: Helmut Goroncy, PI: 692, Best: Kamphöner, Hochpolster, 7 Tg, 21 V, tön. Dia-N, Br, Sc, App: Ernemann Vll B, Lichtquelle: Xenon, Verst: Klangfilm, Lautspr: Komb. Telefunken, Bild- u. Tonsyst: Sc, 1 KL

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